Transgender

Mann, Frau? Mensch – Der lange Weg von Rebecca Jäger (Teil 1)

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus der Ausgabe 44Auf den ersten Blick erscheint Rebecca Jäger wie eine gewöhnliche Frau mittleren Lebensalters. Die 52-Jährige trägt bei unserer ersten Begegnung eine trendige Jeansjacke, ein dunkelblaues Sommerkleid mit Blümchenmuster, schwarze Leggins und Sandalen. Unter dem Kleid sind Brüste zu erkennen, ihre Zehennägel hat die 52-Jährige schwarz (nachtblau) lackiert. Im Gesicht ist die Journalistin dezent geschminkt, am linken Mittelfinger trägt sie einen breiten Ring, in den Ohren glitzern silberne Ohrstecker, an ihrem Hals baumelt ein kleiner Davidstern. Erst bei näherem Hinsehen lässt ihr Gesicht maskuline Züge erkennen. Mit einem schwarzen Kopftuch verdeckt die Connewitzerin lichte Stellen auf dem Haupt.

Jägers Krankengeschichte liest sich wie ein langer Leidensweg. Mehrfach begab sie sich in psychologische Behandlung. Noch immer nimmt Jäger Medikamente. Turbulent verlief auch ihr Beziehungsleben bisher. „Ich war zwei Mal verheiratet“, erzählt Jäger. Aus einer Ehe ging eine Tochter hervor. Erst spät, mit 44 Jahren, erkannte sie, sich innerlich mehr als Frau denn als Mann zu führen. „Dass manche Transfrauen erst im fortgeschrittenen Lebensalter ihr Coming-Out haben, kommt gar nicht so selten vor“, berichtet Kurt Seikowski. Der habilitierte Psychologe forscht seit Mitte der 80er Jahre an der Uni Leipzig zu Geschlechtsidentitätsstörungen. „Manche Mann-zu-Frau-Patienten verdrängen in der Pubertät ihre Transsexualität, gründen Familien, bekommen Kinder.“

Häufig spiele dabei die Scham eine Rolle, als äußerlich erkennbarer Mann in der Öffentlichkeit in Frauenkleidern herumzulaufen.

Jägers entscheidender Schritt

Medizinische Maßnahmen zur Geschlechtsangleichung sind erst möglich, wenn sich der Betroffene über einen längeren Zeitraum im neuen Geschlecht ausprobiert hat. Verläuft der sogenannte „Alltagstest“ positiv, verschreibt ein Arzt dem Patienten typischerweise eine Hormontherapie. Die Verordnung setzt in aller Regel das positive Gutachten eines Psychologen oder Psychiaters voraus. Rebecca Jäger nimmt seit eineinhalb Jahren täglich weibliche Hormone ein. Und wird die Therapie bis an ihr Lebensende fortsetzen müssen. Als nächste Schritte plant die Leipzigerin eine Gesichtshaarepilation und eine geschlechtsangleichende Operation.

Jäger hat sich deshalb 15.000 Euro vom Munde abgespart, um den Eingriff bei einem renommierten Chirurgen in Thailand vornehmen zu lassen. „Ich habe auf vieles in den letzten Monaten verzichtet“, schildert die Transfrau. Je länger man mit ihr über den Umwandlungsprozess spricht, desto entspannter und glücklicher wirkt Jäger. Freilich ist der Wandel des Geschlechts kein einfacher Gang. Das innere Coming-Out, das Sich-eingestehen, im „falschen“ Körper geboren zu sein, fällt vielen Betroffenen schwer. Das Selbstouting gegenüber Familie, Freunden und Kollegen erscheint dagegen als Mammutaufgabe, die viel Überwindung erfordert.

„Als ich das erste Mal als Frau zur Arbeit gegangen bin, hatte ich den Schiss meines Lebens“ erinnert sich die Journalistin eines Leipziger Medienunternehmens. „Ich habe in der (Haupt)Redaktionssitzung meine einstudierten Sätze heruntergerattert. Ich lebe ab jetzt als Frau. Bitte nennt mich Rebecca. Bitte habt Verständnis für meine Situation. Danach habe ich nur noch Knochen auf Holz gehört. Ein überwältigendes Erlebnis.“ Positive Erfahrungen machte Jäger auch in ihrem sozialen Umfeld. Familie und Freunde haben sie längst als Frau akzeptiert.

