Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #52

Für alle LeserJoe Biden hat die Wahl gewonnen, aber viel spannender als die Frage, warum er gesiegt hat, ist die Frage, warum er einige wichtige Wählergruppen verloren hat. Darüber nachzudenken lohnt sich, besonders für die politische Linke hierzulande – und zu der zähle ich mich trotz aller Kritik an ihr. Oder sagen wir besser: gerade deswegen, denn ich halte es in dieser Hinsicht mit dem ollen Schlegel, der einst erklärte: „Der wahre Protestant muss auch gegen den Protestantismus selbst protestieren, sobald er sich nur in neues Papsttum und Buchstabenwesen verkehren will. Die Freiheit des Denkens weiß von keinem Stillstande und die Polemik von keinen Schranken.“
Anzeige

Jedenfalls helfen solche Betrachtungen, die eigenen blinden Flecken ein wenig aufzuhellen. Nehmen wir für diesen Zweck einfach mal die Hispanics. Die sind natürlich genauso wenig eine homogene Gruppe wie „die Weißen“ oder „die Afroamerikaner“, wurden vor der Wahl aber von zahlreichen Zeitungen, Politblogs und Webseiten – besonders aus dem links-liberalen Spektrum – als Gruppe ausfindig gemacht, die Trump bei der Wahl schaden und ihn Stimmen kosten könnte. Sogar wahlentscheidend könnten sie sein, raunten einige Kommentatoren. Neben den Hispanics galten auch Rentner, Afroamerikaner, weiße Vorstadt-Frauen und Frauen generell als diejenigen Gruppen, die Trump den Sieg kosten könnten.

Ich hatte bereits Anfang Oktober ausführlich darüber geschrieben und erklärt, dass die Fokussierung auf Frauen, Afroamerikaner, ethnische Minderheiten und andere in der einen oder anderen Weise politisch, ökonomisch und sozial benachteiligte Gruppen und das ihnen zugeschriebene Potential als möglicherweise wahlentscheidende Fraktionen weniger etwas über die tatsächliche Stimm-Macht dieser Gruppen, als über den Blasenwurf deutscher Berichterstattung aussagt.

Einige verwechseln – sicherlich aus guten Absichten, aber damit ist der Weg in die Hölle nun mal gepflastert – die Ebene der Beschreibung mit der des Wünschens. Man könnte auch sagen: sie vertauschen Sollen mit Sein, weshalb sich in der Vorwahl-Berichterstattung über die Hispanics (und die anderen Gruppen) nicht selten die Wünsche und Hoffnungen der Berichterstatter gespiegelt haben – und die blinden Flecken links-liberaler Identitätspolitik gleich noch mit dazu.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Der Wunsch, diskriminierte, ausgegrenzte oder sonst irgendwie benachteiligte Gruppen zu stärken, ist mehr als legitim. Aber er sollte nicht Basis der Beschreibung bzw. Ausgangspunkt der Analyse sein, sondern kann als Kür einer Kritik der Verhältnisse dienen. (Kann, nicht muss, und auch nicht soll.) Genau das aber ist vor der Wahl passiert: Afroamerikaner, Frauen und Hispanics sollten es richten. Zumindest die Hispanics haben es dann auch gerichtet. Allerdings nicht in dem vorhergesagten Sinne, sondern genau umgekehrt.

Nun geht es mir nicht ums Rechthaben. Das interessiert mich nicht. Dazu ist ein Tagebuch auch der denkbar schlechteste Ort und das An-der-Gegenwart-entlang-Schreiben die absolut ungeeignetste Form. Rechthaben ist eine Nachtragskategorie, und das Nachtragen überlasse ich anderen, den Historikern, Sozialwissenschaftlern und Wahlanalysten, die am Ende, wenn alles ausgezählt ist, ihre großen Tableaus auf den Tisch legen werden. Mir reicht das Unfertige und Ephemere. Und das besagt (neben tausenderlei anderen Dingen), dass die Hispanics Trump in Florida und Texas keine Niederlage beigebracht, sondern ihm in diesen Bundesstaaten zum Sieg verholfen haben.

