Studie: Frauen müssen mehr für Altersvorsorge tun

Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein ständiger Zankapfel: Wie hoch soll sie bei künftigen Generationen sein? Wer soll für die Beiträge aufkommen? Und wie soll die Lücke bei Männern und Frauen geschlossen werden? Wir sagen, was speziell Frauen über die Altersvorsorge wissen müssen.

Rentenunterschiede zwischen Männern und Frauen groß

Eine Anfrage der Grünen im Bundestag machte die große Kluft zwischen Männern und Frauen bei der Altersvorsorge deutlich: Frauen erhielten laut Antwort im Jahr 2015 durchschnittlich 47 Prozent der Rentenbezüge von Männern, der Unterschied beträgt also 53 Prozent. Diese Bezüge umfassen sämtliche Komponenten der Altersvorsorge, gesetzliche und Betriebsrenten ebenso wie private Vorsorge.

Der Hauptgrund für die niedrigeren Renten bei Frauen liegt in ihrer beruflichen Laufbahn.

  • Geringerer Verdienst: Frauen arbeiten oft in schlechter bezahlten Berufen beziehungsweise verdienen im gleichen Beruf weniger als männliche Kollegen.
  • Mehr Teilzeitbeschäftigungen als Männer.
  • Öfter als Männer überhaupt nicht erwerbstätig.
  • Öfter als Männer in Minijobs ohne Rentenansprüche.

Zudem erhalten weniger Frauen eine Betriebsrente, zudem zahlen sie weniger in die private Altersvorsorge ein. Dabei wissen viele Frauen um ihren Nachholbedarf bei der Altersvorsorge. Das legt zumindest eine Studie des Versicherungskonzerns Swiss Life von 2016 nahe. So haben mehr Frauen als Männer Angst vor Altersarmut (56 Prozent der Frauen und 41 Prozent der Männer). Bei 24 Prozent der befragten Frauen ist der Partner der hauptsächliche Baustein der Altersvorsorge (gegenüber 18 Prozent bei den Männern). Und 37 Prozent der Frauen geben an, sie hätten sich zu wenig um ihre Altersvorsorge gekümmert (gegenüber 34 Prozent bei Männern).

Frauen mit besonders hohem Beratungsbedarf

Das Thema Altersvorsorge brennt also unter den Nägeln. Daher sollten Frauen sich beraten lassen, auch ohne den Partner. Wie wirkt sich zum Beispiel eine längere Auszeit vom Job auf die gesetzliche Rente aus? Oder die Familienzeit? Was passiert mit den Versorgungsansprüchen, sollte es zur Scheidung kommen? Auf der Facebook-Seite des Finanzunternehmens Swiss Life Select zum Beispiel können sich potenzielle Anlegerinnen über die Themen Finanzen und Geldanlage informieren und Stimmen von Kunden einsehen. Swiss Life Select ist übrigens die Vertriebsorganisation von Swiss Life Deutschland,

Wie hoch der Beratungsbedarf bei der privaten Altersvorsorge ist, zeigt eine weitere repräsentative Studie. Im Auftrag der Investmentgesellschaft Amundi wurden Frauen zwischen 35 und 55 Jahren befragt. Das Ergebnis zeigt zwar, dass sich Frauen über die Wichtigkeit einer privaten Altersvorsorge im Klaren sind. Aber gleichzeitig befassen sich 44 Prozent der Befragten nicht damit. Ein wichtiger Grund: nicht genügend Wissen. So gibt über ein Drittel der befragten Frauen an, zu große Wissenslücken zu haben, um die Altersvorsorge zu planen. Das wiederum führt dazu, dass 32 Prozent der Studienteilnehmerinnen gar nicht und 37 nur unregelmäßig für die private Altersvorsorge sparen.


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