Quo Vadis Leipziger Montagsdemonstration? Teil 2 einer längeren Debatte

Wohin driftet die Gesellschaft? Eine Frage, die sich die Menschen nicht erst im Vorhof zur französischen Revolution gestellt haben. Sie ist bereits diskutiert worden, als die ersten Priester für ihren Tempeldienst den Zehnt forderten. Und sie ist geblieben, eine Daueraufgabe jeder Generation und nachhaltig zu verfolgen. Ob es unabhängige Medien sind, zu denen ich zumindest als Mit-Macher die L-IZ zähle, oder eben eine Demonstration, welche sich seit drei Wochen regelmäßig auf dem Leipziger Augustusplatz einfindet - gesprochen, abgewogen und verändert werden muss. Immer.

Ob die Montagsdemonstrationen ein Teil der immerwährenden Entwicklung unserer heutigen Gesellschaft werden können? Erster Eindruck: Schaun mer mal. Etwa 250 Menschen sind es bislang, von denen manche eine erste Erweckung erleben mögen, während andere bereits dabei sind, hinter den Reihen zu agieren und eifrig in ihrem Sinne zu agitieren. Doch dazu am Schluss. Soviel vorab: Es gibt sehr gute Gründe für zeitpolitisch interessierte Leipziger, sich mal an einem Montag gegen 18 Uhr zum Augustusplatz direkt vor die Leipziger Oper zu begeben. Denn zu einer Demokratie gehört die Teilnahme an ihr ebenso, wie die im Gegensatz zu den Montagsdemonstrationen unserer Eltern heute geringe Zahl anwesender Polizisten.

Demokratie braucht Debatte und Veränderung, auch wenn hier nicht alle Anwesenden verstanden haben, dass sie gegen die Auswüchse eines undemokratischen Kapitalismus demonstrieren und weniger gegen die Gesellschaftsform.

Eines hat die Veranstaltung namens „Montagsdemonstration“ innerhalb der letzten drei Wochen bereits geschafft. Sie ist ein Zeichen des Unmutes, der öffentlichen Äußerung von Ablehnung gewisser gesellschaftlicher Entwicklungen und sie trägt auch einen Teil der jahrelang nur anonym im Netz geführten Diskussionen von Fehlentwicklungen in den öffentlichen Raum. Da, wo diese Debatten hingehören und echter werden. Wo sie aber auch auf Widerstand und Gegenrede stoßen: Diese fehlt derzeit auf dem Augustusplatz.
Erster Eindruck an diesem 14. April beim Zuhören: Es gibt jede Menge am Ist-Zustand zu kritisieren, eigentlich das Alltagsgeschäft von gutem Journalismus. Der ist zwar heute längst schlechter bezahlt, als sich hier einige vorstellen können (das sind ja die da oben), aber dem Anspruch selbst ist dennoch niemals auszuweichen. An welchen vor der Oper viele nur noch begrenzt zu glauben scheinen, manche scheinen dabei gewisse Zusammenhänge das erste Mal zu hören. Da fällt mir meine Lieblingsforderung an unsere heutige Zeit ein: Bildung, Bildung, Bildung.

Der Vorteil bei den Redebeiträgen jedoch: Persönlich vorgetragene Kritik muss selbst vorab gedacht werden, bevor sie auch bei anderen Menschen Wirkung entfaltet. Will man den Weg zum mündigen Bürger beschreiten, gibt es wohl nur diesen, den aktiven. Doch als an einen Redner Nachfragen gestellt werden sollen, ist es still.