Vor dem Hintergrund des überschwänglich positiven Feedbacks hielt Jäger die offizielle Änderung von Vornamen und Personenstand für das, was es eigentlich sein sollte: Eine Formalie. Der zuständige Leipziger Amtsrichter ist offensichtlich anderer Meinung. Das Transsexuellengesetz bestimmt in Paragraph 4, das Gericht habe den Antragsteller persönlich anzuhören. Und das Gericht dürfe einem Antrag nur stattgeben, nachdem es die Gutachten von zwei Sachverständigen eingeholt hat, die aufgrund ihrer Ausbildung und beruflichen Erfahrung mit den besonderen Problemen des Transsexualismus hinreichend vertraut sind.

Wenn ein Richter den Gutachter wählt…

In Leipzig wandern alle Anträge auf Vornamens- und Personenstandsänderung seit Januar 2016 über den Schreibtisch von Jens Lieckfeldt. Der Familienrichter ordnete im Fall Jäger die Einholung von drei Gutachten an. Man könnte auf den Gedanken kommen, der promovierte Jurist wolle auf Nummer sicher gehen. Für sich genommen schon ein abwegiger Gedanke, ist doch die juristische Anpassung von Vorname und Personenstand an das konträre Geschlecht – im Gegensatz zu den medizinischen Eingriffen – keinesfalls irreversibel. Problematisch ist allerdings, dass Jäger Besserverdienerin ist.

Die studierte Philosophin erhält keine Prozesskostenhilfe, weshalb sie für die gesamten Verfahrenskosten aufzukommen hat. In Mitteldeutschland kostet ein Gutachten im Regelfall zwischen 550 und 700 Euro. Der Sachverständige kassiert 100 Euro je Stunde. Die Preisschwankungen resultieren aus unterschiedlichen Untersuchungsmethoden und der Tatsache, dass kein Fall dem anderen gleicht.

In Jägers Fall hat die dritte Gutachterin – eine Leipziger Psychotherapeutin, die in Fachkreisen bisher kaum durch Arbeiten auf dem Gebiet von Geschlechtsidentitätsstörungen von sich Reden gemacht hat – rund 2.000 Euro veranschlagt.

Trotz zweier positiver Gutachten ist sich das Amtsgericht nicht sicher, ob Rebecca Jäger Mann oder Frau ist. Foto: Martin Schöler

Trotz zweier eindeutiger Gutachten ist sich das Amtsgericht nicht sicher, ob Rebecca Jäger Mann oder Frau ist. Foto: Martin Schöler

Nun ist Rebecca Jäger nicht auf den Kopf gefallen. Die Journalistin hatte sich schon vor Antragstellung eingehend mit dem Verfahren befasst, das auf sie zukommen würde. „Auf meine Nachfrage hin hat mir Richter Lieckfeldt nicht begründet, warum drei Gutachten erforderlich seien. Aber er riet mir, meinen Antrag zurückzunehmen, sollte ich mit der Verfahrensweise nicht einverstanden sein.“ Jäger besucht daraufhin die ersten beiden Gutachter. Beide kommen unabhängig voneinander zu eindeutigen Befunden: „Alles spricht für eine echte Transidentität.“ Einer der Experten fasst ihren langen Leidensweg in zwei Sätzen zusammen. „Die Begutachtende hat ihren Wunsch nach einem Leben als Frau lange zurückgestellt, ihre Identitätsproblematik lange für sich behalten und still gelitten. Sie hat versucht, dem männlichen Rollenbild zu entsprechen – ihr Leiden hat sich in depressiven Phasen und selbstverletzenden Verhalten ausgedrückt.“

Lieckfeldt liegen die Expertisen mittlerweile vor. Trotz eindeutiger Befunde sieht sich der Honorarprofessor ohne das 2.000-Euro-Gutachten zu einer Entscheidung außerstande. In einem Schreiben an Jägers Anwältin bemängelt der Richter die fachliche Qualität der ersten beiden Gutachten. Dazu verweist er auf einen gut 20 Jahre alten Fachaufsatz, dessen Autoren Richtlinien für die Begutachtung Transsexueller aufstellen. Stichpunktartig nennt der Jurist einige Punkte, zu denen sich die beiden Erstgutachten nicht verhalten würden. Hierzu muss man wissen, dass der Gutachterauftrag von dem Richter selbst formuliert wurde. Eine rechtlich vorgeschriebene Methodik, die über die formale Einhaltung wissenschaftlicher Standards hinausreicht, existiert allerdings nicht. „Jeder Gutachter ist in der Entscheidung frei, wie er die Begutachtung durchführt“, bestätigt Seikowski.

