Musik und Kids: Was wann warum rund um die musikalische Erziehung geht

Musik ist mehr als ein Unterhaltungsmedium. Es ist auf ganzer Linie ein erzieherisches Mittel, welches für das ganze Leben enorme Vorteile haben kann. Und das Beste: In praktisch jedem Alter ist der Einstieg möglich; es gibt weder „zu jung“ noch „zu alt“. Auf den folgenden Zeilen erklären wir nicht nur, warum Musizieren dem Nachwuchs so guttut, sondern auch, ab wann ein Kind womit loslegen kann.

Ein Aspirin gegen Jugendleiden

Immer häufiger warnen Fachleute zwischen Kinderpsychologen und Kita-Erzieher davor, dass die heutigen Kinder- und Jugendgeneration signifikante Probleme hat:

  • Die Zahlen an psychischen Auffälligkeiten sind seit Jahren zweistellig. Darunter nicht nur Depressionen, sondern auch AHDS, Konzentrationsmangel und dergleichen
  • Alljährlich steigen die Zahlen derjenigen Jugendlichen, die an ungewöhnlichen Stresssymptomen leiden
  • Immer öfter mangelt es an altersgemäßen motorischen Fähigkeiten
  • Der Bewegungsmangel ist gravierend; mittlerweile sind rund 15 % aller Ü-18-Sprösslinge deswegen übergewichtig und das zieht sich oft durchs ganze Leben
  • Immer häufiger zeigen Jugendliche ein bedenkliches digital-mediales Suchtverhalten, welches wiederum auf andere (Lebens)Bereiche abfärbt.

Das Spielen von Instrumenten ist sicherlich kein Allheilmittel dagegen. Aber es ist definitiv ein von vielen Experten gelobter Lösungsansatz.

Foto: fotolia.com © Jacob Lund

Warum Musik hilft

Um diesen Ansatz zu verstehen, muss man sich ein wenig in heutige Jugendliche hineinversetzen. Nein, es ist nicht nur „das Internet“ oder „das Smartphone“, aber beides gehört ebenso dazu, wie ein hoher Leistungs- und Erwartungsdruck und unterhaltungstechnische Dauerberieselung.

→ Simpel formuliert haben es Kinder heute schwerer als vorherige Generationen, weil auf sie eine ungleich höhere Menge an Reizen und Anforderungen einprasselt.

Musizieren ist der Schlüssel, weil es an vielen Punkten ansetzt, die mit diesen Problemen zusammenhängen:

  1. Es zwingt einen, sich auf wenige Handlungen zu fokussieren. Das reduziert die Reize auf ein kontrolliertes Minimum und steigert die Konzentration.
  2. Es sorgt durch die Anforderungen an das Gehirn für eine bessere neuronale Vernetzung beider Gehirnhälften. Dadurch eine bessere Ausnutzung der „Rechenleistung“.
  3. Es verlangt, Beschäftigung über einen längeren Zeitraum mit einer Sache. Das reduziert kindliche und jugendliche Impulsivität.
  4. Es ermöglicht eine völlig neue Ausdrucksweise und darüber eine ganz andere Form von Selbstbewusstsein. Das gilt sowohl, wenn Zusatzfaktoren bestehen, etwa Stottern, wie wenn es sich um normale Introvertiertheit handelt.
  5. Es ist, bei den richtigen Instrumenten, Stress- und Bewegungsmangel-Abbau.
  6. Es schult, falls mit anderen musiziert wird, das Eingehen auf andere und somit die Teamfähigkeit.

Das sind nicht nur Thesen, sondern wissenschaftlich bewiesene Fakten. Dazu führte unter anderem Musikpädagoge Hans Günther Bastian eine Langzeitstudie mit Grundschulkindern durch, deren Ergebnisse all das bestätigen.

Die 0 bis 2-Jährigen

Foto: fotolia.com © Yarkovoy

Musikalische Früherziehung kann ab dem Moment beginnen, an dem ein neuer Erdenbürger aktiv seine Umwelt wahrnimmt.

Das eigenständige Musizieren indes muss zumindest warten, bis ein Kind bewusst greifen kann. In diesem frühen Stadium sind es simple Instrumente, welche man einsetzen sollte.

