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Montag, der 9. November 2020: Infektionsfall bringt Landesregierung noch mehr Ärger

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    Sachsens Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt ist mit dem Coronavirus infiziert. Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer befindet sich deshalb vorerst in häuslicher Quarantäne. Unterdessen dauert die Aufarbeitung des Demogeschehens am Wochenende weiter an – und am Abend gab es eine Blockade von etwa zwei dutzend „Querdenkern“. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 9. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.

    Nun hat es auch ein Mitglied der sächsischen Landesregierung erwischt: Thomas Schmidt (CDU), Minister für Regionalentwicklung, wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Das teilte sein Ministerium am Montagabend mit. Derzeit habe seine Erkrankung „keinen schweren Verlauf“. Weitere Details nannte das Ministerium „mit Blick auf seine Privatsphäre“ nicht.

    Bereits am Sonntag hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) auf einer Pressekonferenz mitgeteilt, dass ein Schnelltest bei Schmidt positiv ausgefallen sei. Bei Kretschmer selbst sei ein Schnelltest hingegen negativ ausgefallen. Das Ergebnis eines am Montag durchgeführten PCR-Tests steht noch aus. Kretschmer befindet sich nun in häuslicher Quarantäne.

    Noch mehr Chaos in der Landesregierung

    In der sächsischen Landesregierung dürften diese Entwicklungen für weitere Turbulenzen sorgen. Seit Samstag steht Innenminister Roland Wöller (CDU) einmal mehr in der Kritik. Anlass dafür ist diesmal die eskalierte „Querdenken“-Demonstration. Bereits am Sonntag hatte es Rücktrittsforderungen von der Grünen Jugend Sachsen und zwei dutzend teils hochrangigen SPD-Politiker/-innen gegeben, darunter Leipzigs Verbandschef Holger Mann.

    Wenig zurückhaltend ist erwartungsgemäß auch die Linksfraktion im Landtag. Deren Vorsitzender Rico Gebhardt forderte heute die Entlassung Wöllers durch Ministerpräsident Kretschmer: „Diesmal hat sein andauerndes Führungsversagen letzten Endes eine massenhafte Gesundheitsgefährdung ermöglicht. Es reicht jetzt.“

    Auch in den Medien war das Thema heute wieder präsent – allerdings auf teils erstaunliche Weise. Bei MDR Aktuell durfte eine Reporterin das Narrativ der „Querdenker“ verbreiten, dass das Geschehen wie 1989 gewirkt habe. Zudem sagte sie, dass Menschen im Gegenprotest Kleidung der bei Neonazis beliebten Marke „Thor Steinar“ getragen hätten.

    Immer dieses Ossi-Bashing

    Einen merkwürdigen Kommentar veröffentlichte auch „Zeit Online“. Dort lag der Fokus darauf, dass „Querdenken“ kein ostdeutsches Problem sei. Es finden sich darin Sätze wie „Wer am Sonnabend durch Leipzig lief, konnte meinen, dies sei nicht die nordwestlichste Stadt Sachsens, sondern die östlichste Schwabens“. Etwas unklar ist, gegen wen der Autor den Osten eigentlich verteidigen wollte, schließlich richtete sich der Großteil der Kritik nicht gegen „Ossis“, sondern gegen Versagen auf Führungsebene.

    Wie montags üblich versammelten sich auch heute Abend wieder rund 20 dem „Querdenken“-Spektrum zugehörige Personen auf dem Augustusplatz. Was diesmal anders war: Es gab massiven Gegenprotest. Mehrere hundert Menschen verhinderten einen „Spaziergang“ der Corona-Verharmloser/-innen. Nach einem für viele Leipziger/-innen frustrierenden Wochenende war das zur Abwechslung mal ein positives Erlebnis.

    Gleisdreieck, Kiebitzmark und Laubbläser

    Worüber die L-IZ heute berichtet hat: über eine Brücke beim Gleisdreieck im Leipziger Süden, über einen Flächennutzungsplan für die Kiebitzmark und über Laubbläser, die der „Ökolöwe“ gerne verbieten würde.

    Was heute außerdem wichtig war: In Dresden durfte Pegida am Tag, an dem sich die Reichspogromnacht jährte, eine Veranstaltung mit dem Ultrarechten AfD-Politiker Kalbitz durchführen und in Görlitz möchte Sachsen einen Zaun bauen, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen – bei der Afrikanischen Schweinepest.

    Die Wut in Leipzig: „Querdenker“ eingekesselt + Video

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