Der Zyklus „Bachs Messias“ soll das Bachfest Leipzig 2021 eröffnen

Für alle LeserDas Jahr 1750 hat man im Kopf. Aber selten wird einem bewusst, dass Johann Sebastian Bach mitten im Sommer starb, am 28. Juli. Also heute vor 270 Jahren. Natürlich denkt man in einer Leipziger Institution ständig an den berühmten Thomaskantor: im Bach-Archiv, wo man jetzt schon weiß, mit welchem Paukenschlag das nächste Bachfest über die Bühne gehen soll, nachdem das 2020er wegen Corona zum komprimierten Online-Ereignis wurde.
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Das Bachfest Leipzig 2021 beginnt mit einem gewaltigen Zyklus: „Bachs Messias“ erzählt vom 12. bis zum 15. Juni chronologisch das Leben des Erlösers anhand der drei Oratorien, der Matthäus-Passion und 33 ausgewählter Kantaten Johann Sebastian Bachs, kündigt das Bach-Archiv jetzt an, was im nächsten Jahr die Bachfreunde nach Leipzig locken soll.

Der von Bachfest-Intendant Prof. Dr. Michael Maul konzipierte Zyklus fußt auf der Trilogie „Jesus von Nazareth“ von Benedikt XVI., erschienen während seines Pontifikats. Der emeritierte Papst hat für das Bachfest ein Grußwort übermittelt, in dem er die zeitlose Wirkung von Bachs Musik als Botschafterin eines vielerorts erloschenen Glaubens herausstellt.

Weltbekannte Bach-Interpreten und der Schauspieler Ulrich Noethen gestalten die elf Konzerte des Zyklus in den Leipziger Bach-Kirchen. Der Leipziger Maler Michael Triegel liefert eine Bilderserie als visuellen Begleiter. Ticketpakete für „Bachs Messias“ können ab sofort und somit noch vor dem regulären Vorverkaufsstart des Festivals reserviert werden.

Zeit seines Lebens reflektierte Johann Sebastian Bach in seinen Kantaten, Oratorien und Passionen Episoden aus dem Leben Jesus von Nazareth. In diesen Werken schuf er unvergleichliche musikalische Bilder der Verkündigung von Christi Geburt, der Weihnachtsgeschichte, von vielen Gleichnissen und Wundern Jesu und schließlich von seiner Passion, Auferstehung und Himmelfahrt.

Klingende Wirkungsgeschichte von Jesus Christus in elf plus zwei Konzerten

Das Bachfest Leipzig 2021 steht unter dem Motto „Erlösung“. Im Zentrum steht mit „Bachs Messias“ ein viertägiger Zyklus, in dem weltbekannte Bach-Interpreten die Lebensgeschichte von Jesus Christus, dem Erlöser, in 33 ausgewählten Kantaten, den drei Oratorien und der Matthäus-Passion nacherzählen werden. Eingerahmt wird der Zyklus von zwei Aufführungen des Oratoriums „Messiah“ von Georg Friedrich Händel, eine davon im Dom zu Halle, der ersten Wirkungsstätte des gebürtigen Hallensers, im Rahmen der dortigen Händel-Festspiele 2021.

Vorschau auf das Bachfest 2021 / Preview to the 2021 Bachfest (Bach Marathon, Tag/Day 4)

Der Intendant des Bachfestes, Prof. Dr. Michael Maul, dessen Vertrag gerade bis Juni 2022 verlängert wurde, knüpft mit „Bachs Messias“ konzeptionell an den erfolgreichen „Kantaten-Ring“ seiner ersten Festivalsaison (2018) an: „Wir laden mit dem ,Messias‘-Zyklus zu einer spannenden Entdeckungsreise in das Herzstück von Bachs Kirchenmusik ein.

