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50 Jahre Städtepartnerschaft Leipzig-Bologna: Der Westflügel wird zur „Casa Italiana“

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    Eigentlich würde man die Städtepartnerschaften einer Stadt wie Leipzig gleich auf der Startseite des Stadtportals suchen. Aber beim Leipziger Stadtportal findet man sie erst im Bereich Wirtschaft unter "Leipzig international". Was auch eine Aussage ist: Die Messestadt Leipzig definiert ihre Städtepartnerschaften als Wirtschaftspartnerschaften.

    Bologna ist wie Leipzig Messestadt, hat ein paar weniger Einwohner, 380.000. Aber es beherbergt auch die älteste Universität Europas: 1119 gegründet, meint die zugehörige Website der Stadt Leipzig, 1088 sagt Wikipedia. 1088 sagt auch die Website der Universität Bologna, die nicht nur wesentlich älter ist als die Leipziger Universität (1409), sondern auch deutlich größer: 80.000 Studenten zählt Europas älteste Universität. Bologna ist also eine echte Universitätsstadt. Einer ihrer Titel lautet deswegen auch „La dotta“, die Gelehrte.

    Bis heute übrigens. Denn nach Bologna ist ja nicht ohne Grund auch die jüngere Reform des europäischen Hochschulwesens benannt: der Bologna-Prozess. 1999 wurde in Bologna die Erklärung zum Bologna-Prozess verabschiedet. Wie die Italiener damit umgehen, erfährt man hierzulande ja nicht. Dass die deutschen Administrationen damit so stur und bürokratisch umgehen, wie man es von deutschen Behörden erwarten konnte, zeigt mittlerweile seine Folgen. Zu denen auch völlig überlastetes Lehrpersonal und ein ausuferndes Prüfungswesen mit der zunehmenden Verschulung vieler Fächer gehören. Man redet zwar gern von Evaluation – aber wirklich ernst meint man auch das nicht. Ausbaden müssen es die Studierenden.

    Leipzig und Bologna verbindet nun eine 50-jährige Städtepartnerschaft. Sie ist unter den 14 Leipziger Städtepartnerschaften die zweitälteste und wurde 1997 erneuert. Älter ist nur die Städtepartnerschaft mit Kiew aus dem Jahr 1961.

    Und dass die Beziehung zu Bologna 1997 erneuert werden musste, zeigt, dass man auch in Leipzig Städtepartnerschaften einschlafen ließ, wenn sie politisch nicht mehr so opportun waren. Oder der Wille fehlte, sie mit Leben zu erfüllen. Denn in DDR-Zeiten waren Städtepartnerschaften eine politische Amtsbeziehung. Erst nach 1990 wurden jene Vereine und Initiativen gegründet, die heute – mal mehr, mal weniger – die Arbeit für eine gelebte Städtepartnerschaft leisten. In Leipzig ist das für Bologna vor allem die Deutsch-Italienische Gesellschaft.

    Seit 2007 besteht unter Federführung der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig und der Italienischen Handelskammer für Deutschland ein Kreis von Italien-Akteuren. Er hat bereits zwölf Abende zu verschiedenen Wirtschaftsthemen organisiert. Folgerichtig nimmt die wirtschaftliche Zusammenarbeit auch im Jubiläumsjahr 2012 großen Raum ein.

    Um die Städtepartnerschaft auch öffentlich erlebbar zu machen, planen mehrere Projektpartner gemeinsam mit dem Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig vielfältige Angebote mit Bologna-Bezug. Insbesondere in der ersten Juniwoche finden einige interessante Veranstaltungen statt, von „Casa Italiana“ im Westflügel über die deutsch-italienische Orchesterakademie „b@ch für uns!“ im Rahmen des Bachfestes bis hin zu Dokumentarfilmen aus der Emilia Romagna in den Passage-Kinos.

    Und wer es gemütlicher haben will, der kann die Woche ja nutzen, um sich einmal wieder der italienischen Küche zu widmen. Und Bologna ist der Herkunftsort einiger Spezialitäten, die praktisch jeder kennt – angefangen von der Mortadella über die Tortellini bis zur Lasagne Bolognese. Die Spaghetti Bolognese kamen eher auf einem Umweg zu ihrem Namen. Das hat mit der Zutat Sugo Bolognese zu tun, der Soße aus Hackfleisch und Tomaten, die in Bologna auch kurz ragù genannt wird.Zentrum der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Bologna und Leipzig wird der Westflügel (Hähnelstraße 27) am Dienstag, 5. Juni, ab 20 Uhr mit Musik von Saluti Da Saturno, Fotografien von Mimmo Jodice und kulinarischen Angeboten aus Bologna in die „Casa Italiana“.