Ein Richter ist ein Richter ist ein Richter

Jäger empfindet Lieckfeldts Vorgehensweise als Willkür. Deshalb wandte sie sich Ende Mai mit einem Offenen Brief an Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU). „Diese Art der Verfahrensgestaltung ist seit Inkrafttreten des Transsexuellengesetzes im Jahr 1981 bundesweit einmalig. (…) Ich erlebe diese Verfahrensweise als zutiefst diskriminierend. Die Hürden für eine Personenstands- und Vornamensänderung werden willkürlich erhöht.“ Die Leipzigerin setzt sich darüber hinaus mit Hilfe einer Rechtsanwältin gegen den Richter zur Wehr. So weit das die Rechtsordnung zulässt. Die Möglichkeiten sind begrenzt. Grund ist das hohe verfassungsrechtliche Gut der richterlichen Unabhängigkeit. In der Bundesrepublik unterliegen Richter keiner Dienstaufsicht, insofern Art und Weise der Verfahrensgestaltung betroffen ist.

„Beweisbeschlüsse sind nicht separat anfechtbar“, erläutert Jägers Anwältin Kerstin Will. „Das bedeutet einen herben Einschnitt in die Rechtsstellung des Antragstellers, der dem Tun des Richters an dieser Stelle ausgeliefert ist.“ Die Überprüfung des Beschlusses, in dem Lieckfeldt die drei Gutachter bestellt hat, wäre nur im Rahmen der Beschwerde gegen eine Ablehnung beim Oberlandesgericht möglich. Solange das Amtsgericht keine Entscheidung trifft, sind Will die Hände gebunden. „Wir versuchen gerade, die beiden vorliegenden Gutachten aufgrund der gerichtlichen Kritik nötigenfalls zu ergänzen.“ Das Gericht könnte dann – notfalls über eine Untätigkeitsklage – zu einer Entscheidung gezwungen werden, um den Weg zum Oberlandesgericht zu ebnen. „Alles in allem zeichnet sich hier noch ein längerer gerichtlicher Weg ab“, mutmaßt die Rechtsanwältin.

Erstaunlich ist, dass Fälle wie der von Frau Jäger bisher nur aus Leipzig bekannt sind. „Uns sind seit letztem Sommer 14 solcher Fälle bekannt geworden“, berichtet Alexander Naß. Der Soziologe berät und vernetzt im Auftrag des Vereins „Trans-Inter-Aktiv Mitteldeutschland“ Transpersonen, Selbsthilfegruppen und Therapeuten. Verfahren nach dem Transsexuellengesetz liegen in der Zuständigkeit der Amtsgerichte, an deren Sitz auch ein Landgericht ansässig ist.

Auf Nachfrage bestätigt Naß, ihm sei bisher an keinem zweiten mitteldeutschen Gericht ein Verfahren bekannt geworden, in dem das Gericht schon zu Verfahrensbeginn die Einholung dreier Gutachten verfügt habe. Typischerweise werde ein dritter Sachverständiger nur in Fällen sich widersprechender Erstbegutachtungen herangezogen. Der Berater berichtet von weiteren Auffälligkeiten am Leipziger Amtsgericht. In einem Fall sei ein Erwachsener zur Begutachtung zu einem Kinder- und Jugendpsychiater nach München geschickt worden. In einem anderen Fall habe sich eine Hallenser Psychologin mangels fachlicher Expertise selbst entpflichten lassen. Und in einem dritten Fall habe Lieckfeldt zunächst nur eines der beiden Gutachten beauftragt. „Das kostete den Antragsteller natürlich unnötig Zeit“, beklagt er.

Kurt Seikowski, mithin einer der führenden Experten in der Region, erhält seit Herbst 2016 keine Aufträge mehr von Lieckfeldt. Möglicherweise, weil sich die meisten Antragsteller bei ihm in Behandlung befinden. Seikowskis Name taucht auf einer Liste empfehlenswerter Therapeuten auf, die „Trans-Inter-Aktiv“ im Netz veröffentlicht hat. „Das ist bei der Erstellung psychologischer Gutachten eigentlich kein Hinderungsgrund. Ich sehe darin sogar einen Vorteil“, meint der Privatdozent.

