Sven Rogowskis Komparsentagebuch: Rainald Grebe und die „WildeWeiteWeltSchau“ (16)

Auf geht's nach Hamburg! Sven Rogowski, schreibender Komparse bei Rainald Grebes "WildeWeiteWeltSchau", schlägt wieder sein Tagebüchlein auf und komplettiert die 16. Seite. Vor Kurzem stand er wieder in Leipzig auf der Centraltheater-Bühne. Nach einem tagelangem Kater konnte er seine Eindrücke wieder in Worte fassen.
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War das ein Erlebnis! Die letzte Vorstellung unseres Stücks vor der großen Hamburg-Sause, sorry dem Gastspiel, ist gelaufen. Anfang Januar war sie. Liegt das schon so weit zurück? Ich denke, dass ein ausverkauftes Leipziger Centraltheater einen guten Rahmen für eine gelungene Generalprobe bot. Der Abend zeigte vor allem eins: Das Stück lebt, verändert sich und alle haben ihren Spaß. Nach dem nüchternen Abend folgt eine weniger nüchterne Nacht. Von wegen Sachsensumpf. Wenn es einen gibt, dann im sächsischen Bierglas. Die Nachtschicht in der „Canteen“ des Leipziger Schauspiels hatte es in sich.

Dieses Mal war es damit aber nicht getan und wir zogen noch etwas weiter. Über den Rest breiten wir lieber den Mantel des Schweigens. Am nächsten Morgen schaute mich im Spiegel ein dicker blauer Kater an, dessen Erscheinen ich aber auf eventuelle Wetterumschwünge und den für mich ungewohnten Zigarettenqualm schieben möchte. Was hat der auch hier zu suchen? Gibt es nichts Wichtigeres?Gibt es: Vor der versumpften Nachtschicht erhielten wir unsere organisatorischen Informationen zum Gastspiel. Wir werden am 31. Januar während der „Lessingtage“ im Hamburger Thalia-Theater auftreten und reisen in einem Tross von über fünfzig Frau und Mann zwei Tage vorm Auftrittstermin an.

Geschlafen wird in einem Hotel, dessen Kette durchaus etwas mit dem Bezug Hamburgs zur Seefahrt zu tun hat. Schleichwerbung umschifft! Ob wir die Reeperbahn umschiffen, weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich werden wohl nur unsere Koffer das Etablissement sehen. Denn wir sind ja nicht zum Schlafen dort, sondern, genau, zum Arbeiten! Ob Hamburg auch einen Sumpf bereit hält? Könnte eine Herausforderung werden.

Die Aufführung selbst wird uns auch fordern. Warum? Ein anderes Theater heißt auch, dass wir eine andere Bühne bespielen werden. Technisch einfach wird es für die Jungs vom Aufbau nicht.

Auch wir werden wohl nicht nur ein paar Nuancen der „WildenWeitenWeltSchau“ ändern. Da wird wohl die alte Zauberformel „Improvisation“ greifen müssen. Geht nicht gibt’s nicht. Außer für Neugierige, die uns nachreisen möchten. Dem sei in bester Lemmy-Kilmister-Manier gesagt: „Too Late! Too Late!“. Ausverkauft! Allen, die Karten in ihrem Besitz haben, versprechen wir: „Wir werden Hamburg rocken!“

Centraltheater Leipzig:

www.centraltheater-leipzig.de

Thalia Theater in Hamburg Online:

www.thalia-theater.de


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