Wenn’s Lehrerinnen wissen wollen: Die Gaffeeganne 2011 geht an Katja Rauchhaupt

Ein lauer Herbstabend war's, der am 25. Oktober die Freunde und Mitglieder der Lene-Voigt-Gesellschaft zum Ausflug nach Lindenau animierte. Es hätte ein durchaus nostalgischer Grund sein können - war's aber nicht: Der 14. Wettbewerb um die "Gaffeeganne" fand diesmal im Veranstaltungsraum der LVB im Straßenbahnhof Angerbrücke statt. "Das heißt: Lene-Voigt-Bühne", spottete Uwe Rohland bei seiner Anmoderation.
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Heißt es zwar nicht wirklich – die LVB waren diesmal Gastgeber des Wettbewerbs. Aber selbst Argumente hätte es genug gegeben, zu beweisen, dass so ein Wettbewerb unbedingt hier stattfinden muss. Eins beginnt so:

„Schon hat’s Mitternacht geschlaachen.
Da gomm langsam alle Waachen,
Die im Dienste draußen warn,
Ins Deboh zurickgefahrn.“Das ist die erste Strophe eines der vielen treffenden Leipzig-Gedichte der 1891 geborenen Dichterin, die mit dem Wettbewerb geehrt wird. Die pfiffige Idee, nun ausgerechnet dieses Gedicht mit dem Titel „Schtrassenbahnhof Lindenau“ vorzutragen, kam leider keinem der Mutigen, die sich diesmal auf die Bühne trauten. Vielleicht hat’s auch keiner in der Eile gefunden. Es steht in den „Leibzcher Lindenblieten“. Wer die nicht antiquarisch in seiner Glasvitrine stehen hat, findet sie komplett im Band Nummer 4 der Werkausgabe von Lene Voigt, die in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung erscheint und nun endlich komplett ist – der sechste Band erschien im Sommer. Darüber wird die L-IZ noch bei Gelegenheit berichten.

Noch ein Argument hat der gestrige Schauplatz für sich – denn worüber die „Leipziger Nachtigall“ schrieb, das hatte sie selbst gesehen. Es ist nicht nur der Mundart-Witz, der ihre Texte so pointiert und philosophisch macht – es ist auch die eigene Anschauung. Und wie sie vom Fenster ihrer Reudnitzer Wohnung aus den Dampflokbetrieb auf dem Eilenburger Bahnhof schilderte, so hat Lene Voigt auch die Einfahrt der Straßenbahnen in Depot Lindenau, dem heutigen Straßenbahnhof Angerbrücke, vom eigenen Fenster aus gesehen. Sie wohnte ab 1925 in der Frankfurter Straße 49 in der vierten Etage, gleich gegenüber vom Straßenbahnhof – die Frankfurter Straße ist die heutige Jahnallee.

Über dieses Stückchen Heimat auf Zeit – sie zog ja mehrfach um – schrieb sie auch die kleine Ballade „De wahre Liewe“, die „am Lindenauer Flutganal“ handelt. Über ihr Leben in Lindenau wird ganz sicher noch in der großen Lene-Voigt-Biografie berichtet, die die Werkausgabe in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung komplettieren wird. Aber das dauert noch ein wenig, bis sie erscheint.
Trotzdem gab’s am Dienstagabend etliche Texte zum ersten Mal auf der Wettbewerbsbühne zu hören – die Teilnehmer des Wettbewerbs lesen die jeweils neu erscheinenden Bände der Werkausgabe recht aufmerksam. Einige sogar sehr aufmerksam. Sie haben es zu einem Teil ihres Berufes gemacht. Gemeint sind die Lehrerinnen. Sie spielen bei den beiden Wettbewerben der Lene-Voigt-Gesellschaft von Anfang an eine wichtige Rolle, denn sie machen den Nachwuchs neugierig auf das Werk der Dichterin, die eigentlich wie keine Andere das Temperament der Leipzigerinnen und ihrer männlichen Pendants eingefangen hat in Texten, von denen gerade die schönsten voller Fallstricke sind.

Nicht nur, was den von Lene Voigt so klassisch formulierten Osterländer Dialekt betrifft, der in Leipzig gesprochen wird. Der ist tückisch genug, wenn man mit dem Dialekt nicht mehr aufwächst. Und wahrscheinlich hat Prof. Beat Siebenhaar tatsächlich Recht mit seiner Feststellung, dass der Dialekt eigentlich seit 100 Jahren ausgestorben ist. Die Leipziger sprechen Hochdeutsch – mit mundartlicher Färbung.

Was somit Schwierigkeitsstufe 1 ist beim Vortragen der zwei Texte, die sich jeder aus Lenes Werk zum Vortrag auswählen kann. Einer davon ist immer ein mundartlicher. Und wie temperamentvoll man Lenes Balladen in Mundart vortragen kann, das haben mittlerweile etliche Gewinner der Gaffeeganne vorgemacht. Die Latte hängt hoch. Wenn dann auch noch die richtigen Betonungen glücken, dann zeigen die Texte erst, mit welcher heimlichen Tücke Lene Voigt da und dort gearbeitet hat. Wer die versteckten Pointen verpasst, verpasst natürlich das Schönste.

