Die ersten Bäume in der Bornaischen Straße werden gefällt und die Frage nach dem Schienenersatzverkehr ist noch ungeklärt + Update

Für alle LeserAm Montag, 27. Januar, gab es schon einmal den ersten Hinweis, dass es jetzt wirklich ernst wird in der Bornaischen Straße in Connewitz, die ab März endlich umgebaut und modernisiert werden soll. Das war zwar ursprünglich schon für 2019 geplant gewesen. Aber weil man damals keine „wirtschaftliche Ausschreibung“ mehr hinbekam, wurde das 11-Millionen-Euro-Projekt ins Jahr 2020 verschoben.

Das Verkehrs- und Tiefbauamt teilte nun am Montag, 27. Januar, mit: „Die Bornaische Straße in Leipzig-Connewitz zwischen Wiedebachplatz und Ecksteinstraße wird von März bis Mitte Dezember 2020 ausgebaut. Um die mit der Leipziger Gruppe koordinierten Straßen und Gleisbauarbeiten vorzubereiten, müssen ab Montag, den 3. Februar, Bäume gefällt werden. Hierfür werden vorab Halteverbote entlang der Bornaischen Straße eingerichtet.

Einige der zu fällenden Bäume sind geschädigt, andere müssen aufgrund der neuen Straßengestaltung von ihren Stellen weichen. Zum Abschluss der Bauarbeiten wird jedoch für alle 18 gefällten Bäume in der Bornaischen und Lippendorfer Straße Ersatz gepflanzt. Neben Linden kommen dann auch Spitzahorn, Hopfenbuche und Amberbaum in die Erde.“

Auch für die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), für die die Strecke auch die einzige Verbindung zum Straßenbahnhof Dölitz ist, hatte die Verschiebung Folgen: Sie musste in diesem Abschnitt der Bornaischen Straße eine Langsamfahrstrecke einrichten.

Und das ausgerechnet in einer Zeit, wo das Unternehmen versucht, die Zahl der Langsamfahrstrecken möglichst gering zu halten. Denn auch sie sorgen für die Verspätungen im Netz, die dann auch auf der Linie 11 deutlich zu spüren sind.

„Darüber hinaus investieren die Verkehrsbetriebe kontinuierlich in die Leistungsfähigkeit des Netzes. Um diese zu erhalten bzw. auch aus Sicherheitsgründen, werden an einigen Stellen Langsamfahrstellen angeordnet“, teilte die LVB-Pressestelle dazu auf Nachfrage mit.

„Deswegen unterscheiden wir zwischen Langsamfahrstellen von 40, 30, 20 oder 10 km/h. In den letzten 5 Jahren konnten wir so den Bundesdurchschnitt von etwa 10 Kilometer im Gesamtnetz von 306 Kilometern halten. Aufgrund verschobener Maßnahmen im letzten Jahr, so unter anderem die Bornaische Straße, wuchs die Anzahl bzw. die Länge leicht auf 13,7 Kilometern (2019: 10,3 km) an.“

Am 22. Januar informierten die LVB in einer Einwohnerversammlung über das anstehende Bauvorhaben und natürlich auch über die geplanten Umleitungsmaßnahmen. Aber da wird es eng in Connewitz, denn eine Ausweichstrecke für die Bornaische Straße gibt es praktisch nicht.

Was jetzt die Stadträtin der Linkspartei, Juliane Nagel, zum Inhalt einer Anfrage im Stadtrat gemacht hat.

„Laut Ausführungen des Verkehrs- und Tiefbauamtes im Rahmen der Informationsveranstaltung am 22. Januar 2020 plant die Stadt vom 2. März bis Jahresende den lang geplanten Umbau der Bornaischen Straße. Für viel Aufregung sorgte die Information über den mindestens für 10 Wochen fehlenden öffentlichen Ersatzverkehr im gesamten Bereich zwischen Klemmstraße und Connewitzer Kreuz“, stellt sie in ihrer Anfrage fest.

Das ist das komplette Straßenstück zwischen der Endstelle der Linie 9 am S-Bahnhof Connewitz und dem Connewitzer Kreuz. Logisch, dass Juliane Nagel dazu feststellt: „Dieser Bereich wird in dieser Zeit weder von Straßenbahn noch Schienenersatzverkehr bedient. Dies sorgt insbesondere für Menschen, die keine alternativen Fortbewegungsmittel haben, so etwa Senior/-innen und Eltern mit kleineren Kindern, berechtigterweise für Aufregung.“

Parallelstraßen gibt es zwar. Und Juliane Nagel fragt berechtigterweise, ob man hier – in der Dölitzer Straße und der Biedermannstraße bzw. der Zwenkauer oder der Arno-Nitzsche-Straße – nicht wenigstens Kleinbusse als Schienenersatzverkehr fahren lassen könnte. Denn dass die LVB überhaupt keinen Ersatzverkehr auf die Beine stellen, das wäre für Leipziger Großbaustellen zumindest ein Novum.

Nachtrag, 28. Januar, 17 Uhr: In der Zeit der Vollsperrung wollen die LVB jetzt einen Quartiersbus einrichten. Dieser soll halbstündlich vom Connewitzer Kreuz durch die Biedermannstraße bis zur Schule Connewitz fahren. Das ist zumindest erst einmal eine Lösung für Senioren und die betroffenen Grundschüler.

Ab 11. Juni sorgt eine Vollsperrung der Bornaischen Straße für Umleitungen und Schienenersatzverkehr

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