In einigen anderen Bundesstaaten, wo Trump am Ende nicht vorne lag, haben sie ihn ebenfalls häufiger gewählt als prognostiziert und ihm sogar noch mehr Stimmen gegeben als 2016. Auch wenn natürlich weiterhin gilt, dass die Mehrzahl der Hispanics – mit Ausnahme der Exilkubaner – zu den Demokraten tendiert. Aber es geht hier nicht um die Mehrheit, sondern um die Analyse eines Trends. Und der ging im Falle der Hispanics in vielen Bundesstaaten – und besonders in Texas und Florida – deutlich in Richtung Trump.

Schon 2016 hatte Trump von den Hispanics mehr Stimmen bekommen als von vielen prognostiziert worden war und Mitch Romneys Anteil von 2012 übertroffen. Und 2020 ist Trumps Anteil entgegen vielen Vermutungen erneut gestiegen. Vor allem Latino-Männer haben Trump ihre Stimme gegeben. Viele Kommentatoren, besonders hierzulande, waren darüber überrascht. Wie konnten diese Hispanics das tun?

Wo Trump doch die Mexikaner ausmauert, Migranten aus Lateinamerika als Drogendealer und Vergewaltiger brandmarkt, eine extrem rigide Einwanderungspolitik betreibt und Puerto Rico im Katastrophenfall die Hilfe verweigert. Wie konnten ihn so viele Hispanics, allen voran die Latino-Männer, trotzdem wählen?

Die Antwort lautet: Sie haben ihn nicht trotzdem, sondern gerade deswegen gewählt. Das ist zweifellos ein wenig überpointiert, macht aber die Richtung klar. Denn viele Hispanics – vor allem Männer – haben Trump ihre Stimme gegeben, weil er den starken Mann markiert und auch mal den Macho raushängen lässt, als den sich viele selbst gerne sehen, und zwar unabhängig von den Realitäten. Es genügt die Vorstellung und das Konzept eines Machismo, das in weiten Teilen der Hispanic-Community eben nicht mit toxischer, sondern mit tatsächlich-richtiger Männlichkeit gleichgesetzt wird.

Ein Großteil der Linken versteht diese Kultur nicht. Sie begegnet ihr wahlweise mit intellektueller Arroganz oder versucht, sie in ihrer weichgespülten Identitätspolitik zu ersaufen. Auch Biden hat diese Kultur nicht verstanden. „Was hat es mit diesem ,Ich trage keine Maske‘-Macho Ding auf sich?“, hat er Anfang Oktober auf einer Wahlkampfveranstaltung in Florida gefragt, dabei allerdings nicht die Hipanics, sondern Trump angesprochen. „Worum geht es hier? Was ist das Problem? Tut es Ihnen weh? Seien Sie patriotisch, verdammt noch mal!“

Biden hat nicht kapiert, dass er mit diesen Worten nicht nur Trump, sondern auch viele Hispanics und deren Männlichkeitsvorstellungen attackiert hat. Aber wie soll er sie auch verstehen, wenn sein Wahlkampfteam – zumindest oberhalb der Ebene von Flyerverteilern – kaum Hispanics und noch weniger Spanisch sprechende Berater beinhaltet? Wenn er erst kurz vor der Wahl ein paar wohlfeile Worte an die Hispanic-Community richtet, sonst aber kaum Zeit und Ressourcen auf sie verwendet?

Den Rest erledigt dann die historisch begründete Ablehnung des Sozialismus durch die Hispanics (Trump: „Wir werden nie ein sozialistisches Land werden!“), die damit einhergehenden Freiheits-, Individualismus- und Erfolgsvorstellungen Trumps, seine Ernennung zahlreicher konservativer Bundesrichter in Florida und anderen stark hispanisch geprägten Gebieten, was vor allem die evangelikalen Latinos glücklich gemacht hat und – damit verbunden – Trumps Unterstützung für traditionelle Familienwerte und Geschlechterrollen.

Gewiss, das alles hat Trump längst nicht nur wegen den Hispanics getan, das sind eher Abfallprodukte seines Bedienens weißer-christlicher Mehrheiten und des Wertkanons dieser Leute. Ein dezidiertes Wahlprogramm für die Hispanics hatte Trump nicht. Aber das hat er auch nicht gebraucht. Die Dinge fügen sich nicht in Positionspapieren, sondern in den Köpfen der Leute zusammen.

