Eröffnungsfeier in Etappen: Im Stadtgeschichtlichen Museum gibt’s endlich „Moderne Zeiten“

Seit 1998 träumt Dr. Volker Rodekamp von diesem 11. Dezember 2011. Oft tat er's unruhig, dann und wann schien das Ganze greifbar zu werden. Als am Freitag, 9. Dezember, die Journalisten in die neue Ausstellung durften zum Vorsondieren, sahen sie ein fast vollendetes Werk. Am Sonntag, 11. Dezember, um 12 Uhr wird "Moderne Zeiten" eröffnet.
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So lautete seit spätestens 2007 der Arbeitstitel für das, was künftig im Obergeschoss des Alten Rathauses zu sehen sein wird. Damals veröffentlichte das Stadtgeschichtliche Museum seine Konzeption für diesen zweiten Teil der ständigen Ausstellung im Alten Rathaus. Der erste Teil ist im ersten Obergeschoss zu sehen und umfasst die Geschichte von den ersten steinzeitlichen Funden im Leipziger Raum bis zur Völkerschlacht 1813.

Was danach geschah, war punktuell in verschiedenen Einzelausstellungen zu sehen. Aber nicht nur Besucher des Alten Rathauses fragt verwundert, wo nun ausgerechnet die letzten beiden Jahrhunderte hin verschwunden sind. Die wichtigsten. Denn erst im 19. Jahrhundert wurde Leipzig zu der Großstadt, die sie heute – zumindest in Teilen – noch oder wieder ist. Hier liegen die Wurzeln der wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen.Nur war auch – seit die Konzeption für den neuen Ausstellungsteil diskutiert wurde – immer auch die Frage: Wie zeigt man das? „Ich habe all meinen Kollegen in befreundeten Institutionen immer wieder erzählt, dass wir hier in Leipzig eine Ausstellung machen werden, die es so in einem Stadtmuseum anderswo noch nicht zu sehen gab“, erzählt Rodekamp. Das Schreiben eines Drehbuches für die 200 Jahre war noch einfach – man hat die Ausstellungsstücke, man hat die Jahre, denen man sie zuordnen muss, man hat auch eindrucksvolles Bildmaterial – seit 1909 auch noch in bewegter Form als Film.

Aber wie zeigt man das, wenn man selbst was lernen und die Besucher nicht mit drögen Bilderklärungen langweilen will? Wenn man Geschichte als Prozess zeigen will und als etwas, was auch den Zeitgenossen umtreibt?Man holte sich wieder professionelle Hilfe aus den Niederlanden – aus dem Studio Kernland in Maastricht, mit dem man schon bei der eindrucksvollen Ausstellung „Funde, die es nicht geben dürfte“ zusammengearbeitet hat. Janicke Kernland war dann auch entsprechend überrascht, als sie das Drehbuch zu sehen bekam und die Fülle von 3.000 möglichen Ausstellungsstücken. Das wären dann auch so ungefähr 3.000 zu erzählende Geschichten gewesen. Da musste aussortiert werden. Rund 1.400 blieben übrig.

„Alles Stücke, die ganz allein eine Geschichte erzählen können“, sagt Rodekamp.

Übrig blieb auch der 80 Meter lange Raum, der Janicke Kernland beeindruckte, als sie ihn erstmals in saniertem Zustand sah. Den wollte sie nicht einkasteln. Der Besucher sieht es, wenn er den Treppenturm ins 2. Obergeschoss hinaufgestapft ist. Schon dort empfangen ihn an den Wänden riesige Buchstaben: „Moderne Zeiten“. Charlie Chaplin hätte sich gefreut. Und wäre wohl begeistert gewesen, dass diese „Krauts“ es fertig bringen, sich derart kritisch mit ihrer eigenen Geschichte auseinander zu setzen. Janicke Kernland jedenfalls hat sich darüber mehrfach gewundert. Und findet’s gut.“Diese Ausstellung soll auch ein Beitrag zur Demokratie sein“, sagt Rodekamp. Gerade, weil in dieser Schau Positionen und Personen gezeigt werden – gegensätzliche und unvereinbare. Dafür steht schon der Beginn dieser 200 Jahre. Denn nach der so gern besungenen Völkerschlacht kam in Deutschland die Restauration zum Zug, manchmal gern als Biedermeier verklärt. Hier ging es um den Widerstreit von nicht eingelösten Verfassungsversprechen, von zurückgenommener Presse- und Versammlungsfreiheit, von liberalen Forderungen und staatlicher Bevormundung. Ein gewaltiger Verhandlungstisch empfängt den Besucher, wenn er den langen Gang bis zu seinem eigentlichen Anfang am nördlichen Ende gegangen ist. Ein Tisch, der das Geschachere beim Wiener Kongress assoziiert und die kleinfürstliche Politik der Jahre bis 1848, bis auch diese erste bürgerliche Revolution in Deutschland abgewürgt wurde.

Leipzig, seit 1839 mit der ersten Ferneisenbahn versehen, natürlich mitten drin. Auch das fällt auf, wie diese Stadt mit ihrem wirtschaftlichen Erblühen mitten hinein geriet in die wichtigen Umbrüche des 19. Jahrhunderts. Und während die lange Zeitlinie im 80-Meter-Gang so etwas wie Kontinuität vortäuscht, zeigen die Kabinette, die davon abzweigen, die großen Verwerfungen.
Es sind diese Umbrüche, die die Geschichte aus ihrem Trott jagten. Jahrzehntelang fließt alles seinen ruhigen Gang, wie es scheint, nichts scheint den Ablauf der Ereignisse zu stören – und dann ballt sich auf einmal alles in einem halben Jahr. Und danach ist nichts mehr, wie es vorher war.

