Kultur-Netzwerk-Arbeit made in Leipzig: Ein Magazin für die Kultur jenseits der Scheinwerfer

Es geht ja den bildenden Künstlern genauso wie den schreibenden und darstellenden: Sie leben in verschiedenen Welten. Die einen sind gefragte Anbieter auf den großen Kunstmärkten - und die anderen bekommen nicht einmal in der Tageszeitung ein Eckchen. Ein bisschen will das der Leipziger Bernhard Wiesbeck ändern.
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Der 48-Jährige ist selbst leidenschaftlicher Maler von exotisch anmutenden Bildern. Sein Atelier hat er in der Leipziger Baumwollspinnerei. Und er mag es, Netze zu knüpfen. Kultur-Netze in diesem Fall. Denn wer als Künstler keinen Zugang zur Öffentlichkeit findet, zu Galeristen, Veranstaltern oder Geldgebern – der wird nie den Schritt schaffen aus dem kleinen Kämmerlein.

Und so versteht sich die von Wiesbeck gemeinsam mit Alexander Süß aus Bad Langensalza betriebene Website kultur-netzwerk.com auch als genau das: als Plattform für all die Angebote, die Künstler brauchen, um voranzukommen und Kontakt zum Markt zu finden.

Im Januar 2010 ist daraus ein weiteres Projekt entstanden: ein eigenes Kulturmagazin mit dem Namen „Kultur-Szene“, das ab jetzt monatlich erscheinen soll.
„Wir bedienen internationale Kulturthemen aus den Bereichen, Kunst, Literatur, Musik, Bühne, Medien und Leben“, sagt Wiesbeck. Als erste Ausgabe ist ein 91-seitiges PDF-Magazin aus insgesamt 750 Einsendungen der im Netzwerk versammelten Künstler zustande gekommen. Das mit dem international ist noch nicht ganz so weltweit zu nehmen, wie es sich anhört. Aber der Blick ins PDF lohnt sich trotzdem, denn es ist mit anderen deutschen Kunst-Magazinen nicht zu verwechseln.

Hier kommen einmal nicht die üblichen Kritiker und Experten zu Wort. Hier wird auch nicht die dritte, fünfte oder zehnte Home- oder Atelier-Story über das knappe Dutzend aus der eh schon berühmten Maler-, Bildhauer-, Dichter- oder Musikerelite abgedruckt. Hier versucht keine elitäre Redaktion, zum x-ten Mal einen neuen Trend zu beweisen oder zu erklären, warum der letzte Trend von Malerei, Designerei oder Musiziererei nun schon wieder tot ist.

Hier kommen die Netzwerk-Mitstreiter selbst in Wort und Bild – und es wird in gewisser Weise sichtbar, was so im Land alles jenseits der gesteuerten Marketing-Kampagnen und „events“ und Jahrhundertereignisse passiert – mit einem emsigen Fleiß und dem überall sichtbaren Willen, ein Publikum zu erreichen, zu bezaubern, zu überzeugen. Es wird über Ausstellungen berichtet, die im großen Feuilleton nicht einmal erwähnt werden, es gibt Ausflüge in die Provinz, die so provinziell oft gar nicht ist, Musiker stellen ihre neuen CDs vor, Bücher werden besprochen, die von der offiziellen Kritik gar nicht erst wahrgenommen werden.
Es ist ein bunter Reigen. Und die Menge deutet eher auf recht opulentes Magazin hin. Freilich alles auch recht locker zusammengepackt. Ohne einen auffälligen Wunsch, das Magazin auch optisch gefälliger oder gar selbst zum Kunstwerk zu machen.

„Der nächste Schritt wird sein, die monatliche Ausgabe als gedruckte Beilage den überregionalen Boulevard-Magazinen anzubieten“, erklärt Wiesbeck. „Auch sind regionale Auskoppelungen für Tageszeitungen geplant.“

Ob das klappt – man darf gespannt sein. Denn durch den Netzwerk-Charakter streuen die Themen übers ganze Land. Und für die deutschen Boulevard-Magazine sind die Akteure möglicherweise nicht sensationell genug. Es sind keine Durchgeknallten und Selbstdarsteller – eher sehr ernsthaft arbeitende Künstler aus den verschiedensten Branchen, die über sich selbst und ihre Projekte berichten. Das soll auch weiterhin so bleiben.

Mehr zum Thema:

Südsee in Haus 24 B: Bernhard Wiesbeck lädt Rundgang-Besucher zum Ab-Tauchen ein
Südsee – gleich links, zwei Stockwerke hoch …

„Natürlich wird es die nächsten Monate am Magazin noch viel zu verbessern geben“, sagt Wiesbeck. „So sind noch mehrere Rubriken geplant, wie ein Marktplatz mit Projekten, Ausschreibungen, Kooperationen, eine Jobbörse und Sparten wie: Kleinanzeigen, Suche/Biete und ein Schwarzes Brett. Es wird auch einen überregionalen Veranstaltungskalender geben.“

Das erste Heft bietet auch schon eine Seite mit Anzeigenpreisen. Und auf dem Cover wird eine besondere Initiative des Kultur-Netzwerkes gewürdigt: die Auszeichnung des Projekt-Künstlers Peter Kalb mit dem „Best Artist Award“. Mit dem Award sollen Künstler aus dem Kultur-Netzwerk ausgezeichnet werden, deren Arbeit als besonders vorbildhaft eingeschätzt wird.

Die Plattform des Kultur-Netzwerkes:
www.kultur-netzwerk.com

Die Website für das Kultur-Magazin:
www.kultur-szene.de
www.kultur-szene.de/printmagazin/ausgabe1101.html

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