Zukunftstrend E-Learning: Tipps für Schüler und Eltern

Für den Großteil der deutschen Jugendlichen spielt der Computer in ihrem Leben eine wichtige Rolle: 72 % der 12- bis 19-Jährigen verfügen heute über einen eigenen PC, 54 % über einen eigenen Internetanschluss. Es überrascht daher nicht, dass Lernvideos aktuell zu den am meisten nachgefragten Trainingsformen überhaupt zählen. Doch was ist E-Learning genau und worin liegen seine Vorzüge?

Was ist E-Learning?

E-Learning bezeichnet im weitesten Sinne all diejenigen Lernformen, die computergestützt durchgeführt werden. So zum Beispiel, wenn Lehrer das Internet für die eigene Unterrichtsvorbereitung nutzen oder sie den Schülern eine Aufgabe für zuhause geben, die sie mit Hilfe des Internets lösen sollen. Aber auch der Einsatz von CD-ROMs und PowerPoint-Präsentationen im Unterricht gehören zum E-Learning. Der aktuellste Trend sind Lern- und Erklärvideos, welche die Schüler zuhause ansehen, um Schulstoff vor- oder nachzubereiten oder sich für Tests zu wappnen.

Was sind die Vorteile gegenüber herkömmlichen Lernformen?

Im Gegensatz zum Lernen mit einem Text erhält der Lernende durch Töne, Bilder und Bewegungen schneller einen Überblick über ein Thema. Das kann Sicherheit vermitteln. Außerdem ruft die Ansprache durch gleich zwei Sinne (Sehen und Hören) beim Lernenden die Aufmerksamkeit in einer stärkeren Weise hervor, was zu einer größeren Lernleistung führen kann. Videosequenzen haben aber nicht nur kognitive, sondern auch motivationale und emotionale Funktionen. Das heißt, dass der Lernende durch die Mimik der Person im Video sowie durch seine Stimme emotional angesprochen wird. So fühlt er sich näher am Geschehen.

Ein anderer Vorteil, im Gegensatz zum herkömmlichen Lernen, ist die Möglichkeit, ein Video zurückspulen zu können. Der Schüler kann kompliziertere Abschnitte so oft wiederholen, wie er möchte oder sich nebenbei Notizen machen. So kann er in seinem individuellen Lerntempo Unterrichtseinheiten durchlaufen. Diese Art der Selbststeuerung hat einen positiven Effekt auf das Lernen.

Die auftretenden Personen und angenehme Stimmen in den Erklärvideos erzeugen Sympathie beim Lernenden. So wird er auch emotional in den Lernprozess eingebunden. Das wirkt sich positiv auf seinen Lernerfolg aus und steigert seine Motivation. Auch können Videos zwischendurch einfach pausiert werden, falls es zu Ablenkungen kommt. Der inhaltliche Lernfluss wird dann nicht unterbrochen. So kann jeder so schnell lernen, wie nötig – und das hebt die Motivation.

Noch ein Vorteil beim Lernen mit Videos ist die universelle Einsetzbarkeit. Lernvideos können sowohl im Unterricht als auch zu Hause genutzt werden. Egal ob fürs Verstehen von Dreisatz-Aufgaben, Englisch-Dialogen oder Grammatik-Beispielen.

Woran erkennt man gute Lernvideos?

Natürlich wirkt ein Mensch, der mit Fachbegriffen um sich wirft, besonders intelligent, doch hilft das nicht, wenn der Schüler deren Bedeutung nicht kennt. Ein gutes Lernvideo schafft es, komplizierte Sachverhalte in einfachen und kurzen Sätzen zu erklären.

Ein gutes Lernvideo arbeitet mit Brücken zu bereits erlangtem Wissen. Schüler verlieren im Schulunterricht nämlich ganz schnell mal den Faden, wenn Hintergrundwissen einfach vorausgesetzt wird. Da richtiges Lernen aber nach dem Prinzip der Vernetzung am besten funktioniert, sollte das Lernvideo das nötige Vorwissen zu Beginn des Videos in Erinnerung rufen.

Außerdem ist es selbstverständlich wichtig, dass die vermittelten Fakten stimmen. Nichts ist schwieriger, als falsches Wissen wieder aus dem Kopf zu bekommen. Beim Lernen mit Videos sollte man daher darauf achten, dass die Videos von professionellen Fachredaktionen erstellt wurden. Dann erst kann man darauf vertrauen, dass man didaktisch sinnvolle Lösungswege erklärt bekommt.

Fazit

Lern- und Erklärvideos bieten eine sinnvolle Ergänzung zum Herkömmlichen Lernen. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass Lernvideos den Lehrer in seiner Funktion nicht ersetzen können. Diese sind nämlich in der Lage, auf individuelle Bedürfnisse und Nachfragen des Lernenden sofort einzugehen. Der persönliche soziale Kontakt und ein situatives Erklären kann nur der Lehrer leisten.


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