  • Handglocken
  • Kalimbas
  • Klangstäbe
  • Kolbenflöten
  • Maracas
  • Tamburins
  • Trommeln
  • Xylophone

Sie haben den Vorteil, dass sie ohne jegliche Vorkenntnisse mit guten Ergebnissen gespielt werden können.

Jedoch: In diesem Alter geht es zunächst darum, ein Kind musizieren zu lassen. Ob das für Erwachsenenohren harmonisch klingt, ist nachrangig.

Die 3- bis 5-Jährigen

Foto: fotolia.com © coco194

Die Motorik ist zwar etwas, das noch bis in die Pubertät hinein geschult wird. Aber bereits, wenn ein Kind die ersten drei Lebensjahre überstanden hat, kann es seine Bewegungen nicht nur sehr gut kontrollieren, sondern auch im Zusammenspiel mit seinen Sinnen koordinieren.

Dann wird „richtiges“ Musizieren möglich, auch mit anspruchsvolleren Instrumenten:

  • Blockflöten
  • Keyboards/Kinder-Pianos/Tirolas (letztere natürlich für Leipziger das Kinderinstrument mit Lokalkolorit)
  • Kindergitarren/Ukulelen
  • Kinderschlagzeug
  • Mitmach-Mikrofone/Karaoke-Boxen (schließlich ist auch Singen Musizieren)

Ob dies auch das Alter sein kann, um eine Geige in die Hand zu nehmen, daran scheiden sich die Geister – weil es dabei schwieriger ist, klare Töne zu erzeugen.

Einig sind sich hingegen Musikexperten, dass jetzt auch Noten gelernt werden können und sollten. Dazu kann man sich sogenannter Notenkarten bedienen.

Immer bedenken: Für „richtiges“ Musizieren gibt es keine Alternative zum Notenlesen, auch wenn zahlreiche Promi-Musiker das Gegenteil vermitteln mögen.

Die 6- bis 10-Jährigen

Foto: fotolia.com © Arkady Chubykin

Was die Didaktik anbelangt, ist ein Kind, wenn es in die Grundschule kommt, „fertig“. Das bedeutet, es ist jetzt geistig in der Lage, auch kompliziertere Instrumente und Notenfolgen zu erlernen. Allerdings darf man nicht verkennen, dass in diesem Alter der „Bock-Faktor“ eine Rolle zu spielen beginnt. Der Charakter beginnt sich zu prägen und wird damit auch zu einem Auswahlfaktor von Instrumenten.

Unterdrücken bzw. elterlich überstimmen sollte man keineswegs. Das wäre kontraproduktives Verhalten, welches mit Pech sämtlichen Spaß, den ein Kind bis zu diesem Punkt an Musik erlernte, zunichtemachen könnte. Klar sollte sein, dass wenn ein Kind schon zuvor ein bestimmtes Instrument gern spielte, man in dieser „Familie“ bleiben sollte.

Dann kann beispielsweise die Blockflöte zur Querflöte, Klarinette oder Saxophon „geupgradet“ werden – wobei letzteres leichter zu erlernen ist, als viele andere Blasinstrumente.

Für die weiteren Instrumente muss man nun auch die Beweggründe dahinter erklären:

  • Das Keyboard mit Klaviertastatur. Es lehrt alle Fähigkeiten des „analogen Bruder“, kann aber klanglich variabler eingesetzt werden und so dafür sorgen, dass der Spaß länger erhalten bleibt.
  • Die Mundharmonika. Sie ist klein, klangstark und kompakt und kann so enorm niedrigschwellig eingesetzt werden. Zudem ist es ein preisgünstiger Einstieg, bei dem selbst Profi-Geräte höchstens dreistellige Summen kosten.
  • Das klassische Schlagzeug. Sein Vorteil ist es, dass es modular aufgebaut ist. Somit kann es nicht nur in Sachen Fähigkeiten mitwachsen, sondern auch dem Geldbeutel der Eltern. Einziger Nachteil: Das benötigt relativ viel Platz. Eine Alternative, vor allem mit Hinblick auf die Lautstärke, kann das elektronische Schlagzeug sein.
  • Die Gitarre. Allerdings sollte man nicht auf die (häufig online ausgetragenen) Glaubenskriege hören, die pro E-Gitarre argumentieren. Denn obwohl es natürlich stimmt, dass eine E-Gitarre leichter zu spielen ist, weil die Saiten nicht so stark angeschlagen werden müssen, vermittelt eine normale Konzertgitarre die Grundlagen doch besser und günstiger – und Downgrading auf das einfachere Instrument ist später leichter als Upgrading.
  • Die Geige. Kein leicht zu erlernendes Instrument, wie bereits angesprochen. Aber kaum ein anderes Instrument vermittelt so sehr alles, wofür das Spielen eines Instruments steht.