Ich bin mir sicher, dass durch das Zusammenfügen der Stücke zu einem groß dimensionierten Oratorium ein ganz besonderes, mehrdimensionales Bild vom Wirken des Erlösers Jesus Christus entstehen wird: von der Verheißung und Geburt des Messias über die Bergpredigt, die Berufung der Jünger und die diversen Gleichnisse und Wunder bis hin zum Einzug in Jerusalem, der Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt.

Und ebenso wird deutlich werden, dass Bachs enthaltene 33 Kantaten, auch wenn sie nicht so häufig wie die Matthäus-Passion oder das Weihnachts-Oratorium aufgeführt werden, musikalisch doch aus dem gleichen Edelholz geschnitzt sind.“

Grußwort von Papst Benedikt XVI.

Bei der Erstellung des Zyklus diente Bachfest-Intendant Prof. Dr. Michael Maul die dreibändige Biografie „Jesus von Nazareth“ des emeritierten Papstes Benedikt XVI. (erschienen 2007 bis 2012) als ideeller und chronologischer Leitfaden. Basierend auf diesem Umstand trat Maul mit Benedikt XVI. in einen Briefwechsel, der in einem Grußwort des emeritierten Papstes für das Bachfest Leipzig 2021 mündete, das er bereits im Juni 2019 verfasste: „…da ich nicht weiß, wie lange meine Gesundheit noch standhält“. In dem dreiseitigen Text übermittelt Benedikt seine Segenswünsche für das Festival und würdigt die Idee zum Zyklus:

„Es ist das Besondere dieses Festes, dass es die auf Leben und Wirken Jesu Christi von Nazareth bezogenen Kompositionen Bachs zu einem Ganzen zusammenfügt und uns so eine Art ,Messias‘ von Bach schenkt. […] Dass Intendant Dr. Michael Maul, dem wir diese Konzeption verdanken, dabei meine Jesus-Trilogie als ideellen Leitfaden vor Augen hatte, ist eine besondere Freude für mich, die ich nur mit großer Dankbarkeit aufnehmen kann.“

Zugleich unterstreicht Benedikt die Rolle von Bachs Musik als zeitlose Bewahrerin der göttlichen Botschaft in einer Welt, in der der Glaube vielerorts: „…inzwischen erloschen ist und nur noch als kulturelle Kraft weiterwirkt. Diese Reduktion mag man als gläubiger Christ bedauern, aber sie trägt auch ein positives Element in sich. Denn es bleibt bestehen, dass etwas als Kultur angenommen wird, das Frucht gläubiger Begegnung mit Jesus ist und diesen Ursprung für immer in sich trägt.

Erinnern wir uns daran, dass nach Bach alle Musik als ,Finis und Endursache anders nicht‘ sein kann, ,als zu Gottes Ehre und Recreation des Gemüts‘ zu dienen. Nun, die herrliche Musik von Bach selbst rührt uns zutiefst an und verherrlicht Gott auch, wo er nicht förmlich durch den Glauben anwesend ist.

In diesem Sinn können gerade auch Menschen, die den Glauben von Bach teilen, sich darüber freuen und dafür dankbar sein, dass durch seine Musik die Atmosphäre des Glaubens, die Gestalt Jesu Christi auch dort aufleuchtet, wo der Glaube selbst nicht anwesend ist.“

Das Fazit des emeritierten Papstes lautet: „So können wir, wie mir scheint, einen zweiseitigen Vorgang feststellen: Glaube hat Kultur gezeugt, die weit über ihn hinaus leuchtet. Aber diese Kultur trägt nun umgekehrt auch heute noch in alle Welt hinein etwas von ihrem Ursprung. Sie ist so etwas wie der Wohlgeruch, der von Christus ausgeht (vgl. 2 Kor 2,14f). Sie hat keine missionarische Absicht, der ,Wohlgeruch‘ wird absichtslos um seiner selbst willen gegenwärtig und verbreitet gerade so die ,Ehre Gottes‘.