Die Vorträge wirken strukturierter als noch bei den ersten zwei Montagsdemos oder in der recht allgemein gehaltenen „Leipziger Erklärung“. Diese klingt ein wenig nach „Weltfrieden für alle“ und wir gegen die da „Oben“. Das ist immer gut – ein wenig greifbarer Feind, hierarchisch gedacht immer irgendwie gegen jemanden der vorn oder oben ist, der weg muss. Und dann wird alles besser. Nein, wird es nicht denke ich, es beginnt bei jedem selbst, wie er leben will. Ob alle Anwesenden bereits verstanden haben, dass sie dafür eine Menge Privilegien an die abgeben müssen, die lange schon unter ihnen leiden? Unter ihren Ansprüchen nach allem möglichen. Dann müssten sie das „R“ wegwerfen und von Evolution sprechen. Mehr für als gegen etwas sein. Die Frage, warum Europa längst zur Festung ausgebaut wird, findet heute und hier nicht statt.

Mancher Redner entfaltet Talent, andere wirken eher etwas weltentrückt. Seien es Ansprachen zu genetisch veränderten Pflanzen und dem längst bis nach Europa gewachsenen Einfluss Monsantos, die Finanz- und Geldpolitik zugunsten derer, die über das Vermögen der Welt zu herrschen scheinen, die allgemeine Ungerechtigkeit bis hin zur aktuellen Außenpolitik Europas im Russlandkonflikt. Es ist gut zu sehen, dass sich Menschen bemühen und es frei artikulieren.
Ein junger Mann verliest Schlagzeilen aus Netzmedien von Spiegel.de über Zeit.de bis hin zur Süddeutschen Zeitung. „Ein Prozent der Menschen besitzen 50 Prozent des Geldvermögens“, „Das nächste Sparpaket kommt“ und fragt die Anwesenden, warum man es dann nicht Kürzungen nennt, ob Geld wirklich Geld verdienen kann und wohin man mit den Menschen will, wenn doch immer mehr Maschinen die Produktion übernehmen. Wenn Produktion kein Selbstzweck sei – warum partizipieren dann die Menschen nicht mehr am ständigen Anstieg der Produktivität?

Ein Mann direkt vor mir reißt einen A4-Zettel hoch, auf dem er die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens fordert. Ich gebe zu, ich bin ein Freund dieser Idee – aber er als Person wirkt leicht entrückt. Er tanzt vor Freude, immer wenn ein Redner in die Nähe seines Themas kommt. Ich lehne mich zurück, ja diese Gesellschaft spaltet lieber, als das sie zusammenführt. (Wann habe ich das gleich noch mal das erste Mal gesagt? War es irgendwann in den Endneunzigern?). Panta rhei.

Applaus, Kopfnicken um mich herum bei vielen Aussagen und dennoch sind es Themen, die bereits im gesellschaftlichen Mainstream besprochen werden. Gregor Gysi (Die Linke) hätte zur Frage der Arbeit und der kommenden Verdienstverteilung unter dem sichtbaren Produktionsschub an gleicher Stelle wohl eine Rede von vor 5 Jahren abspulen können. Aber es ist gut, dass die Ansprache ein politischer Laie, ein Bürger ohne die oft genug parteiübergreifend durchaus glatt wirkende Routine in unsicherer Form hält. Er hat Notizen mitgebracht, aber er stellt sich und seine Fragen ihm unbekannten Menschen auf einem öffentlichen Platz.

Und es sind echte Fragen, Fragen, die diese Gesellschaft offenbar noch nicht beantworten kann oder will. Und um die sich tatsächlich weltweit viele NGOs teils verzweifelt bemühen, ohne gleich Antworten liefern zu können. Die Demonstranten auch noch nicht abschließend, doch es werden Versuche gewagt. Wenn ein Redner empfiehlt, mehr auf regionale Produkte zurückzugreifen und schildert, wie hiesige Apfelsorten bereits verschwunden sind, liegt er im bekannten Trend in Richtung Regionalwirtschaft und damit Ressourcenschonung und Hinwendung zur heimischen Produktion. Ein weiteres meiner Lieblingsthemen – frei von Nationalismus essen, was vor der eigenen Nase wächst. Ob alle hier wissen, zu welcher Jahreszeit man welche Produkte besser nicht kaufen sollte, weil sie zigtausende Kilometer hinter sich haben?
Wenn er dabei versucht, den Einfluss der Agrarindustrie darzustellen, ist hingegen kein abschreckendes Wort groß genug. Monstranz war auch einem gewissen Maximilien Robespierre nicht fremd. Wie seine kopflosen Opfer meist zu spät erfuhren.

