Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #21

Für alle LeserDonald Trump ist der große Bartender politischer Programme und Philosophien. Was einst vereinbart war, gilt für ihn nicht. Er „gebärtet“ sich, wie's ihm beliebt. Mal gibt er den Libertären, der dem Anarcho-Kapitalismus huldigt, dann wieder den autoritär Konservativen, der staatliche Investitionen (und Interventionen!) bedient und an Ideen festhält, die soooo einen Bart haben. Dabei hat er selbst – keinen. Wie überhaupt seit nunmehr 107 Jahren kein amerikanischer Präsident mehr Gesichtsbehaarung trägt.

Der letzte, der sich eine Hecke im Gesicht wachsen ließ, war der schnauzbärtige William Howard Taft, dessen Bröselbesen dafür nicht zu übersehen war. Was den taffen William freilich nicht davor bewahrt hat, weitgehend in Vergessenheit zu geraten. Jedenfalls kennt – zumindest hierzulande – heute kein Mensch mehr William Howard Taft. Die Leute wissen höchstens, was Drei Wetter Taft ist, wobei das gewiss auch William Howard Tafts Bart einbetoniert hätte, allerdings hatte der gute Howard nichts mit Haarspray am Hut. Und am Bart schon gleich gar nicht.

Aber wie dem auch sei, die Geschichte der präsidialen Popelbremsen ist jedenfalls ein Kapitel oder zumindest ein Wikipedia-Eintrag für sich, angefangen bei den glattrasierten Gründungsvätern, über den backenbärtigen John Quincy Adams, der der erste war, der sich trotz seiner Platte mit „Hair Präsident“ anreden lassen konnte, bis hin zu Abraham Lincoln, der sich anno 1860 von einer 11-jährigen Rotzgöre erklären ließ, dass Männer mit Bart bessere Chancen bei den Wählern hätten, woraufhin sich Lincoln ein geradezu abrahamitisches Kinngestrüpp zulegte und ein Jahr später die Wahlen gewann.

Was dazu führte, dass in den darauffolgenden fünfzig Jahren so ziemlich jeder amerikanische Präsident irgendeinen fazialen Flokati mit sich herumtrug. William Howard Taft war der letzte in dieser Reihe, denn seitdem hat es kein Präsident mehr gewagt, dem gemeinen Wahlvolk in Bekleidung eines Gesichtspullovers gegenüberzutreten, sieht man einmal von Harry Truman ab, der im November 1948 nach seiner Wiederwahl zum Präsidenten erst mal Urlaub in Florida machte und sich einen Bart wachsen ließ – zumindest solange, bis seine Frau im Feriendomizil auftauchte und Barty Harry dazu zwang, sich zu rasieren. Womit wir beim eigentlichen Problem wären: den Weibern.

Das mag jetzt ein wenig chauvinistisch klingen, aber erstens schreibe ich diesen Text hier in einer Werkstatt, und an den Wänden hängen genau vier Handwerker-Kalender mit entsprechendem Bildprogramm, und zweitens ist das mit den pogonophobischen Weibern ein Fakt. Zumindest wenn ich den feuilleton-wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Verhältnis von Gesichtsbehaarung und Wählbarkeit von Politikern glauben darf.

Denn obwohl sich die Ergebnisse in diversen Punkten widersprechen, sind sich die Fellfressen-Forscher doch in einem Punkt einig: Männer mit Bart, sagen sie, wirken, als würden sie feministischen Positionen eher ablehnend gegenüberstehen. Was wiederum für viele Politiker ein Grund sein dürfte, sich das Gesicht lieber einmal zu viel als einmal zu wenig freizuhobeln. Denn wer will schon einen Twittersturm ernten, nur weil er ein wenig Bartwuchs gesät hat?!

Andererseits, so richtig überzeugend klingt die Theorie vom antifeministisch wirkenden Bart für mich nicht, denn sonst müsste Donald Trump auf jeden Fall einen tragen. Oder die Sache spielt sich tatsächlich nur im Raum des Imaginären ab und bestimmt von da aus die Realität. Was wiederum nicht ungewöhnlich wäre, schließlich ist das Imaginäre eine der geschichtsmächtigsten Kräfte überhaupt – und auch eine der dauerhaftesten.