So dürfen wir uns alle, Christen wie Nichtchristen, Gläubige wie Nichtgläubige, dankbar von der Schönheit berühren lassen, wissend, dass sie uns den rechten Weg weist. In diesem Sinn gelten dem Bachfest 2021 meine herzlichen Glück- und Segenswünsche.“

Als Dank für das Geleitwort übersandte Intendant Maul dem emeritierten Papst ein Faksimile von Bachs autographer Partitur der h-Moll-Messe, dem letzten großen Werk des Lutheraners Bach. Benedikt XVI. bedankte sich brieflich für dieses „wunderbare Geschenk von ganzem Herzen“: „Es ist ein außergewöhnliches Erlebnis, Bachs eigene Handschrift in Händen zu halten und so gleichsam der Quelle eines Werkes zu begegnen, das nicht nur die konfessionellen Grenzen einer Periode überschreitet, sondern die Menschheit im Ganzen und in allen Zeiten anrührt und anrühren wird.“

Michael Triegel und Ulrich Noethen als Begleiter des Zyklus

In den Kantaten-Konzerten des „Messias“-Zyklus sorgen – den einzelnen Lebensstationen Jesu folgend – Lesungen der jeweils zugrunde liegenden Evangelientexte in Martin Luthers 1521/22 entstandener Übersetzung für eine fortlaufende Handlung. Als „Evangelist“ für den Vortrag dieser Texte tritt der Schauspieler Ulrich Noethen auf. Elf Bilder des Leipziger Malers Michael Triegel – bekannt unter anderem für seine Porträts von Papst Benedikt – dienen als visueller Begleiter durch den Zyklus.

Die musikalische Umsetzung von „Bachs Messias“ liegt unter anderem in den Händen von vier weltbekannten Bach-Interpreten mit ihren Ensembles, die bereits den „Kantaten-Ring“ im Bachfest 2018 maßgeblich geprägt hatten: Ton Koopman, Masaaki Suzuki, Hans-Christoph Rademann und Thomaskantor Gotthold Schwarz. Hinzu treten nun Václav Luks mit dem Collegium 1704, die Akademie für Alte Musik Berlin, der RIAS-Kammerchor mit The English Concert unter Justin Doyle sowie der Eric Ericsons Kammarkör mit der Lautten Compagney Berlin unter Wolfgang Katschner.

Erstmals können Bachfest-Besucher während der Konzerte des „Messias“-Zyklus in den Leipziger Bach-Kirchen St. Thomas und St. Nikolai virtuell auf der Bühne Platz nehmen: Die exklusive Sitzplatz-Kategorie „OnStage“ in abgegrenzten Sitzbereichen in den hinteren Kirchenschiffen ermöglicht, parallel zum Konzertgeschehen einen Video-Livestream auf dem eigenen Mobilgerät zu verfolgen. Die Besucherinnen und Besucher können dabei zwischen unterschiedlichen Kamera-Perspektiven auswählen und so ganz nah bei den Akteuren sein. Der Zugang vor Ort erfolgt über ein passwortgeschütztes WLAN.

Vorverkauf für den Zyklus hat begonnen

Ein Gesamtpaket für alle elf Konzerte des Zyklus „Bachs Messias“ ist in fünf Preisgruppen verfügbar (880,00 / 650,00 / 480,00 / 280,00 Euro, OnStage: 500,00, keine Ermäßigungen). Ticketpakete können ab sofort reserviert werden. Es werden jeweils die besten in der gewünschten Preiskategorie vorhandenen Plätze zugewiesen, es besteht kein Anspruch auf einen Wunschplatz. Kunden, die Karten für das abgesagte Bachfest 2020 erworben hatten, können diese direkt in das „Messias-Paket“ umtauschen. Ab dem 15. September sind die noch verfügbaren Gesamtpakete mit Platzauswahl unter www.bachfestleipzig.de online erhältlich.

 

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Bachfest
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