Leipziger Freiheitsdenkmal: Ab Freitag dürfen die Leipziger offiziell über die Entwürfe diskutieren

Braucht die Freiheit ein Denkmal? - Diese Diskussion wird mit dem Bau eines Denkmals in Leipzig nicht beendet. Am Freitag, 6. Juli, wurden die drei Siegerentwürfe aus dem Leipziger Wettbewerb vorgestellt. Was die anderen 35 Künstler und Künstlergemeinschaften aus aller Welt als Idee angeboten haben, wird die Öffentlichkeit erst am 13. Juli erfahren, wenn die große Ausstellung aller Wettbewerbsbeiträge in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses eröffnet wird.
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Die Jury unter Vorsitz des Landschaftsarchitekten Prof. Henri Bava hatte den 1. Preis dem Entwurf „70.000“ der Münchner Künstlergruppe M + M, Marc Weis und Martin de Mattia, zuerkannt. 55.000 Euro Preisgeld wurden ausgereicht, 120.000 Euro als Bearbeitungshonoror für die Teilnehmer. Die LVZ macht derweil schon wieder eine Abstimmung unter ihren Lesern. Natürlich nur mit den drei vom Preisgericht gewürdigten Entwürfen. Neben dem von M + M ist das noch der Entwurf „Eine Stiftung an die Zukunft“ der Berliner Künstlergruppe realities: united, Studio for art and architecture, Jan Edler und Tim Edler, und der Entwurf „Herbstgarten“ der Leipziger Künstlerinnengruppe Anna Dilengite, Tina Bara und Alba d’Urbano.

Alle drei Entwürfe sind keine Denkmalentwürfe im klassischen Sinn, sondern nehmen größere oder kleinere Teilräume des Wilhelm-Leuschner-Platzes mit ein. Sie sind erlaufbar, auch als offener Platz nutzbar. Die Entwürfe von M + M und realities: united sind auch noch mit beweglichen Elementen gedacht.

Das große Tortendiagramm von realities: united geht vom Zeitstrahl der Friedlichen Revolution 1989 aus und sortiert dazu Elemente, die die ganze zuweilen chaotische Zeitentwicklung seitdem widerspiegeln. Bei M + M sind die farbigen Aluminiumwürfel auf dem farbigen Spielfeld beweglich und können und sollen auch in den Stadtraum hinausgetragen werden. Wenn sie weg sind, ist nur noch die bunte Fläche da, deren farbige Felder selbst wieder für die vielen Farben der geschichtlichen Entwicklung stehen.

Das Denkmal war politisch gedacht. Die Jury war auch mit politischen Entsandten besetzt.Und die Vertreter der Institutionen, die das Geld für das Denkmal weiterleiten, sahen auch die am Ende – nach Aussage von OBM Burkhard Jung – einhellige Entscheidung der Jury als eine politische.

Dr. Sigrid Bias-Engels, die den Bund vertrat, der 5 Millionen Euro für das Projekt bereitstellt, erklärte: „Der gewaltfreie Protest und die Zivilcourage vieler DDR-Bürger in der Friedlichen Revolution insbesondere in Leipzig werden mit den preisgekrönten Entwürfen in eine eindrucksvolle künstlerische Formensprache umgesetzt. Durch den Beschluss des Deutschen Bundestages und der Förderung des Kulturstaatsministers mit bis zu fünf Millionen Euro konnte das Denkmalprojekt in die Tat umgesetzt werden. Der heute ausgewählte Siegerentwurf regt zur persönlichen Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte an. Das herausragende Engagement der Menschen für Freiheit, Demokratie und Einheit und gegen die SED-Diktatur wird nun durch das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal dauerhaft in Erinnerung bleiben.“

Dr. Günter Kröber, der vom Freistaat Sachsen in die 15köpfige Jury entsandt wurde (der Freistaat gibt 1,5 Millionen Euro dazu), sprach betont die Tatsache an, dass im Herbst 1989 in mehreren Städten, „auch in mehreren sächsischen Städten“ demonstriert worden sei, man habe sich dann aber doch für die Unterstützung Leipzigs entschieden als zentralen Ort dieser Erinnerung.

Auch wenn die LVZ jetzt wieder ihr Publikum zum Abstimmen animiert – eine öffentliche Abstimmung über die zukünftige Denkmalsgestaltung soll es nicht geben. Nur ein öffentliches Bürgerforum, das auch am 13. Juli um 19 Uhr im Neuen Rathaus stattfinden soll, und ein Online-Diskussionsforum. „Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sollen mit einfließen in die Entscheidung“, sagt OBM Burkhard Jung.
Und im weiteren Verfahren sind nur die drei jetzt „mit großem Abstand“ ausgezeichneten Entwürfe. Welches wirklich umgesetzt wird, sollen jetzt die Gespräche mit den drei Künstlergruppen ergeben, wo es um die harten Fakten geht – wie teuer wird es wirklich? Reichen die 6,5 Millionen Euro, um 70.000 bunte Würfel aus Aluminium herzustellen? Reicht die Zeit, das Ganze bis zum 9. Oktober 2014 fertigzustellen? – Denn wenn das kompliziere Punkteverfahren zu Ende ist, braucht der Oberbürgermeister noch die Zustimmung des Stadtrates.

