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Autobahn A72: SPD und Ökolöwe gegen Ausbau bis ins Leipziger Zentrum

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    Am 2. Dezember seufzte Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) hörbar auf. - Im Klageverfahren A72 Abschnitt 5.1 Borna bis Rötha wurde der Eilantrag gegen den Sofortvollzug des Planfeststellungsbeschluss zurückgezogen. "Ich freue mich, dass weiterhin Baurecht besteht und mit den Bauarbeiten wie geplant begonnen werden kann", so Sven Morlok. Auch der Bund habe zugesagt, die umgehende Aufnahme des Abschnittes Borna bis Rötha in den Straßenbauplan zu veranlassen.

    In Abhängigkeit von der Witterung werde deshalb Anfang 2013 mit den ersten archäologischen Erkundungen und mit der Freimachung des Baufeldes begonnen, so Morlok. Womit dann die nächsten 9,5 Kilometer dieses Mammutprojekts gebaut werden können, das ursprünglich Chemnitz und Leipzig schon zur Fußball-WM 2006 verbinden sollte. Doch jeder einzelne Abschnitt erweist sich als deutlich komplexer als zuvor geplant – was nicht nur an den Einsprüchen von Umweltschützern liegt.

    Allein der Abschnitt von Borna bis Rötha wird nach den Kalkulationen der Planer 63,6 Millionen Euro kosten, 18,5 Millionen will der Bund beisteuern. Im Investitionsrahmenplan des Bundesverkehrsministeriums ist die Baumaßnahme als prioritär ausgewiesen.

    In Leipzig ist man dann freilich noch lange nicht. Dann fehlt nämlich noch das Stück von Rötha bis zur Anschlussstelle an die A 38 im Leipziger Süden. Das ist beim Bundesverkehrsministerium als weiteres wichtiges Vorhaben für die Zeit nach 2015 vorgesehen.

    Eigentlich wäre die Verbindung damit endlich komplett. Aber einige Begehrlichkeiten gehen noch weiter. Mittlerweile wird auch darüber spekuliert, die Autobahn weiter zu bauen bis ins Herz der Stadt Leipzig. Der Abschnitt der B2 im Bereich Markkleeberg / agra-Park muss sowieso erneuert werden. Und während Leipzig seit Jahren darum ringt, den schnellen Durchgangsverkehr mühsam aus der Stadt herauszuhalten und über den Autobahnring um die Stadt herumzuleiten, sehen einige Freunde der großen Infrastrukturprojekte die Chance, wieder richtig viel Geld in Beton zu gießen.Und so kocht auch die Diskussion um die künftige Führung der B2 im agra-Park wieder hoch. Ein Projekt, das die SPD in Leipzig wie in Markkleeberg gern als Tunnelvariante verwirklicht sehen möchte. Die SPD Leipzig- Süd spricht sich deutlich dagegen aus, die B2 zwischen der Kreuzung zur A38 und der Richard-Lehmann-Straße als Autobahn auszubauen.

    „Für uns ist ein solcher Ausbau nicht nachvollziehbar. Wir halten die A72 für ein wichtiges Verkehrsprojekt, um unsere Stadt stärker mit dem Raum Chemnitz, dem Erzgebirge und Franken zu verbinden, aber es ist vollkommen unnötig, diese Autobahn bis in die Innenstadt zu ziehen“, erklärt der örtliche SPD-Chef Christopher Zenker.

    Der Ausbau der B2 zur Autobahn bis hin zur Richard-Lehmann-Straße sei nicht problemlos machbar, denn die Bundesstraße führe durch den sensiblen Auenwald und gehe nah an der Wohnbebauung im Bereich der Mühlholzgasse vorbei.“Dass die Bundesstraße durch den Auenwald führt und so nah an der Wohnbebauung vorbei geht, ist schon problematisch genug. Der Ausbaugrad der B2 ist vollkommen ausreichend, um auch den Verkehr ableiten zu können, der von der A72 weg und zu ihr hin fließt“, stellt Zenker fest. „Das sieht auch der Leipziger Stadtrat so, der sich durch Beschluss eines Antrags der SPD-Fraktion mit breiter Mehrheit gegen eine A72 bis in Stadtzentrum ausgesprochen hat. Das Geld, das bei einem Nicht-Ausbau gespart wird, kann der Freistaat viel sinnvoller für die gedeckelte Einschnittvariante der B2-Streckenführung im Bereich des Agra-Parks einsetzen. Damit wäre den Menschen, der Natur und dem Agra-Park deutlich mehr geholfen als mit einem unnötigen und auch überdimensionierten Autobahnzubringer.“

    Dass die A72 laut dem jetzt diskutierten Bundesverkehrswegeplan 2015 einmal von Chemnitz bis zur Richard-Lehmann-Straße in Leipzig reichen soll, findet auch der Ökolöwe irrwitzig. Er spricht sich strikt gegen den Ausbau der bestehenden B2/B95 als Bundesautobahn zwischen Espenhain und Leipzig aus.

    „Dieses Vorhaben kostet Millionen, bringt keine Entlastung für die umliegenden Ortschaften und es müssten tausende Bäume im Leipziger Auwald gefällt werden und das alles nur, damit eine schon vierspurige Straße noch breiter werden kann“, sagt der verkehrspolitische Sprecher des Umweltbundes Tino Supplies.

    Der Ökolöwe fordert, dass der Ausbau spätestens an der Anschlussstelle zur Staatsstraße 242 ein Ende haben muss. Messebesucher aus dem Chemnitzer Raum sollten dort über die A38 und A14 in den Leipziger Norden geleitet werden und nicht quer durch die Stadt. Der Umweltverein will auch rechtliche Schritte nicht ausschließen, um den Ausbau zu verhindern.

    „Wir brauchen eine Überdeckelung der bestehenden Bundesstraße im Bereich des agra-Parks sowie eine frühzeitige Verkehrsdosierung, damit die Abgase nicht gänzlich am Floßplatz abgeladen werden. Eine Autobahn bis ins Stadtzentrum braucht Leipzig nicht“, sagt Supplies.

    www.oekoloewe.de

    www.a-72.de

    Diskussion zum Bundesverkehrswegeplan: www.bmvbs.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2012/049-investitionsrahmenplan-2011-2015.html

    Investitionsrahmenplan 2011 – 2015: www.bmvbs.de/cae/servlet/contentblob/80922/publicationFile/53988/investitionsrahmenplan-2011-2015-irp.pdf

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