Mancher ist hier bei seinen Beiträgen schon zu selbstsicher und im Gegensatz zu den grundsätzlichen Themen eher randständig. Wenn ein weiterer Teilnehmer am Mikrophon in seinem Kampf gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk frei heraus sagt, er zahle keine GEZ, da diese ungesetzlich wäre, sehen es hier viele als ein Zeichen von Widerstand. Es wird geklatscht, als er beschreibt, wie er die Zahlung standhaft verweigert. Unabhängig davon, dass es hier einigen entgangen sein wird, dass der immer vorhandene Druck auf die Sender auch in den vergangenen Jahren schon zu manchmal herausragenden Reportageformaten wie Monitor, Panorama bis hin zu Frontal21 geführt haben. Die Frage in meinem Kopf ist erneut, ob es generell Revolutionen oder Evolutionen waren, die die Welt änderten. Derzeit behält Darwin noch immer Recht, auch hier im Angesicht angestauter Verärgerungen über den Lauf der Welt.

Es ist der Unmut, der die Menschen zum Augustusplatz bringt. Es wäre vermessen, heute zu prognostizieren wie viele es noch werden. Ebenso vermessen, was aus den neuen Montagsdemonstrationen selbst in Leipzig wird. Den Fehler einer vorschnellen Verurteilung hat ein anderes untergegangenes System schon einmal begangen. Das alle Systeme Änderungen unterliegen, ist eine ureigene Leipziger Erfahrung – fast ein Jahrtausend lang.

Eine weitere Erfahrung meiner Heimatstadt ist es, Blendern auch in schweren Zeiten ein scharfes Auge zu widmen. Und so fällt es auf, dass mit Stephan S. einer der hauptsächlichen Betreiber der offen mit der NPD verbundenen Initiative „Gohlis sagt Nein zur Moschee“ vom ersten Montag an wie eine Biene von Gruppe zu Gruppe auf der Demonstration fliegt, für Minuten wie ein Feldherr auf den obersten Stufen der Treppen zum Operneingang verweilt, mit Rednern vorab gewichtige Worte wechselt und sichtlich erfreut auf die Szenerie zu seinen Füßen schaut.

Die Leipziger Montagsdemonstrationen von 89 kannten letztlich keine Anführer, die Dynamik entstand aus den ähnlichen Lebenseindrücken der anwachsenden Demonstrantenmengen. Viele kluge Menschen am Beginn kannte sie auch. Darunter weltoffene, innovative Bürgerrechtler die größte Lust auf eine neue, offenere Gesellschaft hatten. Waren alle Menschen „gut“, die da 89 über die Straßen zogen? Sicher nicht, dem steht jede menschliche Erfahrung entgegen. Wie immer gilt wohl auch für diese neuen Montagsdemonstrationen in Leipzig: Warum nicht einfach mal hingehen, eine Stunde im Leben ist nicht viel. Eine eigene Meinung bilden und dann darüber reden. Und vielleicht, in der Tat so manches drängende Probleme friedlich und gewaltfrei gemeinsam anpacken. Gern auch auf der Straße, wo sich nach dem bestehenden Grundgesetz derzeit Leipziger am Montag friedlich unter freiem Himmel versammeln, sich Zeit dafür nehmen und Kluges und weniger Kluges reden.

Wohin das führt? Schaun mer mal.

Die Leipziger Erklärung zur Demonstration (PDF)
http://s14.directupload.net/images/user/140407/dazikgef.pdf

Zum ersten Debattenbeitrag vom 15. April 2014 auf L-IZ.de

Quo Vadis Leipziger Montagsdemonstration? Teil 1 einer längeren Debatte

Anm. d. Red: Das Kommentarfeld wurde bewusst unter beiden Debattenbeiträgen zur Montagsdemo eingebunden um die Diskussionen zusammenzuführen.


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