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Der Tag: Gesundheitsämter dürfen ab 12. März Großveranstaltungen absagen

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    Das sächsische Sozialministerium hat einen Erlass verkündet, der es Gesundheitsämtern erlaubt, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmer/-innen abzusagen. Davon ist auch das kommende Heimspiel von RB Leipzig betroffen. Für kleinere Vereine wie Lok und Chemie könnte es existenzbedrohend werden. Die Landesdirektion bietet derweil Gewerbetreibenden finanzielle Hilfe an. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 11. März 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.

    Was sich bereits seit einigen Tagen angedeutet hat, ist nun Gewissheit: Die kommunalen Gesundheitsämter in Sachsen dürfen ab Donnerstag, 8 Uhr, große Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmer/-innen absagen. Einen entsprechenden Erlass hat heute das sächsische Sozialministerium bekanntgegeben. Betroffen von Verboten können demnach auch Veranstaltungen unterhalb von 1.000 Besuchern sein, zudem appellierte Sozialministerin Petra Köpping an die Eigenverantwortung: „Bitte überlegen Sie gut, welche Veranstaltungen Sie besuchen wollen und müssen, oder auf welchen Besuch des Theaters, Kinos, eines Dorffestes sie eventuell verzichten können.“, so Köpping heute.

    Für das kommende Heimspiel von RB Leipzig am Samstag ist ein solches Verbot allerdings nicht nötig. Bereits heute hat der Verein entschieden, gegen Freiburg keine Zuschauer/-innen ins Stadion zu lassen. Das bedeutet, dass am kommenden Bundesligaspieltag alle neun Partien vor leeren Rängen stattfinden werden. Das erste „Geisterspiel“ der Bundesligageschichte gab es bereits heute Abend zwischen Gladbach und Köln.

    Fraglich ist damit jedoch, wie eigentlich die noch am Dienstag, den 10. März stattgefundene Championsleaque-Partie RB Leipzigs als möglicher Beschleuniger der Corona-Pandemie nachträglich zu bewerten ist. Bei deutlich über 10.000 Menschen im Leipziger Stadion werden im Nachgang mögliche Ansteckungswege kaum noch kontrollierbar sein.

    Das Verbot trifft nun aber auch kleinere Sportvereine in Leipzig, beispielsweise die Regionalligisten Chemie und Lok, die bei Heimspielen jeweils mit mehr als 1.000 Fans rechnen könnten. Lok-Vizepräsident Alexander Voigt bezeichnet die Situation im Interview mit der L-IZ als „existenzbedrohend“.

    Auswirkungen sind auch für den Hochschulbetrieb zu erwarten. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) hat heute empfohlen, den eigentlich für den 1. April geplanten Semesterbeginn „deutlich“ zu verschieben. Die Entscheidung liegt aber bei den Rektor/-innen der Hochschulen.

    Lasse Emcken, Sprecher der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften, begrüßte diese Forderung in einer Pressemitteilung: „Zum jetzigen Zeitpunkt muss es oberste Priorität sein, eine Verbreitung zu verlangsamen, was nur durch eine Unterbrechung des Lehrbetriebes erreicht werden kann.“

    Linksfraktion gegen Natomanöver

    Ein Vorschlag zum Umgang mit dem Coronavirus kommt auch aus der sächsischen Linksfraktion. Diese fordert, das derzeit stattfindende Natomanöver „Defender Europe 2020“ abzusagen. Deren Mitgliedsstaaten verlegen derzeit zehntausende Soldat/-innen und hunderte Panzer innerhalb Europas.

    Welche weiteren Maßnahmen im Kampf gegen das Virus in den kommenden Wochen und Monaten bevorstehen, ist noch nicht absehbar. In Riesa wurde bis 23. März eine Schule geschlossen (via MDR) – weitere in anderen Städten könnten folgen. Besonders drastische Maßnahmen ergreift derzeit Italien. Dort werden nun fast alle Gaststätten und Geschäfte geschlossen.

    Die Leidtragenden solcher Maßnahmen werden neben den Erkrankten auch Gewerbetreibende sein. Auch hier können Arbeitsverbote und Verdienstausfälle zu existenzbedrohenden Lagen führen. Auf der Homepage der Landesdirektion Sachsen kann man sich über Entschädigungen für entgangene Einnahmen informieren.

    Was heute außerdem wichtig war: Das Amtsgericht Chemnitz hat einen Mann zu einer Geldstrafe verurteilt, der einen Schwibbogen mit Hakenkreuz in sein Fenster gestellt hatte (via MDR). Sogar der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) äußerte sich heute zu Beginn einer Corona-Pressekonferenz zu diesem Urteil und bezeichnete es als „gutes Signal“.

    Nach Untersagung von Großveranstaltungen über 1.000 Zuschauern – „Lage existenzbedrohend“

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