Im Umkehrschluss fabulieren die Flokati-Forscher dann auch gern von den Wählern (und Wählerinnen!), die Politiker mit Bart als Sympathisanten der Waffenlobby NRA betrachten und ihnen zutrauen, unschicklich viel Geld fürs Militär auszugeben. Was ebenfalls ein Grund dafür sein könnte, dass so viele Politiker zum Rasierer greifen und in den USA nur 5 % der Kongressmitglieder Bartträger sind.

Die Zahl stammt aus dem Jahr 2015 und wurde in einem Aufsatz publiziert, der den Titel trägt: „Why Beards and Mustaches are rare for modern American Politicians“. Ob die 5 % nur der Männeranteil sind oder – im Sinne der Gleichberechtigung – die Frauen im Kongress in die Bartberechnung mit einbezogen wurden, lässt sich dem Text nicht entnehmen. Möglich ist es allerdings, denn eine andere Berechnung kam zur gleichen Zeit auf 12 % – und da wurden ausschließlich die Männer gezählt. Oder – um es in amerikanischem Säggs’sch zu sagen: Hier warn nur Hairn mit vonn dor Bartie.

Aber im Grunde sind die Zahlen nicht weiter wichtig (und auch die schlechten Wortwitze nicht), denn seit 2015 haben sich die Dinge ein wenig geändert, auch wenn Donald Trump die Tradition präsidialer Rasurfreude fortgesetzt und in seinen mehr als 49.000 Twittereinträgen das Wort „Bart“ noch nicht ein Mal in den Mund genommen hat.

Dafür wächst es um ihn herum. Seine beiden nutzlosen Söhne Donald Jr. und Eric zeigen sich jedenfalls seit einigen Monaten mit einer ziemlichen Matte im ansonsten glattgeleckten Gesicht. Die beiden gehen übrigens auch gern auf die Jagd, mögen die NRA und haben auch nichts dagegen, dass Daddy dem Militär mächtig viele Milliarden zuschaufelt. Insofern könnte an der Wähler-und-Bart-Wahrnehmungstheorie also durchaus was dran sein.

Allerdings sind die beiden keine Politiker. Genauso wenig wie ihr Vater, nur dass der eben ein politisches Amt innehat. Dafür gibt es rund um Donald Trump genug Männer, die sowohl Politiker, als auch – neuerdings – Bartträger sind. Wobei vor allem Vollbärte wieder schwer angesagt sind. Zum Beispiel beim einflussreichen republikanischen Senator Ted Cruz, der seine Wangen freilich schon seit 2018 damit ziert. Oder Gesundheitsminister Alex Azar, der seit einigen Wochen ebenfalls auf ordentlich Gesichtsbehaarung setzt.

Allerdings sind es nicht nur gestandene Politiker, die sich zunehmend zuwuchern lassen. Im Kongress haben jedenfalls gleich vier Neulinge einen Bart mitgebracht: Die Republikaner Dan Crenshaw und Greg Steube und die Demokraten Joe Cunningham und Steven Horsford. Allerdings scheint – trotz der beiden demokratischen Bartträger – die galante Gesichtsbehaarung eher ein Trend bei den Republikanern zu sein. Was auch an den vielen Auslandseinsätzen amerikanischer Soldaten und dem damit verbundenen „Krieg gegen den Terror“ liegen könnte.

Im „New Republic“ haben sie jedenfalls schon letztes Jahr festgestellt, dass die Populärkultur vom Zweiten Weltkrieg bis zum 11. September kaum bärtige amerikanische Helden kannte, nicht zuletzt auch deshalb, weil Gesichtsbehaarung wahlweise mit (kriminellen) Südländern, (feindlichen) Wilden oder (islamischen) Terroristen assoziiert wurde. Aber diese Sichtweise hat sich inzwischen verwachsen, und wer jetzt Filme, Nachrichten oder Fotos anschaut, sieht überall amerikanische Heroen mit fulminanten „Follikel-Farmen“ im Gesicht.

Besonders Spezialkräfte der US-Armee, die unmittelbar im feindlichen (d. h. kriminellen / wilden / islamistischen) Gebiet eingesetzt sind, lassen es wachsen – und dürfen das auch. Nicht nur, weil für sie Sonderregelungen gelten, sondern weil der Mann in manchen Gegenden bloß mit Bart akzeptiert, das heißt als Mann (an)erkannt und als potentieller Verhandlungspartner betrachtet wird. Street credibility made in Afghanistan. Was freilich dazu geführt hat, dass die Taliban ihre Leute irgendwann angewiesen haben, die unrasierten Amerikaner zu meiden, da diese bei der Wahl ihrer „Kommunikationsmittel“ nicht eben zimperlich sind …

Derartigen Wildwuchs finden zwar nicht alle im amerikanischen Vhairteidigungsmnisterium gut, aber inzwischen hat sich im Pentagon hairumgesprochen, dass die alten Rasurbestimmungen nicht nur die Bart-, sondern auch die Personaldecke kürzen. Folglich dürfen es inzwischen auch Muslime und Sikhs in Diensten der US-Armee wachsen lassen. Genau wie jene Soldaten, die irgendwelche nordischen Zottel-Götter anbeten.

