Seniorenbeirat beantragt Umsetzung des Sitzbankkonzepts im Doppelhaushalt 2021/2022

Für alle LeserIm Februar legte Leipzigs Verwaltung nach langem Warten endlich ein Sitzbankkonzept vor. Erst einmal nur für die Innenstadt. Und auch nur unter Vorbehalt, denn für die 85 neuen Sitzbänke (plus weitere Sitzgelegenheiten) steht zwar eine Kostennote von 342.000 Euro. Aber das Geld ist noch nirgendwo bereitgestellt. Und einen Zeitplan zur Umsetzung hat die Verwaltung auch nicht mitgeliefert. Was jetzt den Seniorenbeirat auf den Plan ruft.

Denn von irgendwelchen Bänken in naher Zukunft träumen, wenn man in der Stadt als alter Mensch eine Bank zum Ausruhen sucht, bringt ja nichts. Erst recht nicht, wenn es fürs Stadtgebiet selbst noch gar kein Konzept gibt.

Zwei Dinge müssen noch dringend mit ins Beschlusspapier, so der Seniorenbeirat: der Zeitplan und der baldige Beschluss über die benötigte Summe.

„Es ist im ureigenen Interesse der Senioren und Seniorinnen, dass mehr Sitzmöglichkeiten (Sitzbänke) zwecks Ausruhen, Verweilen, Entspannen, Kommunizieren in der Stadt vorhanden sind. Damit wird für Bewohner und Gäste aller Generationen mehr Aufenthaltsqualität geschaffen. Deshalb begrüßt der Seniorenbeirat ausdrücklich die Vorlage, die von der Ratsversammlung beschlossen werden soll. Da das Thema der Sitzbänke bereits über viele Jahre virulent ist, ist die Angabe einer Zeitschiene für einen zeitnahen Beginn der Umsetzung des Konzeptes sehr wichtig und sollte im Beschlusstext enthalten sein“, betont der Seniorenbeirat sein Anliegen.

Und äußert dann auch deutlich seine Unzufriedenheit: „Das vorliegende Konzept ist nur für das Zentrum in der Innenstadt konzipiert. Das reicht aus der Sicht des Seniorenbeirates nicht aus. Deshalb sollte im Rahmen der Fortschreibung das Konzept auf Standorte im ganzen Stadtgebiet erweitert werden. Dabei sind Eigenverantwortung und Sponsoring als entscheidende Faktoren einzubeziehen.“

Und dann hat man noch den Wunsch, dass das Papier auch Mindestanforderungen an die Bänke definiert. Denn nicht jedes modisch gestaltete Stadtmöbel ist auch altersgerecht.

„Sitzbänke haben mehrfache Funktionen zu erfüllen, die natürlich bei der Aufstellung aber auch bei der Ausstattung zu berücksichtigen sind. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, entsprechende Mindestanforderungen im Beschluss zu fixieren. Um beispielsweise mehr Kontakte zu ermöglichen, sollte zwischen verschiedenen gestalterischen Varianten, wie Eck- oder Rundbänke u. ä. abgewogen werden. Armlehnen sind erforderlich, um Älteren ein besseres Aufstehen zu gewährleisten“, benennt der Seniorenbeirat einige simple Dinge, die man an manchen schon existierenden Bänken tatsächlich vermisst.

Und das Geld? Aktuell müsste sich ja der Stadtrat – trotz Corona-Homeoffice – schon mit den Planungen für den nächsten Doppelhaushalt beschäftigen. Im Herbst sollte darüber in der Ratsversammlung beraten werden. Da gehören die Sitzbänke doch zwingend hinein, meint der Seniorenbeirat: „Zur Finanzierung des Projektes ist zu bemerken: Da gemäß der derzeitigen Beschlusslage die Finanzierung nicht ausreichend ist, ist es erforderlich, im Rahmen der Haushaltsdiskussion 2021/22 eine finanzielle Sicherheit einschließlich einer Personalstelle für Koordinierung des Sponsorings für die Realisierung der Vorhaben zu bewerten.“

Für 342.000 Euro kann Leipzigs City über 100 neue Sitzgelegenheiten bekommen

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SeniorenbeiratSitzbänke
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Svante Pääbo mit dem Schädel eines Neandertalers. Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

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