Denn egal, welches Modell verwirklicht wird, es bedeutet eine dauerhafte Veränderung eines zentralen Stadtraumes.

Unübersehbar ist der Entwurf „Herbstgarten“ so raumgreifend, dass nicht nur die Betonelemente, die den Schriftzug „Keine Gewalt“ bilden, zwischen Bodenwellen und Obstbäumen verschwinden – auch der südliche Ausgang der City-Tunnel-Station „Wilhelm-Leuschner-Platz / Platz der Friedlichen Revolution!“ steht dann im Grün. Teilweise wird von diesem Entwurf auch noch ein derzeit unbebautes Grundstück, das sich noch in Privatbesitz befindet, in Anspruch genommen.

Die beiden anderen Entwürfe sind vom Format her klein genug, um sich in die bestehende Freifläche einzufügen. Mit 3.000 Quadratmetern ist „70.000“ etwa so groß wie ein großes Fußballfeld. Burkhard Jung war von der spielerischen Idee am Freitag so angetan, dass er sich gleich eines der kleinen bunten Modell-Elemente schnappte.Die Reihenfolge der Preisvergabe entscheidet schon über die Chancen der Umsetzung. Denn die drei Siegerentwürfe nehmen nicht ihre Punkte aus dem Jury-Entscheid mit, sondern starten mit 180, 120 und 60 Punkten in die nächste Runde.

Maximal 120 Punkte sind hier noch über die harten Verhandlungen zu erreichen. Was eigentlich auch bedeutet, dass der „Herbstgarten“ schon raus ist.

Prof. Henri Bava verteidigte am Freitag die Zusammensetzung der Jury. Diese sei hochkarätig gewesen und entspräche dem hohen Standard solcher Jurys, die in Deutschland mittlerweile Tradition hätten. Wenn man nun doch die Leipziger darüber abstimmen ließe, würde man auch riskieren, dass sich für künftige Jurys die benötigten Fachleute nicht mehr zur Verfügung stellen würden.

Die Jury bestand aus 15 stimmberechtigten Mitgliedern und weiteren 11 stellvertretenden Preisrichtern. Sie tagte zwei Tage lang – am 5. und 6. Juli, am 5. Juli sogar bis tief in die Nacht. Die Diskussionen seien hochemotional geführt worden, bestätigte auch Bava. Umso erstaunlicher am Ende das einhellige Ergebnis, das am Freitag, 6. Juli, kurz nach 16 Uhr verkündet wurde.

Kleines Achtungszeichen: Die Jury war zwar offiziell mit einem kleinen Übergewicht der Fachpreisrichter besetzt. Aber der Leipziger Planungsdezernent Martin zur Nedden (SPD), der hier als Fachpreisrichter fungierte, kann auch durchaus der politischen Fraktion zugerechnet werden.

Die anderen Fachpreisrichter waren Prof. Henri Bava (Landschaftsarchitekt), Prof. Dr. Dieter Daniels (Kunstwissenschaftler), Prof. Dr. Stefanie Endlich (Publizistin), Jochen Gerz (Künstler), Dr. Ulrike Lorenz (Kuratorin), Prof. Gernot Schulz (Architekt), und Prof. Dr. Philipp Ursprung (Kunstwissenschaftler).

Von politischer Seite in die Jury entsandt wurden Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Roland Quester (Stadtrat Bündnis 90/Die Grünen), der Bundestagsabgeordnete Johannes Selle (CDU), als Beauftragte der Bundesregierung war am Ende Dr. Sigrid Bias-Engels (SPD) dabei, als Beauftragter des Freistaats Sachsen Dr. Günter Kröber (FDP), dazu der sächsische Landtagsabgeordnete Robert Clemen (CDU) und der ehemalige Bürgerrechtler Konrad Weiß als „Person der Zeitgeschichte“.

Dass am Ende drei größere Platz-Lösungen für das Denkmal angeboten wurden, hat natürlich mit der Vorgabe der Stadt zu tun, beim Denkmalsentwurf die Neudefinition des Wilhelm-Leuschner-Platzes mit einzubeziehen. Ob das wirklich alle Künstler so sahen, wird man am 13. Juli sehen, wenn die Ausstellung eröffnet wird.

Am 13. Juli wird auch der Online-Dialog über das Denkmal freigeschaltet. Zu finden unter:

www.denkmaldialog-leipzig.deBildergalerie:


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