Mit Diplomatie und Ausdauer: Leipziger Amnesty-Gruppe betreut Fälle in Myanmar und Frankreich

Menschenrechte sind für viele von uns eine Selbstverständlichkeit. Sollte man eigentlich meinen in der heutigen Zeit. Doch immer noch gibt es viel zu viele Länder, in denen sie mit Füßen getreten werden, wobei man Deutschland nicht einmal ausklammern kann.
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Amnesty International (AI) ist wohl eine der berühmtesten Organisationen weltweit, die sich seit 50 Jahren für Menschenrechte einsetzt. Die Leipziger AI-Gruppe ist seit vielen Jahren aktiv. Zu ihr gehören auch Maike Rudolf und Bernd Kellner.

Die Jurastudentin und der Architekt arbeiten ehrenamtlich für AI und betreuen zurzeit drei Fälle. Bernd Kellner erklärt, wie er und seine Kollegin auf die Fälle aufmerksam werden: „AI recherchiert von London aus die jeweiligen Fälle und verteilt sie dann nach sorgfältiger Prüfung an die jeweiligen Gruppen. Es geht dabei ausschließlich um gewaltlose politische Gefangene.“

In Leipzig sind bis zu 15 Mitglieder von AI ehrenamtlich tätig und engagieren sich für die Menschenrechte. Wichtigste „Waffe“ der AI-Mitarbeiter ist dabei die Öffentlichkeitsarbeit. Maike Rudolf dazu: „Es ist erstaunlich, wie wirkungsvoll es ist, die Fälle der Öffentlichkeit bekannt zu machen, die Presse oder andere Medien aufmerksam zu machen. In vielen Fällen hat dies schon zur Freilassung gewaltfreier, politischer Häftlinge geführt.“Ob sie diesen Erfolg hinsichtlich der von ihnen betreuten Fälle auch einmal für sich verbuchen können, bleibt fraglich. Dies gilt besonders für den Fall der beiden Studenten Myo Min Zaw und Ko Aye Aung aus Myanmar, dem ehemaligen Birma, das seit vielen Jahren von einer rücksichtslosen Militärjunta regiert wird. Maike Rudolf: „Die beiden wurden 1998 verhaftet, weil sie Flugblätter verteilt und Studentendemonstrationen in Myanmars größter Stadt Yangon organisiert hatten.“

Für ihren Einsatz für die Verbesserung des Bildungssystems und für die Freilassung politischer Gefangener wurden die beiden Studenten selber zu drakonischen Haftstrafen verurteilt. MyoMin Zaw und Ko Aye Aung sitzen Urteile von insgesamt 52 beziehungsweise 59 Jahren ab. Beide sollen Berichten zufolge gefoltert worden sein. Bei allem Einsatz für solche Menschen müssen AI-Mitarbeiter dabei auch noch große Vorsicht walten lassen und ein gewisses diplomatisches Gespür zeigen.Maike Rudolf: „In dem Fall der beiden Studenten unterlassen wir es zum Beispiel, ihre Verwandten zu kontaktieren oder uns an das Gefängnis zu richten, in dem die beiden gefangen gehalten werden. Dies würde die Menschen dort gefährden. In solchen Fällen richten wir uns an die Botschaften der jeweiligen Länder oder an die Regierung selbst. Allerdings ist gerade Myanmar natürlich ein besonderer Härtefall, weil das Regime dort als sehr rigide und rücksichtslos klingt.“

Dennoch lassen die AI-Mitarbeiter nicht locker. So wie im Fall des Franzosen Lamba Soukouna, der Opfer von Polizeigewalt wurde. Bernd Kellner: „Lamba Soukounas Fall ist in Frankreich schon sehr bekannt und hat dort für Aufsehen in der Öffentlichkeit gesorgt. Er wurde vor seiner Wohnung von Polizisten niedergeschlagen und als er am Boden lag, trat man noch auf ihn ein. Obendrein wurde er noch wegen Verleumdung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt angeklagt. Eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde der Polizei wird erfolglos zurückgewiesen.“

Kein Einzelfall, wie ein Bericht von AI beweist. In Frankreich sind Misshandlungen durch Polizeibeamte gegenüber Angehörigen ethnischer Minderheiten keine Seltenheit. Bernd Kellner: „Das Problem ist, dass die Ergebnisse interner Untersuchungen nicht publik gemacht werden. Somit wird eine Beweisführung von Seiten der Opfer erschwert.“

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Maike Rudolf, Bernd Kellner und ihre Mitstreiter hoffen nun, mit ihren Aktionen nicht nur die Öffentlichkeit zu erreichen, sondern auch darauf, dass die jeweiligen Regierungen, Botschaften oder Behörden Reaktionen zeigen und im günstigsten Fall eine Freilassung beziehungsweise eine Verbesserung der Situation der von ihnen betreuten Fälle zur Folge hat. Dass dazu eine gewisse Hartnäckigkeit nötig ist, wissen die beiden aus Erfahrung. Bernd Kellner: „Da muss man sich nicht gleich einschüchtern lassen und die Hoffnung aufgeben, da wäre man an der falschen Stelle. Hartnäckigkeit führt bekanntlich zum Ziel.“

Weitere Infos (auf Französisch) unter: www.amnesty.fr/_info/rapport_france/

Der amnesty-Bericht France: Public Outrage! Police officers above the law als pdf unter: www.amnesty.org

Und zum Fall in Myanmar: www.amnesty-myanmar.de

www.ai-leipzig.de


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