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Wie Bevölkerungsentwicklung und Erwerbstätigenzahl in Sachsens Kreisen zusammenhängen

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    Eigentlich machen es Sachsens Statistiker der Staatsregierung recht einfach, zumindest, wenn es um das Verständnis von Demografie geht. Am einen Tag melden sie „Leichter Rückgang der Bevölkerung Sachsens zum Jahresende 2019“ und am nächsten Tag schieben sie die Meldung nach „Drei Viertel der Arbeitsplatzgewinne 2018 in den Kreisfreien Städten in Sachsen“. Wir leben in einer Gesellschaft, die Existenzgrundlage mit Arbeitsplatz gleichsetzt. Menschen ziehen dorthin, wo es Arbeit gibt.

    Und das hat direkte Folgen für alles andere, womit sich Sachsens Regierung so schwertut: Krankenhäuser, Schulen, bezahlbarer Wohnraum, Kita-Betreuung, Landärzte, ÖPNV …

    Aber zumindest gibt es jetzt erst einmal die offiziellen Einwohnerzahlen für Sachsen zum Jahresende 2019.

    Am 31. Dezember 2019 lebten im Freistaat Sachsen 4.071.971 Einwohnerinnen und Einwohner. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist damit die Bevölkerungszahl im Vergleich zum 31. Dezember 2018 um 5.966 Personen bzw. 0,1 Prozent gesunken. Den größten Bevölkerungsrückgang verzeichneten dabei der Landkreis Görlitz mit 0,9 Prozent sowie der Erzgebirgskreis, der Vogtlandkreis und der Landkreis Zwickau mit jeweils 0,8 Prozent.

    Bei den Gemeinden sank die Bevölkerungszahl prozentual am stärksten in Trebendorf (um 4,7Prozent) im Landkreis Görlitz, in Niederdorf (um 3,3 Prozent) im Erzgebirgskreis sowie in Zettlitz (um 2,7 Prozent) im Landkreis Mittelsachsen.

    Gestiegen ist die Bevölkerungszahl hingegen – wie in den Vorjahren – in den Kreisfreien Städten Leipzig (um 0,9 Prozent) und Dresden (um 0,4 Prozent). In den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen war die Bevölkerungsbilanz Ende 2019 ebenfalls geringfügig positiv. Etwas deutlicher nahmen die Bevölkerungszahlen in den Gemeinden Nebelschütz (um 3,9 Prozent) im Landkreis Bautzen, in Löbnitz (um 3,5 Prozent) im Landkreis Nordsachsen sowie in Oberwiera (um 2,5 Prozent) im Landkreis Zwickau zu.

    Leipzig wuchs demnach um 5.288 Einwohner/-innen auf nunmehr offizielle 593.145, und weil in der Stadt die bezahlbaren Wohnungen knapp geworden sind, profitieren davon die beiden Landkreise Leipzig und Nordsachsen, die 376 bzw. 68 Einwohner/-innen dazugewonnen haben und sich damit gegen den Trend der sächsischen Landkreise entwickelten.

    Und Ursache sind die neu entstandenen Arbeitsplätze.

    Da hat das Statistische Landesamt zwar nur die revidierten Beschäftigtenzahlen für 2018 vorgelegt, aber sie zeigen, was da die ganze Zeit passiert und vor allem die jungen Sachsen in Bewegung setzt.

    Die Zahl der Erwerbstätigen in Sachsen erhöhte sich 2018 um 18.000 Personen bzw. 0,9 Prozent gegenüber 2017. Doch fast 75 Prozent der Zuwächse wurden in den Kreisfreien Städten erreicht. Die größten Arbeitsplatzgewinne verzeichneten mit 2,0 bzw. 1,8 Prozent die Städte Dresden und Leipzig.

    Allein seit 2010 hat Leipzig seine Erwerbstätigenzahl von 301.300 auf 342.300 erhöht, in Dresden stieg sie von 303.600 auf 336.700.

    Vom Beschäftigungsaufbau in Leipzig profitierte logischerweise auch der Landkreis Leipzig, wo die Beschäftigtenzahl von 98.700 auf 102.500 anstieg, in Nordsachsen stieg sie von 92.600 auf 93.200.

    Wobei auffällt, dass Leipzig (genauso wie Dresden) längst mehr Arbeitsplätze bietet als noch im Jahr 1990, in dem die Abwicklung der alten DDR-Industrie ja gerade erst begann. Entsprechend verändert ist die Struktur der Beschäftigungsverhältnisse. Nur noch jeder zehnte Arbeitsplatz in Leipzig findet sich in der Industrie. Die meisten Beschäftigten findet man im Cluster „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“. Dort arbeitet heute jede/-r Dritte (109.700).

    Die neuen – oft hochqualifizierten – Arbeitsplätze sind vor allem in den beiden Großstädten entstanden.

    Während genau solche Arbeitsplätze aus den ländlichen Regionen natürlich verschwinden, wenn dort Verwaltungen, Krankenhäuser und Schulen geschlossen werden. Und jahrelang galt nun einmal in Sachsen, dass alles rückgebaut wurde, was sich aus buchhalterischer Sicht nicht mehr „rechnete“. Man hat den Trend zum Verlust anspruchsvoller Tätigkeiten in den Landkreisen also verstärkt und damit gerade Schulabgänger animiert, sich für ihre Berufszukunft auf die Großstädte zu konzentrieren.

    Ergebnis: Die Beschäftigungsentwicklung in den sächsischen Landkreisen war mit einem durchschnittlichen Plus von 0,4 Prozent deutlich verhaltener – in Mittelsachsen trat sogar ein Rückgang um 0,4 Prozent und im Erzgebirgskreis um 0,1 Prozent ein. Im Vergleich zum Jahr 1991 waren die Städte Dresden und Leipzig die einzigen Gewinner an Arbeitsplätzen (plus 13,6 bzw. 12,8 Prozent). In den Landkreisen ging die Zahl der Erwerbstätigen seither um durchschnittlich 15,5 Prozent zurück.

    Zum 31. Dezember hatte Leipzig 601.668 gemeldete Einwohner

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