Aber auch im amerikanischen Alltag sind Bärte inzwischen wieder en vogue, wobei das lange Zeit wirkmächtige Bild vom bärtigen Mann als potentiellem Waffennarren, Gewalttäter und Frauenfeind durchaus eine nachträgliche „Rechtfertigung“ zu bekommen scheint und sich gewissermaßen post festum realisiert. Denn inzwischen ist das Image vom bärtigen Brutalo, der hinter den Frontlinien agiert und sich im Dienste der (amerikanischen) Freiheit zuwuchern lässt, nicht nur in der Populärkultur angekommen, sondern hat auch in der Realität (Bart-)Wurzeln geschlagen.

Um diese (Selbst)-Bilder-Verschiebung in all ihren Facetten sichtbar zu machen, braucht es jedoch mehr als nur Worte. Dafür sind andere Formen des Ausdrucks notwendig. Und die gibt es – zum Glück: Der Zeichner Nate Powell hat in „About Face“ die militaristischen Ursprünge dieser Männlichkeit zu ebenso grausamen wie grandiosen Bildern verdichtet und dazu (s)eine Geschichte erzählt.

Unter einem zeit-räumlich größeren Blickwinkel lässt es sich vielleicht aber auch so ausdrücken: Was im europäischen Mittelalter die Imitatio Christi war, ist im Amerika des 21. Jahrhunderts zur Imitatio Militiae geworden. Ausgehend von den Eliteeinheiten der Armee, den Afghanistan-Rückkehrern und Veteranen lassen es inzwischen auch die Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen, Polizisten und Wachmänner wachsen, und viele andere tun’s ihnen gleich. Das heißt: sie machen es nach. Die Imitation der Imitation der Imitation …

Kein Wunder, dass in den USA seit einiger Zeit den alten Mythen vom Pioniergeist neues Leben eingehaucht wird. Die „frontier“ verläuft dabei allerdings nicht mehr nur durchs Land und die Köpfe der Leute, sondern ganz konkret durchs Gesicht. Nur dass die Wildheit jetzt zum Ausdruck des Amerikanischen wird.

So gesehen ist es nicht nur eine Ironie der Geschichte, sondern geradezu aBARTig, dass ein ewig Rasierter wie Donald Trump diese Entwicklung mit seiner Politik – halb heimlich, halb unbewusst – nährt.

Alle Auszüge aus dem „Tagebuch eines Hilflosen“.

Direkt zum „Tagebuch eines Hilflosen“.

Der Leipziger OBM-Wahlkampf in Interviews, Analyse und mit Erfurter Begleitmusik

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 24. Januar 2020): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen. Doch eben das ist unser Ziel.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen (zur Abonnentenseite).

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Aufrechterhaltung und den Ausbau unserer Arbeit zu unterstützen.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 350 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Tagebuch eines Hilflosen
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