Seikowski weist darauf hin, dass viele Transpersonen auf die möglichst schnelle Änderung von Vornamen und Personenstand angewiesen seien. „Die Patienten stehen oft unter psychischem Druck.“ Schließlich könne es durchaus zu Irritationen kommen, wenn beispielsweise eine Transfrau unter Vorlage eines Ausweises, der einen männlichen Namen aufweist, ein Bankkonto eröffnen möchte.

Mann, Frau? Mensch. Der lange Weg von Rebecca Jäger (Teil 2): Frontalverteidigung am Amtsgericht

Dieser Artikel erschien am 16.06.17 in der aktuellen Ausgabe 44 der LEIPZIGER ZEITUNG. An dieser Stelle zum Nachlesen auch für L-IZ.de-Leser. Dieses und weitere Themen finden sich in der aktuellen LZ-Ausgabe, welche neben den normalen Leipziger Presseshops hier im Szeneverkauf zu kaufen ist.

In eigener Sache: Abo-Sommerauktion & Spendenaktion „Zahl doch, was Du willst“

InterviewsAmtsgerichtDiskriminierungTranssexualität
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Peter Gosse schrieb sich zum 80. ein besonderes Enkel-Erinnerungbuch
Peter Gosse: Pemmikan. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm vergangenen Jahr hat er seinen 80. Geburtstag gefeiert: der Leipziger Dichter Peter Gosse. Und die Gelegenheit hat er gleich genutzt, auch so eine Art Abschiedsbuch für seinen Enkel zu schreiben. Bei Enkel denkt man ja an ein kleines Bürschlein mit Windel und Lätzchen. Aber dieser Enkel ist selbst schon ein gestandener Mann und verträgt augenscheinlich auch eine große Packung Unverblümtheit von seinem Großvater.
Schulstreik fürs Klima: 700 Menschen gehen in Leipzig auf die Straße
Was schmutziges ... Junge Menschen protestieren für ihre Zukunft in Zeiten des Klimawandels vor dem Rathaus Leipzig. Foto: Marco Arenas

Foto: Marco Arenas

Für alle LeserDer „Kohlekompromiss“ mit dem auf spätestens 2038 datierten Ausstieg aus dem Kohleabbau sollte die Gemüter der Umwelt- und Naturschützer eigentlich abkühlen. Doch stattdessen sind sie weiterhin ähnlich stark erhitzt wie das Weltklima. Erneut gingen in Leipzig deshalb mehrere hundert Menschen auf die Straße, um für Maßnahmen gegen den Klimawandel und den sofortigen Kohleausstieg zu demonstrieren. Für Ministerpräsident Michael Kretschmer gabs am Tag der Zeugnisausgabe in Leipzig auch ein paar Schulnoten für seine Kohle-Politik.
Grüner Vorschlag zum Stopp des Flächenfraßes in Sachsen kommt in der Anhörung gut an
Entsiegelt und neu bepflanzt: Leipziger Kompensationsfläche an der Koburger Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Land da draußen ist wertvoll, viel wertvoller, als es meist in Kaufverträgen erscheint, denn die lebendige Rendite, die fruchtbare Ackerflächen, lebendige Wiesen und Wälder über ganze Generationen geben, lässt sich mit einfachen Bodenpreisen nicht berechnen. Und Sachsen hatte eigentlich schon längst den massiven Flächenfraß im Land deutlich senken wollen. Doch noch immer werden wertvolle Böden zubetoniert und asphaltiert. Thema für eine Landtagsanhörung.
Am 16. Februar im Ost-Passage Theater: Aufspüren Jagen Entsorgen – Die Sprache der Neuen Rechten
Aufspüren Jagen Entsorgen © Georg Skowronek

