Die Markthalle soll kommen und auch für Pflanzen und Tiere soll es ein Eckchen geben

Für alle LeserEs wird sie geben. Es wird sie geben. Es wird sie geben. Vielleicht ja sogar noch zu unseren Lebzeiten: die neue Leipziger Markthalle. Fünf Mal hat der Leipziger Stadtrat den Bau dieser Markthalle auf dem Gelände der alten, im Zweiten Weltkrieg zerstörten Markthalle beantragt. Im Frühjahr, so kündigt jetzt das Planungsdezernat an, taucht sie wenigstens erst einmal im Bebauungsplan auf.

Zuletzt hatten immer neue Bauprojekte für das Gebiet des ehemaligen Markthallenviertels für Aufsehen gesorgt. So baut der Freistaat auf dem Südzipfel des Geländes ein neues Gebäude für das Leibniz-Institut für Länderkunde, wobei noch nicht klar ist, welche möglichen Ölkontaminationen sich im Untergrund befinden.

Ein Filetgrundstück wird mit dem vom Bund angekündigten „Forum Recht“ bebaut. Und seit Jahren fordern die Stadtratsfraktionen, die riesige Brache an der Grünewaldstraße auch dafür zu nutzen, hier ein neues Technisches Rathaus zu bauen.

Was die Grünen nun zu der besorgten Frage animierte: „Beabsichtigt der OBM immer noch, die bereits fünfmal vom Stadtrat beauftragte und immer wieder bestätigte Markthalle zu realisieren und wann wird das endlich sein?“

Und erstaunlicherweise hat auch ein Vorstoß des Nabu Leipzig aus dem Jahr 2016 Erfolg, der hier in den letzten Jahre um den Erhalt der entstandenen Schutzräume für Tiere und Pflanzten gekämpft hat. Dem folgte dann eine Petition zur Stadtnatur, die von mehreren Umweltverbänden unterstützt wurde. Eine Positionierung zum Wilhelm-Leuschner-Platz findet man auch auf der Website des BUND Leipzig. Es wird also auch noch ein paar erhaltene Biotope in diesem Areal geben.

Und das, so teilt das Dezernat Stadtentwicklung und Bau jetzt mit, habe dann wieder die Erstellung des Bebauungsplanes verzögert: „Ja, die Stadtverwaltung arbeitet an der Baurechtschaffung für den Leuschnerplatz und damit an den bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung einer Markthalle. Insbesondere die Herausforderungen zum Naturschutz (hier der Umgang mit den vorhandenen Biotopen sowie Fragen des Artenschutzes) führten zu starken Verzögerungen in der Entwurfserstellung des Bebauungsplanes.“

Im Frühjahr, so das Baudezernat, will man den Bebauungsplan für das Quartier zwischen Grünewaldstraße und Markthallenstraße dann endlich dem Stadtrat vorlegen. Dass sich die Pläne für die Markthalle inzwischen geändert hatten, hatte die Verwaltung ja schon mitgeteilt: Sie kann sich den Bau inzwischen in eigener Regie vorstellen.

„Der Entwurf zum B-Plan befindet sich jetzt in der verwaltungsinternen Abstimmung. In dem Plan wird auf dem historischen Markthallengrundstück ein Sondergebiet ‚überbaute Markthalle‘ ausgewiesen. Somit wird die Nutzung auf diesem Baufeld klar auf die Errichtung einer Markthalle festgelegt“, so das Baudezernat.

„Die in Arbeit befindlichen Untersuchungen zur Verwaltungsunterbringung betreffen auch den Leuschnerplatz. Bei den Variantenuntersuchungen wird die Unterbringung einer Markthalle mit berücksichtigt. Über mögliche Standortkombinationen zur mittel- und langfristigen Verwaltungsunterbringung soll der Stadtrat noch im ersten Quartal informiert werden. Ziel der Verwaltungsunterbringung ist u. a. die Erhöhung des ,Eigenanteils‘ von Verwaltungsobjekten in denen Verwaltungsleistungen im engeren Sinne angeboten werden. Aktuelle Planungen gehen von einer zusätzlichen Nutzbarkeit des Areals von ca. 860 Arbeitsplätzen für die Verwaltungsunterbringung aus.“

Grüne fragen zum sechsten Mal nach, wo die städtischen Pläne für die Markthalle bleiben

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Foto: Ralf Julke

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