Die einen erinnern sich noch an die Faszination von Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“, der 1982 bis 1984 immer wieder ganz oben in der „Spiegel“-Bestseller-Liste stand und sogar in der DDR erscheinen durfte. Die anderen erlebten diese Faszination erst mit der Verfilmung 1986 mit Sean Connery als William von Baskerville. Aber so einen grandiosen Roman um Intrige, Mord und (Geheim-)Wissenschaft im Mittelalter als Puppenspiel zu inszenieren, dazu braucht es schon ein bisschen (Über-)Mut.

Aber den hat das in Berlin heimische Puppentheater Das Helmi sichtlich gefunden. Am 10. und 11. Oktober können Neugierige diese Produktion im Ballsaal der Schaubühne Lindenfels erleben.

Worum geht es?

„Der Name der Rose“ in einer Adaption von „Umberto Ecos Verbannung der Gegenwart ins Mittelalter“ durch Das Helmi, neu erzählt von Berlins „coolstem Puppentheater“ (BZ). Das Helmi führt in die fantastische, entrückte Welt frommer und gelehrter Männer, in ein ebenso spannungsgeladenes wie anspielungsreiches Wimmelbild.

Die Schaubühne Lindenfels zeigt die Produktion im Rahmen ihrer Reihe „Expedition 4×6 | Kapitel IV: Sperrgebiet“ am Samstag, 10. (20 Uhr) und Sonntag, 11. Oktober (18 Uhr) im Ballsaal der Schaubühne.

In der Abgeschiedenheit eines italienischen Benediktinerklosters nimmt eine düstere Verbrechensgeschichte ihren Lauf, die auch die Geschichte eines philosophischen und politischen Kampfes und Umbruches ist. Was im Jahre 1327 mit geheimen Wissenschaften, unbekannten Giften, euphorischen Flagellanten, weisen Franziskanern, grausamen Inquisitoren und eifersüchtig gehüteten Schätzen geschah, liegt bei Weitem nicht so fern, wie die ungewohnt-exotische Atmosphäre vermuten lässt.

Hinter den rivalisierenden Sekten, den theologischen Richtungskämpfen, hinter Intrige und Mord lassen die Schaumstoffpuppen-Anarchos von Das Helmi aktuelle politische, kulturelle und sexuelle Auseinandersetzungen aufscheinen. Schon damals standen Fakten gegen Überzeugungen. Die alten weißen Männer kämpften um die Macht, gegen die aufgeklärte Vernunft, gegen Frauen und Minderheiten, und am Ende brannten sie alles nieder…

Doch das Leben ist vielfältig – und nicht alles kann kontrolliert werden.

Von und mit: Burkart Ellinghaus, Solène Garnier, Felix Loycke, Florian Loycke, Brian Morrow, Emir Tebatebai. Alle Helmis sind gleichzeitig Regisseure, Schauspieler, Musiker und Texter. Gebaut werden die Puppen meist von Florian und Felix Loycke. Die Brüder hauchen Resten und Fetzen ungeahntes Leben ein, lassen aus ihnen Wesen auferstehen, deren grotesk verzerrte Gesichtszüge eine seltene Zartheit, ein Staunen vor der Welt offenbaren. Scheinbar plump taumeln sie über die Bühne, absurd hässlich und doch voller Anmut und eigener Schönheit.

Tickets: 25/15/9 Euro – die Zuschauer wählen zwischen drei Preisoptionen und entscheiden selbst, wie viel sie zahlen möchten bzw. können.

Die neue „Leipziger Zeitung“ Nr. 83: Zwischen Ich und Wir

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