Aufspüren Jagen Entsorgen © Georg Skowronek

Spannende Theaterprojekte werden bekanntlich nicht nur in Leipzig produziert. Um so glücklicher sind wir darüber, dass es uns gelungen ist, eine besondere Produktion aus der sächsischen Hauptstadt nach Leipzig zu lotsen. Am Samstag, den 16.02., gastiert das Dokumentartheaterstück „Aufspüren Jagen Entsorgen“ um 20 Uhr am Ost-Passage Theater.
Die Leipziger haben 17 Jahre mit echten Einkommenseinbußen hinter sich
Entwicklung der realen Haushaltseinkommen in Leipzig nach Haushaltsgröße. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserEs war der finanzpolitische Sprecher der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat, Steffen Wehmann, dem eine Tabelle im jüngsten Sozialreport der Stadt Bauchschmerzen bereitete. Denn da war dann wieder optimistisch aufgemalt, wie schön sich die durchschnittlichen Monatseinkommen der Leipziger Haushalte seit 2005 entwickelt hatten. Das sah toll aus, aber jeder Käufer im Laden weiß, dass die Zuwächse meist von der Inflation aufgefressen werden. Steigende Einnahmen bedeuten nicht unbedingt mehr Kaufkraft.
Wie Personalabbau die Steuerhinterziehung in Sachsen begünstigt
Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist so ein unerschütterliches Misstrauen ins Land geschlichen – nicht gegenüber den so emsigen „Leistungsträgern“, die alle Künste beherrschen, ihre Steuern vor dem Fiskus in Sicherheit zu bringen. Sondern denen gegenüber, die eigentlich nichts haben, um Stütze betteln müssen und gern als „Sozialschmarotzer“ bezeichnet werden. Ein Zustand, der auch in Sachsen zu seltsamen Erscheinungen führt. Denn auch hier sorgt Personalabbau dafür, dass Steuerschlupflöcher noch größer wurden.
Grüne fordern umfassende Messprogramme für Mikroplastik in sächsischen Gewässern
Weiße Elster bei Schkeuditz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm heutigen Donnerstag, 15. Februar, stimmt der Bundesrat über eine Initiative der Länder Hamburg und Thüringen zum brisanten Thema Mikroplastik in Wasser, Böden und Luft ab. Und die sächsischen Grünen appellieren dringend an die Staatsregierung, auch im Sinne Sachsens diesem Antrag zuzustimmen, auch wenn es erst ein kleiner Schritt ist, die Verwendung von Mikroplastik in Kosmetika zu verbieten.
Am 16. Februar im Werk 2: Mono & Nikitaman
Mono & Nikitaman. Quelle: WERK 2 - Kulturfabrik Leipzig e.V.

Quelle: WERK 2 - Kulturfabrik Leipzig e.V.

Das neue Album von Mono & Nikitaman ist am Start und überzeugt mit unfassbarer Energie. Die 13 neuen Songs sind sozialkritisch wie nie zuvor und kommen zugleich mit einer wunderbaren Leichtigkeit daher. Rhythmische Strophen mit Texten voller Tiefe werden abgelöst von hookigen Melodien. Sie bewegen beim Zuhören nicht nur die Gehirnzellen, sondern auch das Tanzbein. Die Bässe sind druckvoll und erlauben kein Stillstehen.
Stadtratsentscheidung zum Elsterbecken
Inselbildung im Elsterbecken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Mittwoch. 13. Februar, diskutierte der Leipziger Stadtrat über den Antrag der Linksfraktion, auch die Herstellung eines Flusslaufs im Elsterbecken zu prüfen. Eine Stadtratsmehrheit stimmte dann gegen den Prüfauftrag. Einige Argumente hatte zuvor Sportbürgermeister Heiko Rosenthal geliefert. Und die stärksten waren: Der Stadtrat selbst hat in den letzten Jahren zwei Mal für die Herrichtung des Elsterbeckens zum Ruderbecken gestimmt. Da dürfte so mancher Stadtrat verblüfft seine Erinnerung bemüht haben? Stand das je auf der Tagesordnung?
Hof-Compositeur Bach: Das Bach-Museum Leipzig entführt in die Klangwelt barocker Fürstenhöfe
Der berühmte Hof-Compositeur Johann Sebastian Bach. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm heutigen Freitag, 15. Februar, eröffnet im Bachmuseum am Thomaskirchhof die Sonderaustellung „Hof-Compositeur Bach“. Sie entführt in jene Welt, die oft zu verschwinden scheint hinter den großen Kirchenkompositionen des Leipziger Thomaskantors, der sich Zeit seines Lebens auch um den Ehren-Titel eines Hof-Komponisten bewarb. Zeitweilig war er ja selbst als Hofkapellmeister angestellt – in Weimar und Köthen. Und auch seine Hof-Musik begeistert bis heute.
Stadträte fragen, Verwaltung antwortet: Amtsblatt, ein gefährlicher Drucker und Wohnungsnotfallhilfe + Video
OB Burkhard Jung am 23. Januar 2019 im Satdtrat Foto: L-IZ.de

