Asisis nächster Streich: Pergamon-Panorama in Berlin eröffnet im September

Die Leipziger kennen Yadegar Asisis Panometer jetzt schon mit drei Aufsehen erregenden Ausstellungen zum Mount Everest, zum Rom des Jahres 312 und zum Regenwald am Amazonas. Ab September bekommt auch die Hauptstadt Berlin ein Asisi-Panorama: Das alte Pergamon wird zu neuem Leben erweckt.
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In einer einzigartigen Zusammenarbeit präsentiert die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin mit der Asisi Visual Culture GmbH eine umfassende Ausstellung zum Thema Pergamon: Auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern werden im Nordflügel und in den drei zentralen Architektursälen des Ostflügels des Pergamonmuseums etwa 450 zum größten Teil noch nie gezeigte Exponate aus dem Bestand der Antikensammlung präsentiert.

Darüber hinaus versetzt ein neues monumentales 360°-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi und der Asisi Visual Culture GmbH die Besucher in einer eigens errichteten, temporären Rotunde auf den Burgberg von Pergamon im Jahr 129 n. Chr.

Die Ausgrabungen der Berliner Museen in Pergamon zählen zu den erfolgreichsten Unternehmungen der klassischen deutschen Altertumswissenschaft. Der bedeutendste Fund aus diesen Grabungen, der im Pergamonmuseum rekonstruierte Altar, gehört heute zu den berühmtesten Ausstellungsobjekten des UNESCO-Welterbes Museumsinsel Berlin und zieht jährlich weit über eine Million in- und ausländische Besucher ins Pergamonmuseum. Die eindrucksvolle Inszenierung dieses Bauwerkes hat jedoch den übrigen, weit umfangreicheren Berliner Bestand pergamenischer Grabungsfunde in den Hintergrund treten lassen.Viele der nun in der Ausstellung versammelten Objekte, die durch die zwischen dem Deutschen Kaiserreich und dem Osmanischen Reich vertraglich vereinbarten Fundteilungen am Ende des 19. Jhs. nach Berlin gelangten, waren bisher niemals öffentlich ausgestellt. Zahlreiche Leihgaben aus deutschen und internationalen Museen ergänzen die Ausstellung.

In Vorbereitung der Ausstellung werden aufwendige Restaurierungen durchgeführt, die die berühmten hellenistischen Marmorskulpturen aus Pergamon wieder in ihrer ganzen Schönheit erstrahlen lassen. Eine Vielzahl von Skulpturen, Mosaiken, Münzen, Tongefäßen und Gebrauchsgegenständen geben dem Besucher ein anschauliches Bild vom Leben in der antiken Metropole. Dabei werden die Exponate in ihren originalen architektonischen und funktionalen Zusammenhängen gezeigt und – soweit möglich – die antike Nutzung erläutert.
Zahlreiche Zeichnungen, Gemälde und Archivdokumente geben Einblick in die spannende Entdeckungsgeschichte. Breiten Raum nimmt auch die Rezeption der pergamenischen Kunst, insbesondere des Pergamonaltars, in der bildenden Kunst und Literatur des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts ein.

Die Ausstellung ist Bestandteil des Forschungsprojektes „Berliner Skulpturennetzwerk. Kontextualisierung und Übersetzung antiker Plastik“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ermöglicht wird, und der Vermittlung erster Forschungsergebnisse an ein breites Publikum dient. Die wissenschaftliche Erschließung der pergamenischen Skulpturen und das damit verbundene Ziel der Wiedergewinnung der antiken Aufstellungszusammenhänge erfolgt im Kontext des Forschungsprojektes.Mit neuesten Methoden der Informationstechnologie und Computervisualisierung sollen die Ergebnisse nun einem breiten Publikum vermittelt werden. Einen zentralen Stellenwert hat hier das virtuelle 3D-Modell des antiken Pergamon, das in einer Kooperation des Deutschen Archäologischen Instituts, des Lehrstuhls für Darstellungslehre der Technischen Universität Cottbus und dem Zuse-Institut Berlin (ZIB) entsteht.

Die Ausstellung wird ergänzt durch ein 360°-Panorama, das mit einer Höhe von 24 Metern und einer Länge von 103 Metern im Ehrenhof des Pergamonmuseums errichtet wird und eine lebendige Vorstellung vom antiken Pergamon gibt. Die Rekonstruktion der Stadt im Maßstab 1:1 basiert auf dem aktuellen Forschungsstand und wurde in enger Zusammenarbeit mit den Archäologen der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin und des Deutschen Archäologischen Instituts erarbeitet.

Eine Tag- und Nachtsimulation mit Sonnenauf- und -untergang sowie ein Klangteppich, der das Leben in Pergamon nachempfindet, machen das Leben in der antiken Stadt auf spektakuläre Weise erlebbar. Dezente Hintergrundmusik des Filmkomponisten Eric Babak rundet die Zeitreise in die Antike ab.

Für das monumentale Panorama des antiken Pergamon dienten Yadegar Asisi Zeichnungen der Ausgrabungen, Fotoaufnahmen der Berliner Fundstücke sowie das erste Pergamon-Panorama von Kips und Koch (1886) als Orientierung. 2010 fotografierte Asisi vor Ort auf dem Ruinenfeld in Bergama von einem ca. 30 Meter hohen temporären Turm aus die Topografie des Burgbergs und der umgebenden Landschaft. Hinzu kamen szenische Aufnahmen mit Statisten in antiken Kostümen. Aus dem gesammelten Material wurde dann am Computer das Rundbild, das den Besucher auf eine Zeitreise in die Antike einlädt, aufwändig zusammengesetzt.

www.pergamon-panorama.de


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