New Work Recruiting: Homeoffice statt hohes Gehalt

Aufgrund des Fachkräftemangels und einer neuen Generation von Arbeitnehmern müssen Unternehmen umdenken, wenn es um Recruiting geht. Wo früher ein Dienstwagen und ein üppiges Plus beim Gehalt lockten, sind heute neueste Technik und familienfreundliche Arbeitszeiten gefragt. Das zeigt eine branchenübergreifende Studie.
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Gefragt: Free Food und Flexibilität

Ein eigenes Notebook, Gleitzeit und freie Getränke – mit solchen Angeboten buhlen Unternehmen heute um die Gunst qualifizierter Mitarbeiter. Das veranschaulicht eine aktuelle repräsentative Befragung von Bitkom Research. In Auftrag gegeben wurde die Studie vom Digitalverband Bitkom.

Besonders hoch im Kurs stehen Arbeitgeberangebote, die typisch für die neue New-Work-Welt sind: Dazu gehört ein Gratisangebot an Getränken, das 92 Prozent der befragten Unternehmen ihren Mitarbeitern bereitstellen. 21 Prozent bieten sogar kostenfreies Essen an, vom Obstkorb am Tresen bis zu kostenfreien Mahlzeiten in der hauseigenen Kantine.

Ein weiteres wichtiges Zugpferd beim Recruiting und der Mitarbeiterbindung ist die zeitliche Flexibilität im Job: 71 Prozent der befragten Geschäftsführer und Personalverantwortlichen haben Gleitzeit in ihrem Unternehmen eingeführt, und 65 Prozent bieten Arbeitszeitkonten für flexibles Arbeiten an. 46 Prozent setzen auf Vertrauensarbeitszeit als Benefit.

Als weiterer Vorteil für Mitarbeiter wird die Fortbildung angesehen: 69 Prozent der befragten Unternehmer bieten Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter an – als Win-win-Instrument für Chef und Mitarbeiter.

Ganz neu sind solche New-Work-Benefits nicht: Unternehmen wie der Finanzdienstleister tecis, die Deutsche Kreditbank AG und die Otto Group befassen sich schon seit Längerem mit der Work-Life-Balance und verwandten Themen.

Entscheidend: Feelgood-Faktor und Hightech-Geräte

Neben diesen New-Work-Offerten hat auch der Team-Spirit einen hohen Stellenwert: 44 Prozent der Befragten bieten eine Arbeitsatmosphäre, die das Gemeinschaftsgefühl fördert, und 29 Prozent initiieren dafür Mitarbeiter-Events wie zum Beispiel ein Sommerfest.

Moderne Technik ist ein weiterer Faktor, mit dem viele Unternehmen junge Fachkräfte an sich binden wollen: Mit 55 Prozent stellen mehr als die Hälfte der befragten Firmen die neuesten Notebooks, Tablets oder Smartphones zur Verfügung. 60 Prozent davon erlauben ihren Mitarbeitern zusätzlich die private Nutzung der Geräte.

Seltener im Angebot: Sabbaticals und Spielekonsolen

Einige Firmenangebote wiederum werden langsam wieder aussortiert: Tischkicker werden nur noch von 19 Prozent der befragten Unternehmen als Benefit angegeben, ebenso wie Spielekonsolen. Sabbaticals werden noch von 14 Prozent als Köder genutzt. Gesundheitsfördernde Maßnahmen im Unternehmen schneiden noch etwa besser ab, mit 17 Prozent.

Erstaunlich ist, dass die befragten Unternehmen das Thema Kinderbetreuung als Vorteil für potenzielle Mitarbeiter selten im Blick haben: Nur acht Prozent geben an, eine Kita oder eine andere Betreuungsart anzubieten. Dabei sind viele Fachkräfte Mütter oder Väter.

Auslaufmodelle: Dienstwagen und Top-Gehälter

Klassische Statussymbole und finanzielle Anreize scheinen immer unwichtiger zu werden, wie die Bitkom-Studie zeigt: Nur zwölf Prozent der befragten Unternehmen wollen neue Mitarbeiter mit einem Firmenwagen überzeugen. Bei den Gehältern sieht es ähnlich aus: Lediglich neun Prozent der Geschäftsführer und Recruiter locken Fachkräfte noch mit einem überdurchschnittlichen Lohn.

Auch ein einmaliger Bonus zum Stellenantritt in Form von Firmenanteilen oder Anteilsoptionen ist heutzutage fast völlig unüblich: Nur zwei Prozent der befragten Arbeitgeber greifen laut der Studie auf diese Art von Benefit zurück.

 


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