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Herzbericht 2018: Die wichtigsten Erkenntnisse

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    Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck: Im Herzbericht 2018 dokumentiert die Deutsche Herzstiftung, wie sich Sterblichkeit, Behandlung und Prävention bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Die wichtigsten Erkenntnisse fassen wir für Sie zusammen.

    Weniger Sterbefälle, aber keine Entwarnung

    Die Sterblichkeit durch Herzkrankheiten ist von 2015 auf 2016 zurückgegangen. Bei Herzinsuffizienz reduzierte sich die Zahl der Sterbefälle um 7.000, bei der koronaren Herzkrankheit wurden knapp 6.000 weniger Sterbefälle registriert.

    Mit insgesamt 338.000 Sterbefällen pro Jahr zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen jedoch immer noch zu den Haupttodesursachen in Deutschland. Die Kardiologen können deshalb keine Entwarnung geben.

    Immer mehr stationäre Behandlungen wegen Herzinsuffizienz

    Herzinsuffizienz, auch als Herzschwäche bekannt, zählt zu den tückischsten Herzerkrankungen. Sie ist hierzulande der häufigste Grund für eine Krankhauseinweisung: 2017 registrierte die Deutsche Herzstiftung 464.724 stationäre Aufnahmen wegen Herzschwäche – 20.000 als in 2015.

    Oft gehen Bluthochdruck, Herzinfarkt, Diabetes, Herzklappenkrankheiten und Vorhofflimmern der Krankheit voraus. Die meist älteren Patienten nehmen erste Anzeichen wie Luftnot beim Treppensteigen und geschwollene Füße nicht als ernsthafte Krankheitssymptome wahr, sie halten sie für altersbedingte Einschränkungen. Viele gehen deshalb erst spät zum Arzt.

    Haben sie eine medikamentöse Therapie begonnen, vergessen viele Patienten die regelmäßige Einnahme von ACE-Hemmern, Betablockern oder Diuretika – oder nehmen die Medikamente aus Furcht vor Nebenwirkungen sogar überhaupt nicht ein. Dabei senkt etwa die Wirkstoffkombination Sacubitril-Valsartan, die bei nicht ausreichender Wirkung von ACE-Hemmern zum Einsatz kommt, die Zahl der Klinikaufenthalte um 21 Prozent und die Sterblichkeitsrate um 20 Prozent.

    Viele Krankenhausaufenthalte durch Herzrhythmusstörungen

    Herzrhythmusstörungen sind ebenfalls ein häufiger Grund für Krankenhauseinweisungen. 2017 gab es bei den stationären Aufnahmen einen Anstieg um 8.400 im Vergleich zu 2016. Rhythmusstörungen können je nach Art und Schwere die Lebensqualität Betroffener massiv einschränken. Die häufigste Form ist das Vorhofflimmern, welches das Risiko für Schlaganfälle erhöht. In schlimmen Fällen führen Rhythmusstörungen zum plötzlichen Herztod.

    Sterblichkeit unterscheidet sich je nach Bundesland

    Die verschiedenen Bundesländer weisen bei Herzkrankheiten unterschiedliche Sterblichkeitsraten auf. Hamburg, Berlin und Baden-Württemberg registrierten 2016 mit 184, 187 und 200 Sterbefällen pro 100.000 Einwohner die niedrigsten Sterblichkeitsraten. Am höchsten war die Sterblichkeit in Sachsen-Anhalt (295 Sterbefälle je 100.000 Einwohner), Bremen (270) und Mecklenburg-Vorpommern (264).

    Frauen durch Herzkrankheiten stärker gefährdet als Männer

    Frauen sterben häufiger durch Herzkrankheiten als Männer. 2016 verloren beispielsweise 25.318 Frauen wegen Herzschwäche ihr Leben, aber nur 15.016 Männer. Durch Herzrhythmusstörungen gab es 15.955 Sterbefälle bei Frauen – und 10.648 bei Männern. Die Herzspezialisten sehen geschlechterspezifische Unterschiede in Genetik und Anatomie als Ursache. Außerdem zeigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen oftmals atypische Symptome, darüber hinaus wirken Medikamente bei ihnen anders.

    Deutsche Herzstiftung fordert höhere Investitionen in die Prävention

    Die Kardiologen fordern im Herzbericht stärkere Investitionen in die Prävention von Herzerkrankungen. Immer noch sind viele Reha-Patienten Raucher, übergewichtig oder haben Diabetes. Ernährungs- und Bewegungsprogramme sowie Erste-Hilfe-Kurse sollen die Bevölkerung über einen herzgesunden Lebensstil aufklären, für Herzkrankheiten sensibilisieren und für Notfallmaßnahmen schulen, so der Wunsch der Mediziner.

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