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Zwei Extra-Container und eine Nachrüstung mit Seifenspendern und Papierhandtüchern

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    Die großen Satire-Sendungen im deutschen Fernsehen haben sich ja alle lustig gemacht, als die ersten Bundesländer erste Schulöffnungen nach dem Corona-Lockdown bekannt gaben und gleichzeitig von jeder Schule entsprechende Hygienekonzepte forderten. Da flatterten dann gleich wieder die katastrophalen Bilder aus einigen deutschen Schultoiletten über die Bildschirme. Hatte denn nicht auch Leipzig so ein Problem? Die SPD-Fraktion hatte nachgefragt.

    Denn jahrelang gehörten die Schultoiletten nicht wirklich zum Arbeitsprogramm der Stadtverwaltung. Die steigerte zwar über die Jahre die Planungen für die dringend benötigte Schulneubauten. Aber in den noch unsanierten Schulen stank es zuweilen zum Himmel. Zumindest, bis der Stadtrat immer mehr Druck auf die Verwaltung ausübte, dass die Gelder für Instandhaltung endlich deutlich erhöht werden und in den „alten“ Schulen auch mal die Sanitärtrakte ausgetauscht werden konnten.

    Aber ganz war Leipzig damit noch nicht durch. „Nicht erst seit Corona sind die hygienischen Bedingungen ein immer wiederkehrendes Thema an Leipzigs Schulen“, stellte die SPD-Fraktion jetzt in ihrer coronabedingten Anfrage zum Thema fest. „So setzte sich die SPD-Fraktion in den Haushaltsverhandlungen für ein höheres Budget zur Ausstattung und Sanierung von Schultoiletten ein, um die Missstände schnell zu beseitigen. Angesichts der neuen Situation durch Corona fragen wir daher nach den aktuellen Standards.“

    Das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule hat jetzt geantwortet, kann aber nicht wirklich sagen, welche Schulen tatsächlich schon die 2018 vom Stadtrat beschlossenen Baustandards für die Toiletten erfüllen.

    „Ein Vergleich der Standards für Neubauvorhaben und Komplexsanierungen mit allen Bestandsbauten ist nicht kurzfristig erstellbar. Schrittweise soll jedoch eine Übersicht der zur Verfügung stehenden Sanitäreinrichtungen und Handwaschbecken in Unterrichtsräumen erstellt werden. Dazu wurde kürzlich in der stadtweit zum Einsatz kommenden Software FAMOS die Möglichkeit geschaffen, am Raum direkt die jeweiligen Sanitärobjekte zahlenmäßig zu erfassen“, erklärt das Dezernat.

    „Liegen Anhaltspunkte vor, dass die hygienischen Standards an einzelnen Schulen nicht eingehalten werden können, werden die erforderlichen Maßnahmen in Abstimmung mit der Schulleitung abgestimmt und umgesetzt.“

    Aber dringlicher war ja noch die Frage: „Welche Vorkehrungen hat die Stadt Leipzig hinsichtlich der Corona-Pandemie an den Schulen getroffen, die die Standards nicht erfüllen?“

    Und da gab es eindeutig Handlungsbedarf, gesteht das Schuldezernat zu: „Sofern im Einzelfall an Standorten Handtuch- bzw. Seifenspender fehlen, werden diese bedarfsweise nachgerüstet. An zwei Schulen wurde ein Sanitär- bzw. Waschcontainer zur Verfügung gestellt, um die Allgemeinverfügung zur Regelung des Betriebes von Einrichtungen der Kinderbetreuung und von Schulen einhalten zu können.“

    Und ebenso dringlich: „Müssen die Standards durch die Erfahrungen und Hygienekonzepte in der Coronakrise angepasst werden?“ Immerhin erfolgte der 2018er Beschluss ja noch in einer Zeit, in der zumindest die Leipziger Stadträt/-innen nicht damit rechnen konnten, dass demnächst eine Pandemie die neuen Regeln diktieren würde.

    Aber augenscheinlich helfen – so sieht es zumindest das Schuldezernat – ganz normale Hygienestandards schon, um auch in der Pandemievorsorge ausreichend für Sauberkeit zu sorgen: „Nach Abstimmung mit dem Gesundheitsamt besteht kein Erfordernis zur Anpassung der Schulhausbaustandards in Bezug auf die Ausstattung von Waschbecken und Toiletten.

    Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie werden alle Handwaschbecken mit Seifenspendern und Papierhandtüchern ausgestattet, sofern dies nicht bereits erfolgt ist. Diese Maßnahme erfolgt schrittweise. Zusätzlich soll die Verwaltung und Verantwortung für die Verbrauchsmaterialien zentralisiert werden, um einen einheitlichen Standard an den Schulen zu schaffen. Die Finanzierung wird haushaltsneutral aus dem Schulbudget in ein zentrales Budget überführt.“

    Das klingt ganz so, als hinke man da noch ein wenig hinterher, was bei über 150 allgemeinbildenden Schulen in Leipzig zumindest verständlich ist. Was aber eben auch davon erzählt, dass Corona neue Standards setzt, die eigentlich schon lange hätten Normalstandards sein müssen. Auch in den Schulen.

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