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Ein Wald für Johann Sebastian Bach: Auftakt für Pflanzung am Störmthaler See

Die Stiftung Wald für Sachsen und das Bachfest Leipzig wagen gemeinsam ein ehrgeiziges Projekt – die Neuanpflanzung eines Mischwaldes in der Nähe des Bach-Ortes Störmthal bei Leipzig. Ab dem 21. November werden die ersten Bäume gesetzt. Eine Crowdfunding-Kampagne soll hierfür bis zu drei Hektar Wald finanzieren: Bach-Liebhaber aus aller Welt werden bis zum 6. Dezember mit exklusiven Geschenken umworben.

Der neue „Johann-Sebastian-Bach-Wald“ entsteht als Sichtschutzwald am Westufer des Störmthaler Sees. Wenige Monate nach seinem Amtsantritt als Thomaskantor prüfte Johann Sebastian Bach in der Kirche des Dorfes das Instrument des Orgelbauers Zacharias Hildebrandt – und weihte dieses mit der hierfür komponierten Kantate „Höchsterwünschtes Freudenfest“, BWV 194, ein. Die Störmthaler Orgel zählt heute zu den wenigen weitgehend im Originalzustand erhaltenen Bach-Orgeln.

Vom Braunkohle-Tagebau zum „Bach-Wald“

Im 20. Jahrhundert veränderte sich die Landschaft um Störmthal bei Leipzig durch die Nähe zum ehemaligen Braunkohle-Tagebau „Espenhain“ stark. Heute ist an die Stelle des Tagebaus unter anderem der Störmthaler See getreten, der Teil des „Leipziger Neuseenlandes“ ist. Im Zusammenhang mit der Renaturierung und Rekultivierung der Bergbaufolgelandschaft ist die Schaffung neuer Waldgebiete für Mensch und Tier hier ein besonderes Anliegen.

Das Projekt „Ein Wald für Bach“ wurde von Professor Michael Maul, dem Intendanten des Bachfestes Leipzig initiiert, der so die CO2-Bilanz des internationalen Festivals verbessern möchte. Geplant ist, in den kommenden Jahren eine Fläche von insgesamt 29 Hektar aufzuforsten.

Insgesamt sind 126.000 Bäume und über 3.600 Sträucher vorgesehen, sodass der Wald bis zu 290 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr binden kann: „Mehr als die Hälfte unserer Festivalgäste nutzt als Transportmittel das Flugzeug, so wie auch unsere internationalen Solisten und Ensembles.

Die Gleichung ist simpel: je internationaler ein Festival, desto problematisch die CO2-Bilanz. Dies zu ändern, liegt nicht in unserer Macht. Aber wir möchten einen nachhaltigen Ausgleich schaffen“, so Michael Maul.

Crowdfunding-Kampagne mit exklusive Geschenken für naturliebende Bach-Fans

Eine Crowdfunding-Kampagne soll bis zum 6. Dezember 2020 die noch fehlenden Mittel für die ersten drei Hektar Wald finanzieren. Die Kampagne richtet sich sowohl an Personen und Institutionen, die am Bachfest Leipzig partizipieren, wie Gäste, Künstler, Förderer und Partner als auch an alle Liebhaber der Musik Bachs, die mit ihrem Engagement ihre eigene, durch den Konzert-Tourismus bedingte CO2-Bilanz verbessern oder sich für den Klimaschutz einsetzen wollen.

Mit einer Spende von 3 Euro kann ein Baum bereitgestellt, gepflanzt und mehrere Jahre gepflegt werden. Es können beliebig viele Bäume gespendet werden, um das Projektziel zu unterstützen.

Um die Spendenbereitschaft zu erhöhen, winken exklusive Geschenke zum Thema Johann Sebastian Bach: „Mein Team und ich lassen unter anderem in Kyoto einen Fächer mit den originalen Noten zu Bachs berühmtem ›Air‹ auf Japanpapier produzieren, es gibt eine eigens aufgelegte DVD mit den diesjährigen Streaming-Produktionen der ›Johannes-Passion‹ – jüngst für den OPUS Klassik nominiert – und der ›h-Moll-Messe‹ des ›Bach-Marathons‹, an denen sich Bach-Freunde aus aller Welt digital beteiligt haben.

Und der Thomanerchor Leipzig produziert individualisierte Videobotschaften für tatkräftige Spender.“, freut sich Prof. Dr. Michael Maul, Intendant des Bachfestes Leipzig. „Den drei Haupspendern winkt zudem ein einzigartiger Bachfest-Besuch mit zahlreichen Überraschungen und spannenden Begegnungen vor Ort.“

Kompetenter Partner: Die Stiftung „Wald für Sachsen“

Die Spenden werden, abzüglich der Kampagnenkosten nach Fristende an die Stiftung „Wald für Sachsen“ weitergeleitet und von dieser zu 100 Prozent für die Anpflanzung der Bäume eingesetzt. Als erfahrener Partner des Projekts hat die Stiftung in den 25 Jahren ihres Bestehens bereits weit über 1.000 Hektar Wald erstaufgeforstet.

Walter Christian Steinbach, Stiftung „Wald für Sachsen“, Vorsitzender des Kuratoriums:

„Die Stiftung Wald für Sachsen schätzt sich glücklich, gemeinsam mit dem Bachfest Leipzig und den Bachfreuden aus aller Welt einen Beitrag für den Klimaschutz leisten zu können. Die Bedeutung der Aufforstung als CO2-Senke ist für den Klimaschutz weltweit überhaupt nicht zu unterschätzen. Mit dem Motto ›Grün ist Leben‹ stehen wir in der lebendigen Tradition der ökologischen Opposition der ehemaligen DDR. Wir unterstützen mit Nachdruck alle Aktionen, die zur Rettung unserer Erde beitragen und rufen jedem einzelnen Bachfreund zu: Machen Sie mit – ein Wald für Bach!“

Mit dem Bachfest ehrt die Stadt Leipzig jährlich im Juni Johann Sebastian Bach, der hier von 1723 bis zu seinem Tod im Jahr 1750 Thomaskantor war. Das Festival begrüßt jährlich über 70.000 Gäste aus über 40 Nationen und gehört damit zu den internationalsten Musikfestivals weltweit. An den historischen Bach-Wirkungsstätten Leipzigs musizieren – neben den großen lokalen Traditionsensembles Thomanerchor und Gewandhausorchester – jährlich die bekanntesten internationalen Bach-Interpreten. Die Laufzeit der Kooperation mit der Stiftung „Wald für Sachsen“ ist unbegrenzt.

www.bachfestleipzig.de/de/einwaldfuerbach

In dieser Woche beginnen die Bauarbeiten zur Öffnung des Deichs am Ratsholz

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Manchmal wird nur ein Teil des Rades geklaut. Foto: Marko Hofmann

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