Fußtritt eines Legida-Teilnehmers gegen Fotografen landet vor Gericht

Für alle LeserOb der Angriff mehrerer dutzend Legida-Teilnehmer auf Journalisten im Januar 2015 irgendwelche Konsequenzen haben würde, blieb lange offen. Insbesondere ein Fußtritt gegen einen Fotografen sorgte für Aufsehen. Nach einer Öffentlichkeitsfahndung der Polizei brachte ein Hinweis auf einer Antifa-Seite die Ermittler im vergangenen Jahr schließlich auf die Spur des mutmaßlichen Täters. Die Staatsanwaltschaft legt diesem Nötigung, vorsätzliche Körperverletzung und Sachbeschädigung zur Last.

Der Angriff eines Legida-Teilnehmers auf einen Fotografen während der Demonstration am 21. Januar 2015 landet vor Gericht. Dies bestätigten Staatsanwaltschaft und Amtsgericht auf Anfrage der L-IZ. Der mutmaßliche Angreifer Ricco W. hatte bereits vor einem halben Jahr einen Strafbefehl erhalten, hat dagegen jedoch Einspruch eingelegt.

An jenem Tag fand auf dem Augustusplatz die zweite und mit knapp 5.000 Teilnehmern zugleich größte Legida-Versammlung statt. Während des gesamten Aufzugs kam es zu zahlreichen Handgreiflichkeiten, Drohungen und Beleidigungen gegen Journalisten. Der gravierendste Vorfall ereignete sich auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz, wo mehrere dutzend Personen die voranlaufenden Journalisten jagten. Die Polizei war in diesem Moment nicht in der Nähe der bereits seit Minuten aggressiv auftretenden Spitze des Legida-Zuges – trotz eines an diesem Abend massiven Aufgebots.

Die Staatsanwaltschaft legt dem 32-jährigen Angeklagten zur Last, „auf einen Journalisten zugerannt zu sein, um diesen an seiner Arbeit und dem Fotografieren des Demonstrationszuges zu hindern, diesen sodann verfolgt und dann in die Beine getreten zu haben, so dass dieser stürzte“. Dabei handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um Nötigung, vorsätzliche Körperverletzung und Sachbeschädigung. Die Kamera des angegriffenen Fotografen wurde beim Sturz beschädigt.

Obwohl kurz nach der Tat belastendes Video- und Fotomaterial auftauchte, gelang es der Polizei zunächst nicht, den Täter zu ermitteln. Erst am 28. April 2016 startete sie eine Öffentlichkeitsfahndung, die sie schon nach wenigen Tagen wieder beenden konnte. Auf einer lokalen Antifa-Seite hatten Unbekannte den gesuchten Mann als Ricco W. identifiziert. Angeblich war er Mitglied einer rechten Hooligangruppierung des mittlerweile nicht mehr existierenden FC Sachsen Leipzig.

Bei Legida-Demonstrationen kam es neben lautstarken und massenhaften „Lügenpresse“-Denunziationen wiederholt zu körperlichen Angriffen auf Journalisten. Die L-IZ hatte deshalb und wegen des mangelnden Eingreifens der Polizei und unzureichenden Demonstrationsauflagen seitens des Leipziger Ordnungsamtes nach einem Jahr im Januar 2016 mit der Einstellung einer Vor-Ort-Berichterstattung gedroht. Vorab hatte zudem der MDR verkündet, ihren Reportern Securitymitarbeiter an die Seite zu stellen.

Nachdem sich dieser Aufruf deutschlandweit verbreitet hatte, kam es im Anschluss zu einem Einlenken seitens der Leipziger Polizei und des Ordnungsamtes, weshalb die L-IZ.de am 7. März 2016 die Live-Berichterstattung wieder aufnehmen konnte.

Für die Hauptverhandlung gegen Ricco W. hat das Amtsgericht noch keinen Termin bestimmt.

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Legida-Liveticker am 21.09.2017: Sie sind wieder weg + Videos

Legida/PegidaAmtsgerichtGewalt
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Quelle: Cineplex Leipzig

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