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Mittwoch, der 24. Juni 2020: Wenn ein Text der L-IZ in der Printausgabe der LVZ landet

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    Für alle Leser/-innenWir als L-IZ haben schon einiges gehört, gelesen und gesehen. Aber manchmal ist man trotzdem noch überrascht, was so alles möglich ist. Möglich ist zum Beispiel – das wissen wir seit heute –, dass die LVZ in ihrer Printausgabe einen Text veröffentlicht, der – in etwas abgewandelter Form – schon vor einer Woche auf der L-IZ zu lesen war. Vielleicht ein Ausdruck von Wertschätzung? Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 24. Juni 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.

    Wenn man heute als Mitarbeiter/-in der L-IZ die gedruckte Ausgabe der LVZ aufschlug, empfing eine/-n so ein angenehmes Gefühl der Vertrautheit. Dieses Gefühl war besonders stark auf Seite 16. Dort schrieb die LVZ über die Debatte im Stadtrat in der vergangenen Woche, die sich um einen Antrag zum Gedenken an die Todesopfer rechter Gewalt drehte – und um einen unwürdigen Redebeitrag des AfD-Politikers Roland Ulbrich.

    Das Thema ist uns vertraut. Wir berichteten ausführlich darüber, zitierten aus verschiedenen Reden, stellten den Ausführungen Ulbrichs einige Fakten gegenüber. Ähnlich agiert die LVZ. Das Problem dabei: Die LVZ hat im Wesentlichen eine Zusammenfassung unseres Textes veröffentlicht, die ganze Abschnitte fast eins zu eins kopiert.

    Ein Vergleich

    So schrieben wir:

    „Moralisch höherstehende Edeltodesopfer“ nannte Roland Ulbrich diese Menschen heute, knapp 25 Jahre später im Leipziger Stadtrat und meinte es offenkundig höhnisch. Der AfD-Politiker warf der Linksfraktion vor, die Todesopfer rechter Gewalt aus politischen Gründen bevorzugt zu behandeln – im Gegensatz etwa zu angeblichen „Opfern von Antifaterror“.

    So schreibt es die LVZ:

    Ulbrich nannte diese Menschen „moralisch höherstehende Edeltodesopfer“ und warf der Linksfraktion vor, die Todesopfer rechter Gewalt aus politischen Gründen bevorzugt zu behandeln – im Gegensatz etwa zu „Opfern von Antifaterror“.

    Nochmal wir:

    Fakt ist, dass es in Leipzig seit 1990 keine Todesopfer antifaschistischer Gewalt gibt. […] Zudem rechnete er [Ulbrich] dem versammelten Stadtrat Leipzigs vor, dass es „nur“ 0,33 Todesopfer rechter Gewalt pro Jahr gewesen seien. Für diese Rechnung erhielt er später eine Mahnung durch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).

    Nochmal die LVZ:

    Fakt ist jedoch, dass es in Leipzig – trotz teilweise verheerender Zerstörungen – seit 1990 keine Todesopfer durch von der Antifa ausgeübte Gewalt gibt. Ulbrich rechnete dem Stadtrat vor, dass es „nur“ 0,33 Todesopfer rechter Gewalt pro Jahr gewesen seien. Dafür erhielt er eine Mahnung durch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).

    Bislang keine Reaktion

    Auch weitere Passagen lesen sich so, als hätten wir unseren Text zur Zweitverwertung der LVZ überlassen. Eine eigene Rechercheleistung ist dem Text, der heute in der Print-LVZ und gestern online erschienen ist, nicht zu entnehmen. Auf entsprechende Hinweise, die es ab dem Nachmittag mehrmals via Twitter gab, reagierte die LVZ bis zum späten Abend nicht.

    Ein bisschen fühlten wir uns heute an einen Vorgang vor zweieinhalb Jahren erinnert. Damals berichteten wir zuerst über ein Strafverfahren gegen eine Landtagsabgeordnete, das eingestellt wurde. Eine Nachrichtenagentur griff das auf und erwähnte die L-IZ als Quelle. Diesen Agenturtext inklusive Quellennennung übernahmen mehrere Medien – auch die LVZ. Hier fehlte jedoch ein Satz. Liebe Leser/-innen, Sie werden erraten, welche Information dieser Satz enthielt.

    Was heute außerdem wichtig war: Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) erhöht die Punktzahl im Mathe-Abi wegen der ungünstigen Bedingungen durch die Coronakrise um einen Notenpunkt und Innenminister Roland Wöller (CDU) gibt dem ehemaligen Generalstaatsanwalt Klaus Fleischmann „freie Hand“ bei der Aufklärung des „Fahrradgate“.

    Der Stadtrat tagt: AfD-Stadtrat Ulbrich verhöhnt Todesopfer rechter Gewalt + Video

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