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Dritte Startbahn für den Flughafen Leipzig/Halle: Michael Czupalla, Kritik von der IG Nachtflugverbot und die Antwort der Flughafen AG

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    Ist es wieder einer dieser Testballons, mit denen Politiker heutzutage ausprobieren, wie weit sie gehen können? Oder wollte da mal ein Politiker mal wieder eine hübsche Schlagzeile haben? - Am 22. Oktober ließ der Landrat des Landkreises Nordsachsen, Michael Czupalla, via "Bild" so einen Testballon steigen: "Der Airport kriegt eine 3. Startbahn!"

    Im Text klang es dann noch ein bisschen anders, da meinte der Landrat, der „für seine schnörkellosen Ansagen“ bekannt ist, der Flughafen brauche eine dritte Landebahn. „Leipzig/Halle ist mittlerweile der zweitgrößte Frachtflughafen in Deutschland. Wenn wir diese Position halten wollen, kommen wir nicht um eine dritte Startbahn herum. Wir müssen den Logistikern und auch der Industrie Flächen zur Verfügung stellen. Damit der Standort Mitteldeutschland weiterhin attraktiv bleibt und hier noch mehr Jobs geschaffen werden können. Ansonsten sehe ich die Gefahr, dass die Branche woanders hinziehen kann“, zitiert ihn die „Bild“.
    Die Reaktion kam prompt. Natürlich von einer der Bürgerinitiativen, die seit Jahren gegen den zunehmenden Fluglärm kämpfen.

    Michael Teske, Sprecher der IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle e. V., wird ziemlich grimmig in seiner Anmerkung zu diesem neuen „Großprojekt“: „Die BILD-Zeitung zitierte am Mittwoch (22.10.2013) den Landrat des Landkreises Nordsachsen Michael Czupalla, der in Schkeuditz eine dritte Landebahn fordert. Er sehe sonst das Wirtschaftswachstum in Gefahr. Deutlicher kann man sich kaum outen, dass man von Wirtschaft und insbesondere vom Flughafen keinen blassen Schimmer hat. Während der Flughafen sich nicht einmal finanziell selbst tragen kann und jährlich öffentliche Steuermittel in zweistelliger Millionenhöhe verschlingt, sind die zwei vorhandenen Landebahnen nicht einmal ansatzweise ausgelastet. Allein die zuletzt errichtete Südlandebahn hatte den Steuerzahler mehr als 360 Millionen Euro gekostet. Insgesamt wurden in den Flughafen Leipzig schon weit mehr als 1,5 Milliarden Euro öffentliche Gelder gesteckt. Eine Summe, die durch den Flughafen wohl nie wieder erwirtschaftet werden kann. Statt dessen müssen überall im öffentlichen Bereich Gelder gekürzt werden. Weder das große Wirtschaftswunder, noch die versprochenen mehrere tausend Vollzeitarbeitsplätze konnten wie angekündigt geschaffen werden. Viele Beschäftigte bei DHL müssen auf dem Amt ergänzende Hilfe beantragen, weil der geringe Lohn zum Leben nicht ausreicht.“

    Seine Frage ist berechtigt: „Wieso sollen wir schon wieder Millionen Euro für eine unsinnige Landebahn zahlen, die keiner braucht?“

    Und wie sieht es wirklich aus? – Die Mitteldeutsche Flughafen AG, die den Flughafen betreibt, müsste es ja wissen, wenn der Platz knapp wird und eine weitere Startbahn gebraucht wird. Kurze Rückfrage beim Konzernsprecher Uwe Schuhart. Und dessen Antwort ist eindeutig: „Es bestehen weder Planungen noch der Bedarf für die Errichtung einer dritten Start- und Landebahn am Flughafen Leipzig/Halle. Das moderne 2-Bahnen-System ermöglicht eine unabhängige Nutzung beider Start- und Landebahnen und bietet auch langfristig ausreichend Wachstumskapazitäten.“

    Der „Luftballon“ auf „Bild Online“: www.bild.de/regional/leipzig/flughafen-leipzig-halle/flughafen-leipzig-halle-bekommt-dritte-landebahn-33081626.bild.html

    www.nachtflugverbot-leipzig.de

    www.leipzig-halle-airport.de

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