Zudem sind die Werte oftmals viel näher als gedacht: Freddy Guerra, ein ehemaliger Bürgermeister aus der südtexanischen Stadt Roma drückt es so aus: „Es gibt eine Menge Übereinstimmungen zwischen einer Community, die zu 96 % hispanisch ist und einer, die zu 96 % weiß ist.“ Wobei ein Teil der Hispanics Trump offenbar auch deshalb gewählt hat, weil seine Unterschrift unter dem Scheck mit den Corona-Hilfszahlungen stand.

Die Trump-Regierung hat ganz bewusst auf dieses Mittel gesetzt. In vielen Food-Boxes, von denen während der Pandemie besonders viele Hispanics abhängig waren (und sind), fand sich ein Begleitschreiben mit Trumps Unterschrift. Dort war – auch auf Spanisch – zu lesen: „Als Präsident ist der Schutz der Gesundheit und des Wohlergehens unserer Bürger eines meiner wichtigsten Anliegen.“

Das Schreiben hätte den Nahrungsmittelspenden rechtlich gesehen gar nicht beiliegen dürfen und wurde von einigen Food Banks auch wieder entfernt, hat aber dennoch viele erreicht und gerade unter den Hispanics Trumps Ansehen gewiss keinen Schaden getan. Die Signatur des Präsidenten ist vielen eben wichtiger als die Infektionszahlen einer Behörde. Das gilt nicht nur für den Süden der USA, wo der Anteil der Hispanics besonders hoch ist, sondern für die gesamten Vereinigten Staaten.

Die Coronakrise hat Trump offenbar sogar noch Wählerstimmen gebracht als ihn welche gekostet. Nimmt man als Bemessungsgrundlage jene 100 Counties, die die höchste Corona-Todesrate pro Einwohner haben, so hat Trump in 68 davon prozentual mehr Stimmen erhalten als 2016. Und das betrifft nicht nur republikanisch dominierte Gegenden, sondern auch solche Counties, in denen Joe Biden gewann.

Und auch der Glaube, dass Trumps Rassismus die Hispanics von ihm wegzieht, geht in die Irre. Im Gegensatz zur progressiven Linken trennen viele Menschen – und offenbar auch sehr viele Hispanics – stark zwischen Worten und Taten bzw. gewichten Trumps rassistische Ausfälle einfach nicht so hoch wie das, was er ökonomisch für sie getan hat. Wobei die Sache auch eine gewisse (traurige) Ironie beinhaltet: In Gegenden, wo die Mehrheit der Bürger Hispanics sind und zum Teil 70 % oder 80 % der Bevölkerung stellen, ist Rassismus weder ein großes Thema noch ein großes Problem. Zumindest nicht in der Wahrnehmung der Menschen.

Nach all dem kann es dann auch nicht verwundern, dass die Mitglieder der Hispanic-Community in Florida einen Salsa-Song für Trump geschrieben haben. Das Lied erfreut sich großer Beliebtheit, und die Lyrics gehen so: „I’ll vote for the man who tells me the truth. The one we have prayed and hoped for. Let’s get it straight, who am I gonna follow then? The answer is simple, his name is Donald, who is gonna make us great again. And I as a Latino want my people to understand. Let’s put an end to political correctness and make you comprehend. Trump, Trump, Trump, this Latino is gonna vote for Trump.“

Salsa band plays pro-Trump song

Teile der politischen Linken könnten aus diesem Lied einiges lernen. Zum Beispiel dass es besser ist, sich selbst die Wahrheit zu erzählen, und zwar gerade dann, wenn die political correctness im Kopf schon mit der Schere klappert. Sie könnte auch lernen, dass es in Zukunft noch viel mehr als bisher darauf ankommt, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, also jene, die nicht ins eigene Weltbild passen. Und sie könnte lernen, dass es gewisse Vorteile hat, die Wahrheiten anderer nachzuvollziehen, auch wenn man sie nicht mag. Dann würde man nämlich aufhören, die eigenen Wünsche und Werte mit denen anderer zu verwechseln.

Und sie kann auch lernen, wieder ein bisschen mehr „straight“ zu sein. Was mitnichten als Abgesang auf eine Gesellschaft der Diversität gemeint ist. Im Gegenteil. Aber eine wirklich diverse Gesellschaft lässt sich weder mit cancel culture noch mit political correctness und schon gar nicht massenuntauglichen Themen und dem akademisierten Getue pseudo-progressiver links-grüner Eliten herstellen, die in urbanen Seminarräumen zu Hause sind und das Landleben nur vom Hörensagen kennen und es – bestenfalls – als ebenso permanente wie peinliche Provinz-Posse betrachten.

