Passenden DSL-Provider finden: hier liegen die Unterschiede

Vor allem Neukunden rücken bei der Werbung von DSL-Providern gezielt in den Fokus: Wer einen neuen Vertrag mit einer Laufzeit von zumeist 24 Monaten abschließt, kann sich über üppige Ersparnisse freuen. Für viele Kunden ist es allerdings schwierig, neben dem Preis auch die offerierten Leistungen zu beurteilen. Worauf kommt es beim Internet-Tarif an, wo liegen die Unterschiede?

Welche Geschwindigkeit benötigt wird

Das Marketing rückt zumeist die Download-Bandbreite in den Vordergrund: einige Anbieter bewerben bis zu 400 MBit/s, andere setzen das Limit bei 100 oder 200 MBit/s. Diese Differenzen sind zumeist auf verschiedene Technologien zurückzuführen. Besonders schnell ist das Internet in einigen Regionen, wenn ein Kabelanschluss gewählt wird. Demgegenüber liegen die Grenzen beim konventionellen DSL über das Telefonnetz ein wenig niedriger. In der Praxis dürften diese Unterschiede allerdings kaum eine Rolle spielen, für alltägliche Anwendungen dürften üblicherweise auch 50 MBit/s vollkommen ausreichen. Entscheidend ist dabei allerdings, zu welchem Zweck der Anschluss genutzt wird. Vor allem ein hochauflösendes Streaming und die Verwendung mit mehreren Nutzern gleichzeitig beanspruchen die Leitung. Auch eine Flatrate sollte dann in jedem Fall vorhanden sein – obligatorisch ist leider nicht mehr: einige Anbieter drosseln die Geschwindigkeit der Verbindung tatsächlich, wenn ein Datenkontingent von einigen 100 GB übertragen wurde. Die Grenzen liegen zwar recht hoch, können aber insbesondere mit IPTV problemlos erreicht werden.

Zusatzkosten beachten

Darüber werden häufig Kosten für einen Router berechnet. Die Gebühr fällt monatlich zumeist gering aus, bei der Gesamtkalkulation sollte dies allerdings durchaus berücksichtigt werden. Außerdem berechnen einige Provider hohe Bereitstellungsgebühren, andere erlassen diese Kosten regelmäßig im Rahmen von besonderen Aktionen – schon allein durch das Wahrnehmen eines solchen Angebotes können bis zu 70 Euro gespart werden. Auch eine Vertragslaufzeit ist nicht obligatorisch, wenngleich DSL-Verträge mit Mindestlaufzeit günstiger sind. Kommt es beispielsweise zu einem Umzug, greift auch bei einem Vertrag mit Mindestlaufzeit unter Umständen das Sonderkündigungsrecht. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Provider am neuen Standort kein DSL in gleicher Geschwindigkeit zur Verfügung stellen kann – was insbesondere in ländlichen Regionen zumeist der Fall sein dürfte.

Leistungen lassen sich nur schwerlich vergleichen

Besonders problematisch ist bei der Anbieterwahl allerdings die Tatsache, dass sich die Leistungen nur schwerlich miteinander vergleichen lassen. Zwar ist eine DSL- und Telefonie-Flatrate obligatorisch, einige Provider bieten aber zusätzliche Extras. Wird Mobiltelefonie zu gebucht, lassen sich weitere Kosten sparen; Studenten bekommen häufig besondere Rabatte und auch ein Cloud-Speicher kann bei vielen Providern ohne zusätzliche Kosten in Anspruch genommen werden. Große Anbieter wie die Telekom kombinieren das DSL-Angebot auch gerne mit der Nutzung öffentlicher Hotspots; immer häufiger kann auch sogenanntes IPTV als extra ausgewählt werden. Der Vergleich von Netzsieger zeigt ausführlich und gleichzeitig übersichtlich, worin sich die Provider unterscheiden.

Router mit unterschiedlichen Features

Bereits erwähnt wurde die Tatsache, dass DSL-Router nicht mehr bei jedem Anbieter kostenlos inbegriffen sind. Darüber hinaus unterscheiden sich aber auch die Fusion der Geräte: schnelles WLAN kann zwar heute als Standard gelten, für DECT gilt dies allerdings nicht. Mit dieser Technologie ist es möglich, schnurlose Festnetztelefone kabellos mit dem Router zu verbinden. Andere Geräte verfügen über USB-Anschlüsse, dies ermöglichen, eine externe Festplatte oder einen Drucker in das Heimnetzwerk einzubinden. Am Ende zeigt sich also: jeder Nutzer sollte sich ganz konkret fragen, welche Anforderungen bestehen – und sich dann nach einem passenden Vertragsangebot umsehen.


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Leipziger Zeitung Nr. 50. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

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