So zahlt der Chef steuerfrei den Kindergarten für seine Arbeitnehmer

Das Gegenteil von gut ist „gut gemeint“ – diese sattsam bekannte Weisheit gilt manchmal sogar für Gehaltserhöhungen. Die sogenannte „kalte Progression“ ist der böse Trick der Einkommens-Steuer. Die greift immer dann, wenn ein Arbeitnehmer durch die Gehaltserhöhung in eine höhere Steuerstufe aufrückt. Dann bleiben von 100 Euro Plus netto oft nur noch zehn Euro übrig und alle ärgern sich. Der Chef, weil er für all das ja auch zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge aufbringen muss – der Mitarbeiter, weil er sich eher bestraft als belohnt fühlt.

Steuerfreie Zusatzleistungen rechnen sich eher

Statt um ein höheres Gehalt zu verhandeln, kann es sich für beide Seiten daher bezahlt machen, steuerfreie Zusatzleistungen zu vereinbaren. Der Vorteil für den Arbeitgeber: Solche Leistungen belohnen und motivieren den Mitarbeiter zugleich. Unternehmer lassen sich oft gerne darauf ein, weil sie durch solche Leistungen ihr Image als guter und fürsorglicher Arbeitgeber pflegen. Im Wettbewerb um die besten Kräfte spielen solche Dinge auf dem Arbeitsmarkt eine immer größere Rolle. Vorteil für den Arbeitnehmer: Er erhält eine wertvolle Leistung, die ihn wirklich bares Geld spart.

Neben vielen attraktiven Zusatzleistungen ist speziell für Mütter und Väter der steuerfreie Zuschuss zum Kindergartenplatz interessant. Ganz gleich, ob ein Arbeitnehmer einen privaten, einen städtischen oder gar den Betriebskindergarten seines Arbeitgebers wählt. Ein Zuschuss oder sogar die gesamte Übernahme der Kindergartenkosten durch den Arbeitgeber bleibt nach § 3 Nr. 33 EStG unter folgenden Umständen und in folgendem Umfang steuer- und sozialabgabenfrei:

  1. Der Arbeitgeber muss den Zuschuss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewähren. Steht also etwa im Arbeitsvertrag, dass ein Besuch des Betriebskindergartens für die Kinder des Arbeitnehmers inkludiert ist, muss der Arbeitnehmer das womöglich noch als geldwerten Vorteil
  1. Die Steuer- und Abgabenfreiheit gilt nur für Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung im Kindergarten. In vielen Kindergärten zum Beispiel wird ja mittlerweile gegen Aufpreis schon Englisch-Unterricht angeboten. Zahlt der Arbeitgeber auch solch ein Angebot, muss der Arbeitnehmer das als geldwerten Vorteil versteuern.
  1. Der Zuschuss kann gewährt werden, bis das Kind auf die Schule wechselt. Freilich gibt es auch Möglichkeiten, dass sich der Arbeitgeber steuermindernd an den Kosten für die Schulbildung der Kinder beteiligt.
  1. Das Kind darf nicht im Haushalt der Eltern betreut werden.

Das funktioniert durchaus auch bei getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern. Etwa wenn die Mutter den Kindergarten bezahlt und der Arbeitgeber des Vaters den Zuschuss gewährt. Der Arbeitnehmer muss seinem Arbeitgeber die Rechnung des Kindergartens allerdings in jedem Fall im Original aushändigen und dieser muss sie aufbewahren.

Alternativ können Eltern die Kosten für den Kindergarten als Kinderbetreuungskosten entweder als Werbungskosten oder als Sonderausgaben bei der Einkommensteuer-Erklärung geltend machen. Der Höchstbetrag beträgt dabei pro Kind und Jahr 4000 Euro (§ 9c EStG).


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