Neuer Dienstwagen für die Oper: Intendant Ulf Schirmer fährt jetzt auf Audi ab

Kultursponsoring durch die private Wirtschaft wird in Zeiten klammer Kassen eine immer wichtiger werdende Einnahmequelle für kulturelle Einrichtungen. Da macht auch ein so renommiertes Haus wie die Leipziger Oper keine Ausnahme. Also freute man sich am Freitag entsprechend, als der Geschäftsführer des Leipziger Audi-Zentrums Peter Pöheim einen nagelneuen Audi A4 Avant an den Opernintendanten übergab.
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Intendant Prof. Ulf Schirmer nahm den Schlüssel für den Dienstwagen entsprechend werbewirksam auf dem Augustusplatz vor den Treppen des Musentempels in Empfang. „Das Ganze hat seinen Ursprung in Ingolstadt, wo mir der Geschäftsführende Direktor sagte, dass es von Leipziger Seiten ein Bemühen gäbe, gemeinsam zusammenzuarbeiten. Und es ist ja so, dass so eine Kooperation beziehungsweise ein Sponsoring gerade im Kulturbereich immer wichtiger wird.“Dem stimmte der Leipziger Audi-Chef Peter Pöheim insofern zu, als dass er eine Lanze für das Engagement der Privatwirtschaft in der Kultur brach: „Also man muss sich ja nur mal schauen, was Audi von seinem Herstellerwerk in Ingolstadt aus an Engagement für die Kultur gemacht hat. Ich nenne da als Beispiel nur die Salzburger Festspiele, wo eine sehr schöne Kooperation entstanden ist. Oder nehmen wir den lokalen Bereich Ingolstadt, wo eine sehr intensive Zusammenarbeit mit den Sommerkonzerten stattfindet, die mittlerweile glaube ich seit über 20 Jahren stattfinden. Genau so sehen wir hier unsere lokale Verantwortung, uns in Leipzig in kulturellen Dingen zu engagieren. Wir sehen uns hier angesichts der klammen Kassen der Stadt in der Verantwortung und ich glaube, dass Kunst und Kultur mit der Marke Audi sehr gut zusammengehen. Wir haben ja auch schon den Opernball über die letzten Jahre begleitet und dadurch eine intensive Beziehung zu dem Haus aufbauen können und sind somit auch mit Herrn Professor Schirmer in Kontakt.“

Ob der große Opernsaal angesichts solch vorbildlichen Engagements nun in „Audi“torium oder „Horchsaal“ unbenannt werden soll, wollte und konnte man weder von Seiten der Oper noch von Seiten des Autohauses bestätigen.

Die Förderung der Kultur durch die private Wirtschaft hat indes in Deutschland eine erstaunlich lange Tradition. Da gibt es zum Beispiel den Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) e.V. – Er fördert seit 60 Jahren den Nachwuchs in Kultur und Kunst. Mit den Beiträgen seiner über 400 Mitglieder aus Wirtschaft und Medien wird eine mäzenatische Förderung ermöglicht, die unmittelbar und ohne Blick auf den wirtschaftlichen Nutzen, jungen Künstlern und Künstlerinnen zugute kommen soll. Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft versteht sich selbst als Mittler zwischen Kultur und Wirtschaft. Er will aufmerksam machen auf junge Künstler, Anstiften zum Fördern und Ansporn geben zum Ausbau unternehmerischer Unterstützung kultureller Ausdrucksformen. Das Mäzenatentum war in früheren Zeiten oft die einzige Möglichkeit für Künstler, überhaupt ihrer Berufung nachzukommen und sicherte ihnen in vielen Fällen sogar das Überleben.


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Instrumentenbauer Matthias Vogt. Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

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