BSV Schönau: Pachtvertrag am Cottaweg endet – und dann?
Wohin geht's für den BSV Schönau, wenn der Pachtvertrag am Cottaweg endet? Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDer BSV Schönau wird seinen angestammten Sportplatz am Cottaweg verlassen (müssen). Erst hieß es, er würde sich zukünftig einen Sportplatz mit der Spielvereinigung Leipzig teilen. Nach Informationen der LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) sind diese Pläne inzwischen aber vom Tisch. Wie geht es nun weiter? Die LZ hat beim Sportamt der Stadt Leipzig nachgefragt.
Kahler Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule soll mit Containeranbau bebaut werden
Baumfällungen auf dem Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 26. Februar kreischten die Sägen. Der Blick aus den Fenstern des Hauses der Demokratie zeigte Heftiges: Auf dem benachbarten Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule wurde ein Dutzend Bäume gefällt. Einfach so: Linden, Bergahorne, prächtige Bäume. Waren sie krank? Werden derzeit nicht überall im Stadtgebiet Bäume gefällt, weil sie die Rußrindenkrankheit haben oder von Trockenheit geschädigt sind? Die Aufklärung gab es erst eine Woche später. Und die hatte es in sich.
Linke Abgeordnete fordert endlich spürbare Maßnahmen gegen rechtsradikale Kriminalität
Rechtsradikale Brandstifter blieben in Sachsen lange unbehelligt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie offizielle Kriminalitätsstatistik der sächsischen Polizei ist das eine. Meist ist sie nur ein riesiger Berg von Daten, bei denen nicht mal klar ist, wie relevant sie sind. Etwas mehr Klarheit gewinnen die Abgeordneten des Sächsischen Landtages, wenn sie regelmäßig die Straftaten in den Bereichen der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) abfragen. Kerstin Köditz, die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, ist natürlich besonders an rechtsmotivierten Straftaten interessiert.
Corona in Leipzig: Gähnende Leere in Bussen und Bahnen, aber der ÖPNV läuft
Die Dresdner Straße kurz vor der Kurve. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserVor vier Tagen titelte die BILD: „6 Millionen Euro Verluste für die Leipziger Verkehrsbetriebe“. Klar, auch die LVB sind nicht gefeit vor Einbußen durch die derzeitige Situation: Inzwischen gehören nahezu leere Bahnen und Busse zum alltäglichen Stadtbild. Trotzdem läuft der Öffentliche Nahverkehr unermüdlich weiter. Und das wird auch so bleiben, erklärt Marc Backhaus, Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe.
Gewerkschaft warnt davor, das Arbeitszeitgesetz in der Lebensmittelbranche auszuhebeln
Damit der Einkaufskorb nicht leer bleibt: Beschäftigte in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk arbeiten aktuell auf Hochtouren. Foto: NGG

Foto: NGG

Für alle LeserWahrscheinlich braucht es tatsächlich solche einschneidenden Krisen, damit auch die Politik wieder sieht, wer in unserer Gesellschaft tatsächlich systemrelevant ist. Das sind tatsächlich die Menschen in den Berufen, ohne die auch in Ausnahmezeiten nichts läuft. Darunter auch die Beschäftigten in der Lebensmittelproduktion. Sie sorgen für Nachschub im Supermarkt: Die rund 800 Leipzigerinnen und Leipziger, die in der Lebensmittelindustrie arbeiten.
Jahnallee, Ranstädter Steinweg, Connewitzer Kreuz, Innenstadtring: Überall fehlen jetzt Fahrspuren für den Radverkehr
Die freigeräumte Corona-Spur an der Haltestelle Hauptbahnhof. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserEigentlich wäre es ein kluger Schritt gewesen, gerade in Zeiten von Corona ein paar Fahrspuren gerade in Innenstadtnähe für Radfahrer freizuräumen. Aber dazu hat sich Leipzigs Verwaltung noch nicht durchgerungen. Dafür schuf die Stadt jetzt an der Haltestelle Hauptbahnhof Platz für die an Bahnsteig 1 wartenden Fahrgäste. Dafür wurde tatsächlich eine ganze Fahrspur zur Verfügung gestellt. Das freut den Leipziger Ökolöwen – ein bisschen.
Sachsens aufgeblasene Statistik zur politisch motivierten Kriminalität
Entwicklung der politisch motoivierten Kriminalität aus Sicht der sächsischen Polizei. Grafik: SMI

Grafik: SMI

Für alle Leser„Die Zahl der Straftaten im Freistaat Sachsen ist im Jahr 2019 erneut gesunken“, meldete das Sächsische Innenministerium am 26. März und staunte geradezu, wie in fast allen Deliktbereichen die Zahlen geschrumpft waren, ohne dass Innenminister Roland Wöller erklären konnte, warum das so war. Aber ein Themenfeld fand er dann doch noch irgendwie bemerkenswert: die „politisch motivierte Kriminalität“.
Barfuß vor Penelope: Mit offenen Augen und unersättlicher Liebe zum Überfluss der Welt
Volker Sielaff: Barfuß vor Penelope. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Dichter, die tun so, als wären sie nicht von dieser Welt. Und es gibt jene, denen nichts wichtiger ist, als über diese Welt zu schreiben, ihr eigenes Dasein mittendrin, ihr Ausgesetzt- und Ausgeliefertsein. Die gar nicht anders können, als stets betroffen und gemeint zu sein von allem, was ihnen zustößt. Der Dresdner Autor Volker Sielaff ist so einer. Und wer hinter dem Penelope-Titel fein sortierte antike Verse erwartet, wird eines Besseren belehrt. Sofort. Mit einer zehnseitigen Liebeserklärung.
Mittwoch, der 1. April 2020: Zahlen zur rechten Gewalt in Sachsen
Kerstin Köditz (Linke). Foto: DiG/trialon

