RB Leipzig: Rasenballisten wollen Montagsspiel in Frankfurt boykottieren

Für alle LeserEine Fangruppe von RB Leipzig ruft dazu auf, das kommende Bundesliga-Montagsspiel bei Eintracht Frankfurt zu boykottieren. Die „Rasenballisten“ wollen damit gegen die zunehmende Zersplitterung der Spieltage und fanunfreundliche Anstoßzeiten protestieren. Während die Reaktionen in der eigenen Fanszene überwiegend negativ ausfallen, planen die Anhänger anderer Bundesligavereine ebenfalls drastische Maßnahmen.

Die „Rasenballisten“ wollen das Bundesliga-Auswärtsspiel von RB Leipzig bei Eintracht Frankfurt am 19. Februar boykottieren. Das kündigte die Fangruppe am Sonntag, den 28. Januar, an. Als Grund nennt sie die Spielansetzung an einem Montagabend.

„Wir rufen alle dazu auf, dem Montagsspiel gegen Eintracht Frankfurt fernzubleiben und Stellung gegen die Spieltagszerteilung zu beziehen“, heißt es in einem auf Facebook veröffentlichten Beitrag. „So traurig es auch ist, die Mannschaft ohne aktiven Support allein zu lassen, so notwendig scheint uns dieser Schritt ebenfalls zu sein.“

In dieser Saison finden erstmals mehrere Bundesligaspiele am Montagabend statt. Bereits in der vorletzten Saison hatte es das erste Montagsspiel überhaupt gegeben, damals jedoch auf Wunsch der Polizei. Nun stehen kommerzielle Interessen im Mittelpunkt: Die Bundesliga erhält durch den zusätzlichen Termin höhere Einnahmen aus den TV-Verträgen.

Andere Fans boykottieren ebenfalls

Aus Sicht der Rasenballisten sind Spiele, die nicht am Wochenende stattfinden, insbesondere für Auswärtsfahrer eine große Herausforderung: „Die Arbeit, Ausbildung, Schule und Universität bringen uns in erhebliche Probleme, Beziehungen und Freundschaften leiden darunter, ebenso unser aller Alltag fernab des Fußballs.“

Ob der angekündigte Boykott auch außerhalb der eigenen Fanszene wahrgenommen wird, scheint fraglich. Andere RBL-Fans kündigten bereits an, nach Frankfurt zu fahren und ihre Mannschaft vor Ort zu unterstützen. Eine spürbare Wirkung dürfte hingegen die Reaktion der Eintracht-Fanszene auf ihr erstes Bundesliga-Montagsspiel haben. Diese kündigte in der vergangenen Woche an, während der gesamten Partie auf Gesänge, Fahnen und Banner zu verzichten.

Noch drastischer fallen die Maßnahmen in Dortmund und Bremen aus. In beiden Städten finden in den kommenden Wochen ebenfalls Spiele am Montagabend statt. Eine Ultragruppe von Werder Bremen kündigte an, dem Spiel fernzubleiben – so wie schon jenem Montagsspiel vor zwei Jahren. Beim BVB sind es Medienberichten zufolge sogar mehr als 300 Fanclubs, die sich einem entsprechenden Aufruf des Bündnisses „Südtribüne Dortmund“ angeschlossen haben.

Boykottaufrufe sind bestens bekannt

Für RBL-Fans sind Boykottaufrufe keine neue Erfahrung. Seit Jahren bleibt der Gästeblock bei vielen Heimspielen weitgehend leer, da die gegnerischen Fans damit ihren Protest gegen RB Leipzig ausdrücken möchten.

Doch auch die RBL-Fans selbst haben bereits mehrmals zum Boykott aufgerufen. Vor vier Jahren protestierten einige Ultragruppen mit einem 15-minütigen Stimmungsboykott dagegen, dass der Verein eine geplante Choreographie im Drittligaspiel gegen Darmstadt untersagt hatte. In der Saison davor beteiligten sich die Fans an der bundesweiten Protestaktion „12:12 – ohne Stimme keine Stimmung“.

Die Reaktionen auf den aktuellen Boykottaufruf fallen jedoch überwiegend negativ aus. So bewertet der als „Rotebrauseblogger“ bekannte Autor Matthias Kießling den Aufruf als „schwer nachvollziehbar“ und als „dem Selbstbezugsgestus von Fangruppen anderer Vereine nacheifernd“. Andere Fans bezeichneten das Vorhaben der Rasenballisten als „Anbiederung“ oder verwiesen darauf, dass die zahlreichen Montagsspiele in der 2. Bundesliga nicht boykottiert wurden.

Die neue LZ ist da: Silvesterknaller, Treuhandschatten, Sondierungs-Gerumpel und eine Stadt in der Nahverkehrs-Klemme

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