„Das ist die Geschichte, auf deren Grund wir stehen“, sagt Rodekamp. Er könnte einen ganzen Vortrag dazu halten. Und wird ihn irgendwann gewiss auch halten. Denn „Moderne Zeiten“ soll interaktiv werden. Auf jede Weise.

Die großen Umbrüche sind in den „Kabinetten“ sichtbar, die vom Gang abzweigen. Sie sind die Bruchzonen zwischen den Zeitaltern, die anfangs scheinbar geruhsam ihr Leben entfalten – wie eben die Restauration nach dem Wiener Kongress und den Karlsbader Beschlüssen. Und dann jagt das Doppeljahr 1848/1849 die ganze unfertige Nation in den Galopp – und der bekannteste Leipziger Revolutionär, Robert Blum, wird in Wien erschossen.
Danach kommt zwar die Industrialisierung in Schwung, Carl Heine modelt den Leipziger Westen um – aber politisch scheint wieder alles in bürgerlich geruhsamem Fluss. Bis es 1871 Bismarck ist, der das Land in die nächste Runde peitscht – und in die nächsten als „golden“ empfundenen 43 Jahre. Bis Bismarcks Nachfolger 1914 nichts Dümmeres zu tun haben, als einen Krieg zu entfesseln, der den ganzen Kontinent ins Chaos stürzt. Nach Ansicht einiger Historiker bis 1945.

Die Ausstellung bietet trotzdem die klassischen Etappen „Weimarer Republik“ und „Nationalsozialismus und Krieg“ als eigene Kabinette – die Weimarer Zeit mit vielen schiefen Ebenen – eine Zeit im Taumel und im Widerstreit mit sich selbst. Wer weitergeht, gerät in die dunkelste Leipziger Epoche. Logisch, dass Schwarz hier die Grundfarbe ist und dass man sich tiefer über die Vitrinen beugen muss, um zu sehen, was von dieser Zeit noch zeugt. Nicht ausgespart das Buch der Opfer dieses Regimes und auch nicht der durchaus bunte Widerstand.
Die nächsten Brüche heißen logischerweise 1945 und 1949. Das Kapitel DDR bis 1989 sparen sich viele Stadtmuseen noch aus. In Leipzig wird es gezeigt. Denn natürlich hat der Herbst 1989 einen Vorlauf. „Mancher sieht in der Sprengung der Paulinerkirche 1968 den Keim für den Herbst 89“, sagt Rodekamp. Und hat in gewisser Weise wohl recht.

Interpretationen ergänzen einander manchmal. Denn der Besucher, der im 19. Jahrhundert die Entstehung der demokratischen, liberalen und sozialdemokratischen Strömungen in Leipzig gesehen hat, der hat so ein Gefühl für den nie wirklich erloschenen Widerspruchs-Geist in dieser Stadt.

„Noch 49 Stunden bis zur Eröffnung“, sagte Rodekamp den kurzfristig in die Baustelle eingeladenen Journalisten. Sie durften den Handwerkern zusehen beim Schrauben, Einpassen, Verknüpfen und Einsortieren. Am Freitag wurde tatsächlich noch emsig an der Ausstellung gebaut.
Und auch am Sonntag wird nicht alles fertig sein, wenn um 12 Uhr die ersten 570 Eröffnungsgäste ins Haus dürfen. „Wir mussten die Eröffnung sogar zweiteilen“, sagt Rodekamp. Um 15 Uhr gibt es eine zweite Runde mit 320 gemeldeten Gästen. Sie werden – wie die Journalisten – durch einen dunklen „Zeittunnel“ den Raum betreten, in dem sie elektronische Stimmen aus der Geschichte darauf einstimmen, dass sie jetzt auf Zeitreise gehen. Sie werden noch nicht die komplette Schau zu sehen bekommen. Von den vier Themenkabinetten werden nur die zur Buchstadt und zur Sportstadt fertig sein. An der „Messestadt“ wird noch in den nächsten Monaten gebaut. Für die Ausgestaltung des Kabinetts „Musikstadt“ fehlt noch die Finanzierung. Aber im Frühjahr, so ist sich Rodekamp sicher, hat man auch das geschafft.

„Dann werden wir die Öffentlichkeit zu einer zweiten Eröffnung einladen“, sagt er.

Der 11. Dezember aber war wichtig. Denn am 11. Dezember 1911 eröffnete im Alten Rathaus auch die erste Dauerausstellung zur Stadtgeschichte. Man hat also auch eine eigene Geschichte, die zum Erzählten dazu gehört – genauso wie die notwendige Förderung von außerhalb, ohne die das Museum gar nicht das Geld gehabt hätte, um die neue Ausstellung auf die Füße zu stellen. Allein 300.000 Euro kamen von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, die das interaktive Projekt spannend fand.

Wer durch die Kabinette schlendert, kann allerorten Bildschirme bedienen oder – teilweise auf großer Leinwand – Filme aus den letzten 100 Jahren sehen. Es sind rund 100 Medienstationen eingebaut und etwa 8 Stunden historisches Filmmaterial werden gezeigt. Als Finale dann noch ein dreiminütiger Clip, aufgenommen im Herbst 2010 am Augustusplatz, in dem 24 Stunden auf Schnelldurchlauf geschaltet sind. „Bei einem einzigen Rundgang“, so Rodekamp, „ist gar nicht alles zu entdecken, was es zu sehen gibt.“

Besichtigt werden kann der neue Ausstellungsteil am Dienstag, 13. Dezember. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr. Am 24. und 31. Dezember geschlossen.

www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de


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