Neueröffnung der Leipziger Kongresshalle: Vereinsvorsitzende sieht „Schmerzhafte Stilbrüche in wunderschönem Ambiente“

Gudrun Neumann ist die Vorsitzende des Vereins "Kongreßhalle Leipzig e.V.". Anlässlich der teilweisen Neueröffnung des historischen Leipziger Gesellschaftshauses am Donnerstag, 1. Dezember, war für sie Anwesenheit natürlich Pflicht. Doch die Freude der Vereinsmitglieder wurde durch den einen oder anderen Stilbruch hinsichtlich der Innengestaltung leicht getrübt.
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Aber zuerst war da einmal die Freude über die Wiedereröffnung dieses Leipziger Kleinods. Gudrun Neumann: „Als wir am 9. September 2001 unser Spruchband ‚Leipzig kommt! Bitte vergesst mich nicht!‘ an der Kongresshalle über der Besucherterrasse anbrachten, wo es ein Jahr gehangen hatte, wagten wir in unseren kühnsten Träumen nicht daran zu denken, dass zehn Jahre später der Abschluss des ersten Bauabschnittes gefeiert wird.“Entsprechend groß war die Freude bei den Mitgliedern des Vereins. Besonders der Bachsaal hatte es der Vorsitzenden angetan: „Ich bin überwältigt von der Schönheit des Raumes, den Malermeister Heindorf mit seinen Mitarbeitern nach den alten Vorlagen im neobarocken Stil so liebevoll hingezaubert hat. Ganz im Sinne unseres Projektes Bachsaal, das wir 2005 erarbeitet hatten. Jetzt gilt es, und dafür setzen wir uns als Verein ein, auch das Interieur diesem Baustil anzupassen.“Aber wie das so ist, selbst in den süßesten Wein fällt gelegentlich der eine oder andere Wermutstropfen. So auch bei der feierlichen Eröffnung. Jedenfalls nach Meinung der Vorsitzenden, die mit geübtem Auge feststellte, dass nicht alles so war, wie man es sich vorgestellt hatte.

Da wäre zum einen die Beleuchtung, die, so die Vorsitzende, nicht wirklich passend sei: „Als ich die neuen Lampen zum ersten Mal sah, war ich richtig erschrocken. Ich persönlich verstehe die Leuchten als schmerzhaften Stilbruch und bin ganz unglücklich. Für unsere Begriffe zerstören diese neuen, riesigen Leuchter in Form und Größe die wunderschöne Deckenansicht mit den vier Porträts, somit das wunderschöne Ambiente. Wir gehen aber davon aus, dass diese Beleuchtung eine Zwischenlösung darstellt. Die Lampen und Wandleuchten können problemlos in anderen Räumen des Hauses eingesetzt werden, so dass der Bachsaal seine dem Stil entsprechende Beleuchtung zeitnah zurückerhält.“

Der zweite Wermutstropfen: Die wirklich wuchtig und aufdringlich wirkenden schwarzen Boxen zu beiden Seiten der Bühne des Bachsaals. Gudrun Neumann dazu: „Die Akustik in diesem Raum ist so gut, dass man ohne Lautsprecher arbeiten kann. Einfach wunderbar! Leider sind für unsere Begriffe die Lautsprecher überdimensioniert. Wir haben als Verein kund getan, das wir uns einen Tausch gegen kleinere, farblich der Wand angepasste Lautsprecher wünschen, um den wunderschönen Eindruck des Raumes nicht zu zerstören. Diese Meinung hörten wir von vielen Besuchern. Wenn dann erst die obligatorischen roten Samtvorhänge wieder hängen, die erst für den zweiten Bauabschnitt geplant sind, haben wir das alte Flair zurück, das das Bachsaal-Ambiente entscheidend aufwertet.“

Und wenn dann erstmal alles so ist, wie man sich das im ambitionierten Verein vorstellt, dann ist sich Gudrun Neumann sicher, dass: „…wir uns über die Auslastung der Kongresshalle keine Sorgen machen müssen. Unzählige Anfragen erreichten uns aus Nah und Fern und warten auf ihre Einordnung. Bald wird die Kongresshalle wieder zu den kulturellen Mittelpunkten der Stadt gehören.“


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