Vorbeugen ist besser als Bohren: Poliklinik für Kinderzahnheilkunde und Primärprophylaxe zieht bald um

Leipzig hat eine lange Tradition in der Zahnbehandlung und Heilkunde für Kinder. Mit der Einrichtung der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde und Primärprophylaxe (Vorbeugung gegen Zahnerkrankungen) wird diese Tradition fortgesetzt und gleichzeitig wird damit klar, dass man als strukturell eigenständiger Teil innerhalb der Zahnmedizin und der Abteilung für Kopf- und Zahnmedizin weiter bestehen will.
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Prof. Dr. Christian Hirsch ist der Direktor der Poliklinik und sieht sich bestätigt: „Die Einrichtung der Poliklinik ist Beleg dafür, dass wir in Leipzig auf die Anforderungen, die sich aus der kommenden Approbationsordnung für Zahnärzte (AOZ) ergeben, angemessen reagiert haben.“

Diese neue AOZ wird bei dem Thema Primärprophylaxe einen Schwerpunkt in der Ausbildung zukünftiger Zahnmediziner setzen. Zudem wird die Beteiligung der Poliklinik an nationalen Weiterbildungsprogrammen für Kinderzahnheilkunde (vergleichbar mit einer Fachzahnarztausbildung) die Professionalität der zahnärztlichen Betreuung von Kindern in Deutschland wesentlich verbessern helfen.

In der Poliklinik wird die komplette zahnärztliche Behandlung und kariesprophylaktische Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Alter von der Geburt bis zu 18 Jahren durchgeführt. Für sehr kleine, ängstliche, behandlungsunwillige oder behinderte Kinder stehen verschiedene verhaltenssteuernde und therapieunterstützende Maßnahmen wie Desensibilisierung, Verhaltensführung, Prämedikation (Verbreichung von Medikamenten vor einem medizinischen Eingriff) und Sanierungen in Intubationsnarkose zur Verfügung. Zahnbehandlungen in Narkose werden erst nach strenger Indikationsstellung durchgeführt.“Dabei können wir auf die hohe kinderanästhesiologische Kompetenz des Klinikums zurückgreifen, ein Umstand, der das immer vorhandene Risiko bei Vollnarkosen gerade bei sehr kleinen Kindern unter den Bedingungen einer normalen zahnärztlichen Praxis ohne diese Rückgriffsmöglichkeit doch deutlich senkt“, betont Prof. Dr. Christian Hirsch.

Ein weiterer Schwerpunkt der Poliklinik ist das umfangreiche Prophylaxeprogramm, das die Beratung und Empfehlungen zur gesunden Ernährung, Übungen zur Mundhygiene ab dem ersten Zahn, professionelle Zahnreinigung, lokale und systemische Fluoridierung, Fissurenversiegelung (Fissuren: Haarrisse) sowie die gruppenprophylaktische Betreuung in Kindertagesstätten und Schulen beinhaltet.

Reine Kinderzahnarztpraxen stellen bundesweit eine recht neue Entwicklung dar – so auch in Leipzig. Grundsätzlich bieten diese Einrichtungen das gesamte Spektrum kinderzahnärztlicher Behandlung an. Viele Zahnarztpraxen aus der Region Leipzig überweisen jedoch Kinder und Jugendliche zum Beispiel mit Unfallverletzungen oder Mineralisationsstörungen der Zähne gezielt an die Poliklinik. Die Poliklinik wird in der zweiten Jahreshälfte das neue Gebäude des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde beziehen.

„Mit den neuen Räumlichkeiten beschreiten wir einen neuen Weg von dem bisherigen ‚Saalcharakter‘ der bestehenden, über 100 Jahre alten Zahnklinik, hin zu einer heute als Standard anzusehenden räumlichen Abtrennung der zahnärztlichen Behandlungseinheiten“, so der Spezialist für Kinderzahlheilkunde Prof. Hirsch. Dies und das angenehme Ambiente im Neubau werden für ein gutes Gefühl gerade auch bei den kleinen Patienten und ihren Eltern sorgen. Zudem kann im Interesse der Patienten das gesamte Spektrum der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten sowie die Expertise der in der Abteilung für Kopf- und Zahnmedizin tätigen Kolleginnen und Kollegen genutzt werden. Dazu zählen die Kieferorthopädie, die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mit ihren speziell eingerichteten Eingriffsräumen, die Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde sowie die dreidimensionale Radiologie des Kopfes.


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