Textsicherheit ist nicht unbedingt das Hauptkriterium – wer unsicher ist, darf auch vom Blatt oder aus dem Buch vorlesen. Was auch Joachim Rehfeld, der mittlerweile zum 12. Mal teilnahm, tat – und fast bravorös tat. In seinen früheren Teilnahmen am Wettbewerb hatte er wirklich mit der Kniffligkeit der Texte zu kämpfen.
Das wurde diesmal auch mit einem kleinen Extra-Präsent gewürdigt. Gegen die sächsischen Lehrerinnen hatte er freilich keine Chance. Vor allem, weil zwei von ihnen diesmal das ganze Repertoire der Möglichkeiten nutzten – sie kamen im Kostüm. Steffi Brückner, die mit ihren Schülern selbst fleißig Lene-Voigt-Texte einstudiert, wollte es diesmal wissen, wie das ist, da oben vor 300 Leuten auf der Bühne zu stehen und zwei gar nicht leichte Texte frei vorzutragen. Sie war extra in ein Zauberlehrling-Kostüm geschlüpft. Aber wer’s schon mal versucht hat „Dr Zauwerlährling“ vorzutragen, weiß, dass der gemütliche Goethesche Zauberlehrling einfach und überraschungslos ist gegen die Voigtsche Fassung. Sie hat die drastischen Stimmungswechsel des überforderten kleinen Großmauls viel stärker pointiert – aus einem Schrecken fällt er in den nächsten, ist entsetzt, schimpft, flucht, verzweifelt. Und jedes Mal ändert sich bei Lene natürlich auch der Sprachgestus. Für Schauspieler eine Wonne. Für Deutschlehrerinnen eine recht überraschende Erfahrung. Steffi Brückner war danach zu recht stolz auf sich, dass sie sich das getraut hatte.

Andere – wie Jürgen Butze – hatten sich einfach die Texte aus Lenes Büchern herausgesucht, die ihre liebsten sind. Und nachdem er „Vor ä Leibzcher Bäckerladen“ vorgetragen hatte, wusste jeder im Saal, wie es damals Lene mit zwei Groschen in der Tasche vor der verlockenden Auslage des Bäckers ging. Und wie es Jürgen Butze heute auch geht. Der Text ist so aktuell wie die Lust der Sachsen am Kaffeetrinken und Ditschen.
Gewonnen hat er damit trotzdem nicht, auch wenn er’s genauso verdient hätte wie Uschi Rauwolf aus Colditz, überzeugte Landwirtin und Mitglied der Colditzer Mundartgruppe, die „Dr Fischer“ mit echter Freude am Geschehen vortrug. Gewonnen hat eine Lehrerin – die Musiklehrerin Katja Rauchhaupt, die sich von Moderator Uwe Rohland gar nicht erst verunsichern ließ und für „De säksche Lorelei“ stilgerecht mit blonder Zopfperücke auftrat. Sie zeigte auch, welche Feinheiten in den so listigen Balladen der Lene Voigt stecken, wenn man sich Zeit lässt beim Vortrag, nicht durch die Verse hastet, sondern jede Pointe und Wendung für sich wirken lässt. Fast hatte man den Eindruck: Die eigentlichen Tücken bei Lene Voigt stecken in den Pausen.

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Am Ende war ihr Vortrag so eindrucksvoll, dass sie nicht nur (mit 4:1 der Jurystimmen) die Gaffeeganne 2011 zugesprochen bekam. Auch den großen Kuchenteller des Publikumspreises bekam sie nach Auszählung der Stimmzettel. Und wenn sie mit dieser Verve nun in Großbardau auch noch einen Mundart-Kurs mit ihren Schülern aufbaut, dann könnte sie irgendwann in den nächsten Jahren auch noch mit der dritten Auszeichnung gewürdigt werden, die die Lene-Voigt-Gesellschaft zu ihrem Wettbewerb vergibt: Das ist die Ehren-Gaffeeganne, die an all jene vergeben wird, die sich um die Pflege der sächsischen Mundart und des Werkes der Lene Voigt besonders verdient gemacht haben.

Natürlich bekam diese Ehrung in diesem Jahr auch eine Lehrerin – Karin Nagler, die an der Arthur-Becker-Mittelschule in Delitzsch den Mundart-Kurs aufgebaut hat. Nachwuchs für die Freunde Lene Voigts gibt es also. Aber die Sorgen der Gesellschaft werden damit noch nicht gemindert. Denn die Mannschaft um Wolfgang U. Schütte ist völlig eingespannt in die Arbeit an der Lene-Voigt-Biographie. Edelgard Langer hat zwar mittlerweile den Vorsitz des Vereins übernommen. Aber in der Geschäftstätigkeit des Vereins fehlen helfende Hände. Engagierte Menschen, die mitmachen wollen, sind also auch hier gesucht und gern gesehen.

Denn jetzt, wo die Preise verteilt sind, geht es natürlich auch wieder an die Vorbereitung der nächsten Wettbewerbe. Und die beste Form auszuprobieren, ob man sich in diesem Verein wohl fühlt, ist natürlich ein eigener Auftritt beim Wettbewerb um die Gaffeeganne. Da kann man ja rechtzeitig mit Üben anfangen – Texte, die sich anbieten, gibt es mittlerweile in Hülle und Fülle.

Zum Beispiel den „Schtrassenbahnhof Lindenau“, der 2011 so aktuell ist wie vor 80 Jahren. Nur die Wagentypen haben sich verändert.

„Ei verbibbsch“, so seifzt ’ne Viere,
„Meine arme Hinterdiere
Gam bis jetzt noch nich zur Ruh‘!
Egal flooch die uff un zu.“

www.lene-voigt-gesellschaft.de


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