Vor lauter Minderheiten- und Identitätspolitik erkennen und verstehen diese Leute die Probleme vieler Menschen gar nicht mehr. Und zwar auch dann, wenn diese Menschen genau diesen Minderheiten angehören. Cancel culture, political correctness und das künstliche Hochgepushe und Aufgeblase realitätsferner Themen führen letztlich nur dazu, dass große Teile der Mitte nach rechts schwenken, während die progressive Linke auf dem linken Auge noch blinder wird.

Das mag ein wenig harsch klingen und ist in seiner Absolutheit gewiss auch übertrieben, aber in diesem Fall ist mir die straighte, das heißt direkte Sprache mal lieber, allein schon, um noch ein bisschen was von der Polemik zu haben, die der eingangs genannte Schlegel ebenso geschätzt hat wie ein Großteil der deutschen Aufklärer und Romantiker mit ihm.

Und nebenbei bemerkt: Um 1800 wurde die Polemik noch als eine Form der Rhetorik betrachtet, erst später ist sie dann zur Rabulistik verkommen, und heute ist sie meist nur noch Rüpelei. Brüllaffen wie Trump haben sie mit ihren permanenten Attacken zu Tode geritten. Aber genau deshalb ist es wichtig, sie sich zurückzuerobern. Was auch gar nicht so schwer ist, wenn man erkennt, dass jede gute Polemik Maßhaltung braucht. Nicht in ihrer Intensität, sondern in ihrer Frequenz.

Aber gut, was ich eigentlich sagen will, ist Folgendes: Es ist – trotz des Wahlerfolgs von Biden – keine Zeit für Euphorie. Wenn die politische Linke wirklich erfolgreich sein will, sollte sie im Angesicht des Sieges von Joe Biden ihre eigenen Niederlagen betrachten.

Alle Auszüge aus dem „Tagebuch eines Hilflosen“.

Direkt zum „Tagebuch eines Hilflosen“.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

Tagebuch eines Hilflosen
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gastkommentar von Christian Wolff: Ministerpräsident/-innenrunde am Mittwoch – Jetzt ist Akzeptanz gefragt!
Christian Wolff (beim Brückenfest 2018). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

KommentarZwei Tage vor dem Treffen der Ministerpräsident/-innen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zeichnet sich leider das gleiche Szenario ab wie im Oktober: Der seit dem 2. November 2020 verfügte Lockdown soll bis 20. Dezember 2020 verlängert werden. Damit bleiben kulturelle Veranstaltungen, der Freizeitbereich, Gastronomie und Tourismus geschlossen bzw. verboten.
Montag, der 23. November 2020: Haribo macht Sachsen nicht mehr froh
Sachsen will die Zusammenarbeit mit Haribo sofort beenden und die 16.000 übrigen Gummibärchen an interessierte Schulen liefern. Foto: Andrzej Rembowski von Pixabay

Foto: Andrzej Rembowski von Pixabay

Für alle LeserSachsen möchte künftig auf Gummibärchen von Haribo verzichten, der Landtag darf bei der kommenden Corona-Schutzverordnung mitreden und Leipzig plant ein Hilfeprogramm für Eigenbetriebe in Höhe von 68 Millionen Euro. Außerdem: Obwohl der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr ausfällt, soll es in der Innenstadt weihnachtlich aussehen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 23. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Leipziger Weihnachtsmarkt: 2017, als wäre es eben gerade gewesen
Das beliebte nostalgische Karussel vom Leipziger Weihnachtsmarkt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser„Ich sende Ihnen in der Anlage ein Gedicht, das ich vor 3 Jahren geschrieben habe, unter dem Eindruck eines Heimwegs mit dem Fahrrad quer durch die weihnachtliche Innenstadt“, schreibt uns Daniela Neumann. „Es kam mir wieder in den Kopf, weil ich letzte Woche mit ganz anderen Gefühlen durch die nun am frühen Abend doch sehr ausgestorbene Innenstadt ging und wieder ein Gedicht zu den aktuellen Gefühlen verfasste.“
Die VISIONALE LEIPZIG 2020 gibt es ab dem 25. November im Internet
Preisverleihung zur VISIONALE 2019. Foto: Medienpädagogik e.V., Projektbüro VISIONALE