Foto: DiG/trialon

Für alle LeserDie Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz und die Opferberatungsstelle RAA haben heute jeweils ihre Zahlen zu rechter Gewalt im vergangenen Jahr vorgestellt. Die positive Nachricht ist, dass es zumindest keinen Anstieg gab. Außerdem gibt es nun mehr Platz für ÖPNV-Fahrgäste am Bahnhof und die Klimabewegung kämpft für Geflüchtete auf den griechischen Inseln. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 1. April 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
SFV-Präsident Hermann Winkler: „Die Attraktivität des Spielbetriebs aufrechterhalten.“
Hermann Winkler - Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV). Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDas Fußballmagazin Kicker schlägt Alarm. Unter der Schlagzeile „Deutschland verliert 3.450 Nachwuchsteams in einem Jahr!“ wird ein dramatischer Rückgang der Anzahl junger Fußballerinnen und Fußballer beschrieben. Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) nahm dies zum Anlass, beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) nachzufragen, wie sich die Situation im Freistaat darstellt. Ein Interview mit SFV-Präsident Hermann Winkler.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #25
Die Corona-Krise beschleunigt das Sterben der Lokalzeitungen in den USA. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserDer Teufel scheißt auf den größten Haufen, auch wenn es ein Haufen Viren ist. Scheißegal. Der Teufel sagt sich: Geschäft ist Geschäft – und legt los. In diesem Fall plumpsen die Goldtaler, die aus der Berichterstattung über die Coronakrise entspringen, auf Google, Facebook und die großen Medienhäuser darnieder, derweil Lokalzeitungen nur ein paar Spritzer abkriegen.
Was die Corona-Krise die Leipziger Messe kosten wird, ist noch lange nicht bezifferbar
Glashalle der Neuen Messe mit Planschbecken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas wirkt jetzt schon fast wie eine Geschichte aus dem letzten Jahr, obwohl es erst am 3. März passiert ist: Da sagte die Leipziger Messegesellschaft nach langen und heftigen Diskussionen die Buchmesse ab und sorgte damit sofort für ein Erdbeben bei Verlagen und Autor/-innen. Denn viele von ihnen bekamen sofort wirtschaftliche Probleme. Da war noch gar nicht absehbar, dass bald eine ganze Wirtschaft in den Stillstands-Modus geschickt werden würde. Damals stellte die Linksfraktion ein paar nur zu berechtigte Fragen.
Was sind triftige Gründe, um das Haus verlassen zu dürfen?
Alle schön verteilt am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKennt Ihr dieses alte Kinderspiel, das manche für rassistisch halten? Wen die Diskussion darüber, ob es das tatsächlich ist, interessiert, dem empfehle ich folgende Internet-Seite: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann: Herkunft & Alternativen“ auf Giga.de.
Der NABU Sachsen kritisiert die Enthaltung des Freistaats bei der Abstimmung zur Düngeverordnung im Bundesrat
Acker bis zum Horizont – und ein paar Gänse. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserWenn sich Regierungskoalitionen nicht auf ein einheitliches Abstimmungsverhalten im Bundesrat einigen können, dann enthält sich der jeweilige Minister in der Abstimmung des Bundesrates in der Regel. So geschehen auch am Freitag, 27. März, als sich Sachsen bei der Abstimmung zur neuen Düngeverordnung im Bundesrat enthielt. Obwohl Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) eigentlich für eine strengere Verordnung ist.
März-Arbeitslosenzahlen sind eine Momentaufnahme genau zum Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkungen
Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in SGB II und SGB III. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserSeit zwei Wochen steckt zwar auch Sachsen im Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie. Aber das bildet sich noch nicht in den Arbeitsmarktzahlen für Ende März ab. Der Grund ist simpel: Der Stichtag der Statistik liegt in der Monatsmitte, in diesem Fall also am 12. März. Deshalb werden die Auswirkungen der Corona-Krise in den Märzzahlen noch nicht sichtbar, teilt die Arbeitsagentur Leipzig mit.