    Saluti Da Saturno hat sich der Folk-Pop Musik verschrieben. Für ihre Songs lassen sie sich von den melancholischen Seiten des Lebens inspirieren. Großen Wert legen die Bandleader Mirco Mariani, Marcello Monduzzi und Bruno Orioli auf die Texte ihrer Songs. 2010 nahmen sie ihr erstes Album – Parlare con Anna – auf, ihr zweites Album – Valdazze – erschien im Januar 2012.

    Der 1934 geborene Mimmo Jodice gilt als einer der größten italienischen Avantgardefotografen. Bis in die 1980er Jahre war er Vorreiter einer Kulturdebatte, die der italienischen Fotografie zum internationalen Durchbruch verhalf. Unter dem Titel „Kunststadt Bologna“ zeigen die Fotografien von Mimmo Jodice eine surreal anmutende Vision der sommerlich heißen und ausnahmsweise menschenleeren Hauptstadt der Emilia-Romagna. Höfe, Treppen, Innenansichten von Kirchen und Palazzi wagen den Dialog mit dem unverwechselbaren Charme des Westflügels. Nach der Eröffnung der Ausstellung am 5. Juni ist die Schau vom 8. bis 10 Juni, geöffnet jeweils ab eine Stunde vor Vorstellungsbeginn, im Westflügel zu sehen.

    Weitere Veranstaltungen und Termine:

    6. Juni, 19 Uhr: Vernissage zur Ausstellung „Königsberg“ in der salve art gallery (Barthels Hof, Markt 8). – „Königsberg“ – die Stadt aus den Büchern. Die italienische Künstlerin Lucia Lamberti (Salerno und Bologna) malt das „alte“ Europa. Die Ausstellung umfasst ca. 30 Gemälde und Aquarelle nach historischen Bildern und Postkarten des „alten“ Königsberg.

    7. Juni, 21 Uhr, Markt: Im Rahmen von BACHmosphäre vereint die Orchesterakademie »b@ch für uns!« erstmals Mitglieder des Jugendsinfonieorchesters der Musikschule Leipzig „Johann Sebastian Bach“ und des Orchesters des Conservatorio di Musica „Giovan Battista Martini“ zu einem Klangkörper. Der international renommierte Dirigent David Stern leitet das Konzert „Bach on air“: es gibt barocke Werke von J. S. Bach, seinen Söhnen Carl Philipp Emanuel und Johann Christoph sowie von Benedetto Marcello u. a. Die Einstudierung leisten Ron-Dirk Entleutner und Alberto Caprioli.

    8. Juni, 16 Uhr, Allee Center Leipzig (Ludwigsburger Straße 9, Rotunde). – Das Grünauer Tanz- und Musikfest „Junifreunde“ setzt in jedem Jahr auch internationale Akzente. Anlässlich des Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Bologna werden Schülerinnen und Schüler der Musikschule „Cemi di Bologna“ gemeinsam mit jungen Musikerinnen und Musikern der Leipziger Musikschule „Johann Sebastian Bach“ mitten im Herzen des Stadtteils in der Rotunde des Allee Center Leipzig auftreten. Der Juni steckt voller kultureller Ideen – lassen Sie sich inspirieren und begeistern. Sind Sie dabei?

    9. Juni, 15 Uhr, Peterskirche (Schletterplatz). – Die Orchesterakademie „b@ch für uns!“ vereint erstmals junge begabte Musiker aus dem Jugendsinfonieorchester der Musikschule Leipzig „Johann Sebastian Bach“ und dem Orchester des Conservatorio di Musica »Giovan Battista Martini«. Unter der Leitung des international renommierten Dirigenten David Stern interpretieren die Nachwuchsmusiker barocke Werke von Johann Sebastian Bach, seinen Söhnen Carl Philipp Emanuel und Johann Christoph sowie von Benedetto Marcello u. a. Die Einstudierung leisten Ron-Dirk Entleutner und Alberto Caprioli. – Eintritt: 15 Euro / ermäßigt 10 Euro, Schüler der Musikschule Leipzig: 1 Euro.

    9. Juni, 19 Uhr, Passage Kinos Leipzig. Hier gibt es einen ganzen Abend lang Dokumentarfilme aus der Emilia Romagna. Programm hier: www.passage-kinos.de

    Stadt Leipzig zur Städtepartnerschaft: www.leipzig.de/international

    Die Deutsch-Italienische Gesellschaft: www.digleipzig.de

    Die Stadt Bologna: www.comune.bologna.it

    Die Universität Bologna: www.unibo.it

    www.westfluegel.de

    www.salutidasaturno.it

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