Foto: Medienpädagogik e.V.,
Projektbüro VISIONALE

Für alle LeserMedien machen ist seit 1991 ein Thema in Sachsen. Zumindest wenn es darum geht, junge Leute zum Medienmachen zu animieren. Und Jahr für Jahr lässt sich das beim großen Medien-Wettbewerb VISIONALE sehen, was für kreative Ideen die jungen Leute so haben. In den Vorjahren gab es dazu immer auch eine große öffentliche Preisverleihung. Corona zwingt auch hier dazu, dass die VISIONALE LEIPZIG online gehen muss. Am Mittwoch geht's los.
5 Minuten Sendezeit für Leipziger Extrempianisten: Das brennende Klavier am Cospudener See + Video

Foto: L-IZ

Für alle LeserNormalerweise ist die Badesaison vorbei. Aber wer am Freitagnachmittag am Cospudener See seinen Spaziergang machte, der bekam Abenteuerliches zu sehen. Auch wenn man nicht nah herangehen durfte, denn es war brennend heiß. So wie das ganze Thema Kultur jetzt mitten im Corona-Lockdown. Denn tausende Künstler/-innen haben dadurch sämtliche Auftrittsmöglichkeiten eingebüßt. Auch der MDR versucht da auf seine Weise zu helfen.
Corona-Einschränkungen mit Folgen: LVB büßen 29 Prozent ihrer Fahrgäste ein
Klare Ansage. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie heftig die nun zwei Corona-Lockdowns auch die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) getroffen haben, ist nun auch mit Zahlen zu belegen. Am heftigsten schlug ja das Frühjahr zu Buche, wo fast die gesamten innerstädtischen Bewegungen der Leipziger/-innen zum Erliegen kamen. Auch auch im Sommer und Herbst erreichten die LVB nicht wieder die Fahrgastzahlen des Vorjahres. Selbst das Erreichen von 100 Millionen Fahrgästen bis zum 31. Dezember könnte ein sportliches Ziel werden.
Mit Kunst helfen: Verkauf des „Connewitzer Kunstkalender“ soll bedrohten Kulturprojekten zugute kommen
Connewitzer Kunstkalender 2021. Cover: Carrin Bierbaum

Cover: Carrin Bierbaum

Für alle LeserCorona verändert vieles. Es bringt auch viele Menschen dazu, sich Wege auszudenken, wie man mit der Lage umgehen kann und denen helfen kann, die die Auflagen besonders hart treffen. So entstand auch die Idee eines „Connewitzer Kunstkalenders“. Ausgedacht hat ihn sich Carrin Bierbaum, selbst Malerin, die ein kleines Atelier in der Meusdorfer Straße 55 hat. Im Schaufenster sieht man dort schon seit fünf Jahren, dass hier Kunst gemacht.
100 Karten über Sprache: Die bunte Welt der Sprachen mal aus der listigen Perspektive des Sprachwissenschaftlers gezeichnet
100 Karten über Sprachen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn Greifswald gibt es einen kleinen Verlag, der seit fünf Jahren ein großes Magazin herausgibt: das „Katapult Magazin“. 75.000 Mal gedruckt erscheint es vierteljährlich und ist in der kurzen Zeit so etwas geworden wie „die Geo der Sozialwissenschaft“. So preist zwar der kleine Verlag sein Produkt selber an. Aber der Erfolg gibt ihm recht. Denn das Magazin macht Dinge anschaulich, die man sonst eigentlich nicht sehen kann. Und seit September bringt Katapult auch noch eigene Bücher heraus.
SC DHfK Leipzig vs. Lemgo Lippe 32:32 – Torreiche Partie erst gedreht, dann Punkte geteilt
Nur ein Punkt für Philipp Weber und seinen SC DHfK im Geisterspiel gegen Lemgo. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserMit vielen technischen Fehlern starteten die Leipziger in die erste Partie nach ungewollter Sars-Cov2-Pause. Die längere Trainingsphase mit dem Nachwuchs brachte zwar auch neue Defensivvarianten, doch im Angriff wirkten die Männer von André Haber noch ungeordnet. Aufgrund einiger personeller Engpässe, auch durch Nachwirkungen des Virus, kam ab der 20. Minute auch „Hexer“ und Torwarttrainer Milos Putera noch einmal zu einem Bundesliga-Einsatz. Der gleichzeitig eingewechselte Finn-Lucas Leun konnte bei seinem Debüt tolle Akzente setzen.
Der Stadtrat tagte: Antrag der Linksfraktion zur Aufarbeitung der Leipziger Kolonialgeschichte beschlossen + Video
Juliane Nagel (Linke) am 8. Juli 2020 im Stadtrat. Foto: L-IZ.de