Oberbürgermeister Burkhard Jung im Satdtrat. Foto: L-IZ.de

Für alle LeserOberbürgermeister Burkhard Jung hat in der Ratsversammlung am Mittwoch, den 13. Februar, darüber informiert, welche Auswirkungen ein BGH-Urteil aus Sicht der Verwaltung auf das Amtsblatt der Stadt Leipzig hat. Außerdem beschäftigten sich die Anfragen der Fraktionen unter anderem mit einem möglicherweise gefährlichen Drucker, dem Fachplan Wohnungsnotfallhilfe und der Wohnungssuche von Menschen, die Geld vom Jobcenter erhalten.
Braunkohle in Sachsen: Jetzt kommts noch dicker
Da ist mehr drin als nur CO2. Das Kohle-Kraftwerk Lippendorf, bislang Fernwärmeversorger für die Stadt Leipzig. Foto: Luca Kunze

Foto: Luca Kunze

Für alle LeserNoch herrscht Schweigen an der Abraumkante beim Thema Quecksilber und Stickoxid. Doch das könnte am 25. Februar 2019 enden. Denn dann läuft die Widerspruchsfrist für eine verlorene Klage aus, die die Kohlebranche, hier die Branchenverbände Eurocoal und Debriv sowie die Kohleverstromer LEAG, MIBRAG und Eins Energie, 2017 angestrengt hatte. Geklagt hatte sie gegen strengere Grenzwerte der EU für Quecksilber- und Stickoxidemissionen für Großfeueranlagen. Seit Dezember 2018 ist den Klägern bekannt, dass sie vorerst verloren haben, seither schweigen sie. Auch Sachsen war mal wieder mit von der Partie: die Landesregierung unter Michael Kretschmer (CDU) hatte sich im Februar 2018 entschlossen, der Klage beizutreten.
Zahl der Schusswaffen in Sachsen stieg 2018 um fast 16.000
Waffenbesitzer in Sachsen bleiben von Kontrolleuren meist unbehelligt. Montage: L-IZ

Montage: L-IZ

Für alle LeserEs ist eine Minderheit, aber eine, die wächst: Ein kleiner Teil der Sachsen – praktisch eine Kleinstadt groß – legt sich zunehmend Schusswaffen zu. Auch 2018 wuchs die Zahl der Schusswaffenbesitzer weiter. Waren 2017 noch 152.825 Schusswaffen in Sachsen registriert, waren es 2018 bereits 168.404 – also gut zehn Prozent mehr. So ergab es eine neue Antwort des Innenministers auf eine Grünen-Anfrage im Landtag.
Am 31. März Frauenkirche zu Groitzsch: Robert Kluge Vaaanja – Geheime Lieder – Neue Klassik
Robert Kluge Vaaanja. Foto: PR

Foto: PR

#Glück heißt das aktuelle Album des Songpoeten Robert Kluge Vaaanja. Der 1959 geborene Künstler, der auch als Klavierimprovisator, Komponist und Maler unterwegs ist , studierte Klavier und Gesang an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.
Auch in Sachsen wird die Kluft zwischen vielen Armen und wenigen Reichen immer größer
Einkommensverteilung und -entwicklung in Sachsen. Grafik: Freistaat Sachsen, Sozialbericht

Grafik: Freistaat Sachsen, Sozialbericht

Für alle LeserAm Dienstag, 12. Februar, veröffentlichte das Sächsische Sozialministerium seinen Sozialbericht. Und das mit Worten, die der Bericht selbst nicht bestätigt: „Die soziale Lage der Sachsen hat sich zwischen 2005 und 2015 deutlich gebessert. (...) So sind unter anderem das Einkommen und die Lebenserwartung gestiegen. Das Risiko, arm zu werden, ist in Sachsen vergleichsweise gering.“ Dafür bleiben die Armen arm. Und verlieren auch noch Vermögen.