Wichtig: Für sehr viele Blasinstrumente muss abgewartet werden, bis zumindest im Frontbereich inklusive der Eckzähne der Zahnwechsel abgeschlossen ist, weil sich ansonsten Trompete und Co. kaum vernünftig spielen lassen. Das ist etwa mit neun Jahren abgeschlossen.

Die 11-Jährigen und darüber

Foto: fotolia.com © JackF

Fest steht, was ein junger Mensch bislang gespielt hat, dabei sollte er, wenn es keine anderen Beweggründe gibt, auch bleiben.

Natürlich, wenn ein leidenschaftlicher Keyboarder auf Piano oder Flügel wechseln möchte, kann diese Anschaffung überlegt werden. Aber in diesem Alter gibt es keine „logische Folge“ mehr, die zuvor ein aufeinander aufbauendes Lernen ermöglichte.

Der wohl größte Vorteil ist jedoch, dass jetzt, beim einen Kind früher, beim anderen etwas später, auch der Körper gefolgt ist:

Er ist jetzt groß genug, damit nicht mehr kleinere Instrumente gewählt werden müssen – auch einem Dreizehnjährigen kann man einen normalgroßen E-Bass umhängen, dazu sind seine Arme nun lang genug.

Für diejenigen, die jetzt erst in die Musikwelt einsteigen wollen, wird es jedoch schwieriger. Selbst wenn man sämtliche zeitgenösssischen Faktoren herausrechnet, ist dies die Altersschwelle, in der ein junger Mensch seine Interessen häufig in rascher Folge wechselt.

Das bedeutet, wenn es ein Einstieg sein soll, der nicht auf vorherige Instrumentenkenntnisse aufbaut, sollten Instrumente zum Einsatz kommen, die sich für eine Vielzahl an Musikstilen eignen – und das sind tatsächlich die „Band-Klassiker“:

  • (E-)Gitarre
  • Bass
  • Schlagzeug
  • Sonstige Percussions
  • Keyboard

Falls ein Junger Mensch jedoch den Wunsch nach einer Gesangskarriere hegt, sollte er sich noch gedulden, bis der Stimmbruch vollzogen ist, was meist mit 16 der Fall ist.

Geleit für Eltern

Abschließend sollen Eltern noch ein paar Tipps ins Gesangsbuch geschrieben bekommen. Denn leider sind zu häufig sie es, die eine vielversprechende Jung-Musikerkarriere demolieren:

  1. Nachdruck zum Lernen ist in allen Altersstufen ein Muss. Aber ein-, zweimal wöchentlich reicht völlig.
  2. Das, was man selbst gerne spielen würde, ist nicht automatisch das, was das eigene Kind spielen sollte.
  3. Es gibt keine „schrecklichen“ Musikrichtungen. Wenn sie dazu taugen, das Kind musizieren lassen, haben sie ihre Existenzberechtigung.
  4. Eine Runde mit der Jugendband kann besser für Teamfähigkeit sein als ein Dutzend Nachhilfestunden
  5. Musik soll immer Rückzugsort sein, kein weiterer Stressfaktor im Leben eines Kindes

Wenn man sich an diese fünf Regeln hält, wird man vielleicht nicht die nächste Vanessa Mae, den nächsten Jimi Hendrix großziehen. Aber man wird ein Kind haben, dass Musizieren wirklich liebt und das ist wesentlich wichtiger, denn Musik ist kein Wettbewerb.


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