Juliane Nagel (Linke) . Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEigentlich gab es keinen wirklichen Konflikt zwischen Kulturdezernat und Linksfraktion beim Thema Aufarbeitung der Leipziger Kolonialgeschichte, auch wenn das Kulturdezernat extra einen langen alternativen Verwaltungsstandpunkt schrieb. Doch manchmal geht es tatsächlich um ein politisches Signal. Die Mehrheit bekam in der Ratsversammlung am 12. November die Neufassung des Linke-Antrags „Leipziger Kolonialgeschichte in die Erinnerungskultur aufnehmen“. Und das nach eine sehr erhellenden Diskussion.
Am 25. November leuchtet Leipzig orange und setzt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Neues Rathaus bei Nacht. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGeschlechterspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat in Corona-Zeiten weiter zugenommen, auch in Deutschland. Mit Leuchtaktionen in über 100 Städten und Kommunen macht das Frauennetzwerk Zonta am Mittwoch, 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, auf diese Menschenrechtsverletzung aufmerksam. Auch in Leipzig.
Fahrgastverband PRO BAHN: Öffentlichen Verkehr nicht grundlos schlechtreden
Abellio bei der Fahrt durch die Elsteraue. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs war schon verblüffend, wie schnell nach Verhängung des ersten Shutdowns im Frühjahr die Ratschläge selbst aus der Politik kamen, die nahelegten, dass der ÖPNV gefährlich wäre und der Umstieg aufs Automobil eine Frage der Gesundheit. Ratschläge, die es – direkt oder indirekt – immer noch gibt. Als wäre das eine prima Gelegenheit, die Verkehrswende gleich mal wieder rückgängig zu machen. Der Fahrgastverband PRO BAHN ist jedenfalls höchst irritiert.
Der 157 Millionen Euro teure Neubau des St. Georg soll bis 2027 stehen
Scheckübergabe: Wolf-Dietrich Rost (MdL CDU); Dr. Iris Minde (GF Klinikums St. Georg); Staatministerin Petra Köpping (Sächsisches Ministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt), Claudia Pfefferle (GF Klinikum St. Georg), Torsten Bonew (Finanzbürgermeister Stadt Leipzig / Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums). Foto: Felix Kurtze, Klinikum St. Georg

Foto: Felix Kurtze, Klinikum St. Georg

Für alle LeserAm Freitag, 20. November, überreichte Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, den Fördermittelbescheid in Höhe von 101,7 Millionen Euro an das Klinikum St. Georg und gab somit grünes Licht für den neuen Zentralbau II, das größte Bauvorhaben in der Geschichte des Klinikums.
Das dritte Leipziger Ratsbuch 1501–1512: Was Leipziger Ratsschreiber im frühen 16. Jahrhundert alles beurkundeten
Das dritte Leipziger Ratsbuch 1501 - 1512. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBei diesem Buch merkt man, was für eine Arbeit darin steckt. Das Original steht im Stadtarchiv. So wie die beiden Vorgänger-Bände, die ebenfalls schon in einer aufwendigen Edition im Universitätsverlag erschienen sind. Das Digitalisieren war dabei noch der einfachere Teil, zumindest der schnellere. Denn dann mussten die 1.241 Einträge ja auch noch transkribiert werden. Wer kann schon die Handschrift von Ratsschreibern aus dem 16. Jahrhundert lesen?
Liveticker: Pandemie-Leugner/-innen wollen erneut auf den Ring + Videos

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserZwei Wochen nach der eskalierten Großdemonstration von „Querdenken“ zieht es Pandemie-Leugner/-innen am Samstag, den 21. November, erneut nach Leipzig. Diesmal ist zwar nicht mit 45.000 Menschen zu rechnen – die Schätzungen von Polizei und Expert/-innen reichen von wenigen tausend bis zu einer fünfstelligen Zahl –, aber vor allem mit Neonazis und anderen Rechtsradikalen. Die L-IZ wird heute im Liveticker fortlaufend über das Geschehen informieren.