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Forschungsprojekt Heliopolis wird mit Jean et Marie-Françoise Leclant–Preis in Paris ausgezeichnet

Der diesjährige Preis der Académie des Inscriptions et Belle-Lettres in Paris geht an das ägyptisch-deutsche archäologische Gemeinschaftsprojekt im Sonnentempel von Heliopolis. Damit wird die Zusammenarbeit des Ägyptischen Antikenministeriums, des Ägyptologischen Instituts/Ägyptischen Museums – Georg Steindorff – der Universität Leipzig und des i3mainz - Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik der Hochschule Mainz der vergangenen sechs Jahre ausgezeichnet.

Der Preis wurde am 26.10.2018 in den Salons du Palais de l’Institut de France in Paris stellvertretend für das gesamte Team an den Kustos des Ägyptischen Museums – Georg Steindorff – der Universität Leipzig, Dr. Dietrich Raue, übergeben.

In seiner Dankesrede hob Raue, auch im Namen des ägyptischen Co-Direktors Dr. Aiman Ashmawy, den besonderen Charakter der Kooperation unter den zum Teil schwierigen Umständen einer Innenstadtgrabung im postrevolutionären Ägypten hervor und dankte den Verantwortlichen in Ägypten, die seit 2012 auf allen Ebenen die Zusammenarbeit unterstützen.

Zugleich nutzte er die Gelegenheit, das besondere Engagement der ägyptischen Teammitarbeiter und Facharbeiter, der Leipziger Studierenden und des internationalen Spezialistenteams aus Ägypten, Belgien, Frankreich, Italien, Niederlanden, Polen und den USA hervorzuheben.

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wird vollumfänglich den Arbeiten im Tempel von Heliopolis zugute kommen. Jüngste Stadtentwicklungsprojekte erfordern hier ein unvermindert intensives Vorgehen. „Wir sind für die Unterstützung aus Paris überaus dankbar. Sie ermöglicht es uns, an diesem einmaligen Platz unsere Forschungen verstärkt fortzusetzen. Mehr als 2.400 Jahre war dieser Tempel ein Dreh-und Angelpunkt der altägyptischen Kultur“, so Raue.

Ein ägyptisch-deutsches Team entedckte weitere Teile der riesigen Figur von der Kolossalstatue Psammetichs I. (664 bis 610 v. Chr.), die mittlerweile anhand von gut 6.000 Fragmenten virtuell zu einer Höhe von 10,5 Metern rekonstruiert werden kann.

In der Begründung wird hervorgehoben, dass die Forschungen in unerwartetem Ausmaß gezeigt haben, dass noch wesentliche Funde und Befunde zu diesem einstmals zentralen Heiligtum der altägyptischen Kultur freigelegt und bewahrt werden können. Dies geschieht unter den besonders erschwerten Umständen einer rasanten Stadtentwicklung und eines konstant steigenden Grundwasserspiegels. Illegale Mülldeponien von bis zu 15 Metern Höhe haben zudem die Arbeit in dem innerstädtischen Gelände vor besondere Herausforderungen gestellt.

Die Akademie würdigt durch den Preis die imposanten Ergebnisse, die unter diesen Umständen ermöglicht wurden. Hierunter zählt die Entdeckung der Kolossalstatue Psammetichs I. (664 bis 610 v. Chr.), die mittlerweile anhand von gut 6.000 Fragmenten virtuell zu einer Höhe von 10,5 Metern rekonstruiert werden kann.

Von besonderem Interesse ist die Entdeckung von Tempelstrukturen in Situ, die trotz einer intensiven mittelalterlichen Nutzung als Steinbruch in den vergangenen sechs Jahren lokalisiert werden konnten. Hierzu gehören zwei Festtempel Ramses II (1279 bis 1213 v. Chr) sowie zahlreiche Bauteile eines Tempels von Nektanebo I. (380 bis 363 v. Chr.) für den Schöpfergott Atum.

Leipziger Zeitung Nr. 60: Wer etwas erreichen will, braucht Geduld und den Atem eines Marathonläufers

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