Wettkampf-Sonntag im Olympiastadion Berlin

Leichtathletik-DM 2019: Die goldene Revanche der DHfK-Sprinter

Für alle LeserAm Samstag war die Enttäuschung im Lager der Leipziger Sprinter groß gewesen. Doch am Sonntag gaben die vier schnellen Männer mit der 4 x 100 Meter Staffel die richtige Antwort. Setzten sich eindrucksvoll gegen die Favoriten aus Wetzlar durch und holten Gold. Silber gab es zudem für Robert Farken über 800 Meter. Für ihn ein versöhnlicher Abschluss nach unangenehmen letzten Monaten.

4 x 100m Staffel: Wenn Frust zu Gold wird

SC DHfK Leipzig (Straub, Giese, Schmidt, Schulte) GOLD in 39,02 Sekunden.
Felix Straub (1. Läufer): „Das war für mich ein super Auftakt. Ich weiß, dass ich jetzt fit bin, habe eine gute Spannung im System. Jetzt können die 200 Meter losgehen.“

Niels Torben Giese (2. Läufer): „Ich habe dieses Jahr ein stabiles 10,50-Niveau, aber das ist natürlich nicht das Ziel. Ich hatte ein paar Probleme in der Vorbereitung, deswegen fehlt die Konstanz, um 10,45 Sekunden oder schneller zu rennen. Heute war es besser. In der Staffel kann man sich immer super pushen, da macht es umso mehr Spaß. Zielstellung auf jeden Fall erreicht, alles top.“

Die Gold-Staffel des SC DHfK: Felix Straub, Niels Torben Giese, Roy Schmidt, Marvin Schulte. Foto: Jan Kaefer

Die Gold-Staffel des SC DHfK: Felix Straub, Niels Torben Giese, Roy Schmidt, Marvin Schulte. Foto: Jan Kaefer

Roy Schmidt (3. Läufer): „Heute war es viel besser als gestern. Ich habe von Niels den Stab bekommen und die Außenbahnen nach 40 Metern alle ‚gefressen‘. Es hat sich gut angefühlt. Ich habe gemerkt, dass ich als Erster an Marvin übergebe. Und da Pohl (Sprintteam Wetzlar) die ersten 50 Meter nicht vorbeigegangen ist, wusste ich, dass wir das bis hinten halten. Super Zeit, super Sieg, denn Wetzlar war mit dem Deutschen Meister und dem Vizemeister als Favorit ins Rennen gegangen.“

Marvin Schulte (4. Läufer): „Es war eine große Ehre, das Rennen ins Ziel laufen zu dürfen. Nach den beiden 100-Meter-Rennen von gestern, war es heute aber etwas schwierig. Es hat trotzdem Spaß gemacht, und den Frust, den wir gestern angesammelt hatten, haben wir heute auf der Bahn rausgelassen. Als ich gesehen habe, dass Roy aus der Kurve geschossen kam, wusste ich, dass ich als Erster den Stab bekomme. Dann habe ich das Ding einfach nach Hause gelaufen. Ich habe den Pohl neben mir gemerkt und schön gegengehalten. Das wurde mit Gold belohnt.“

800 Meter: Robert Farken holt sich den Erfolg zurück

Robert Farken (DHfK), SILBER in 1:47,48 Minuten.
„Es tut gut, wieder ein Erfolgserlebnis gehabt zu haben. Das Rennen lief gut, ich hatte die ganze Zeit eine gute Position. Zwischendurch hatte ich etwas Angst, eingebaut zu werden, aber auf der Gegengeraden konnte ich rausgehen, frei laufen und meine Stärke ausspielen. So konnte ich an Christian (von Eitzen) und Benedikt (Huber) vorbei und habe mich hinter Marc (Reuther) gesetzt. Auf der Zielgeraden habe ich noch kurz nachgedacht, ob ich ihn noch mal angreifen kann. Vielleicht hätte ich mir da etwas mehr zutrauen müssen. Aber nichtsdestotrotz bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“

Nach Autounfall und wochenlangem Trainingsausfall meldete sich Robert Farken eindrucksvoll mit Silber zurück. Foto: Jan Kaefer

Nach Autounfall und wochenlangem Trainingsausfall meldete sich Robert Farken eindrucksvoll mit Silber zurück. Foto: Jan Kaefer

200 Meter: Keine Medaille, trotzdem zufrieden

Felix Straub (DHfK), 4. Platz in 21,05 Sekunden.
„Eine Medaille wäre sehr schön gewesen, aber es war ein deutlicher Abstand zum 3. Platz. Wenn man schon zwei Saisonhöhepunkte hatte, ist der Kopf nicht mehr so ganz dabei. Ich bin grundsätzlich zufrieden, auch wenn die Zeit noch ein bisschen besser hätte sein können.“

Am Vormittag wurde Felix Straub Deutscher Meister mit der Staffel, am Abend lief er über 200 Meter auf den 4. Platz.

Am Vormittag wurde Felix Straub Deutscher Meister mit der Staffel, am Abend lief er über 200 Meter auf den 4. Platz.

Speerwurf: Finale erreicht – Bestleistung muss warten

Jakob Nauck (DHfK), 8. Platz mit 70,71 Metern.
„Hier im Stadion zu stehen war tatsächlich noch besser als man es sich vorstellt. Ich bin mit dem Ziel rangegangen, sechs Versuche haben zu wollen und bin als Achter noch ins Finale reingerutscht. Dort hätte ich gern eine Bestleistung angeboten. Aber wie schon die ganze Saison über, hatte ich bei den letzten Schritten immer ein paar Flüchtigkeitsfehler gemacht. Daher ist es etwas unrund gelaufen. Ich habe gemerkt, es ist mehr drin, aber das ich konnte heute leider nicht zeigen.“

Jakob Nauck (DHfK) hat sein Minimalziel Finale erreicht. Foto: Jan Kaefer

Jakob Nauck (DHfK) hat sein Minimalziel Finale erreicht. Foto: Jan Kaefer

5.000 Meter: Der Geist ist willig, doch der Körper macht zu

Felix Rüger (DHfK), 13. Platz in 14:20,59 Minuten.
„Der Anfang war super entspannt, da war das Tempo noch sehr gering. Aber bei knapp 3.000 Metern kam ein starker Push von vorn, womit ich Probleme hatte und nicht den richtigen Schritt fand. So hatte ich etwa 10-20 Meter Abstand zum Pulk, was einfach zu viel war. Nach hinten raus habe ich mich wieder etwas gefangen und noch einmal versucht anzugreifen, aber die Beine können eigentlich mehr. Ich weiß nicht, warum der Körper dann einfach zumacht. Der 13. Platz ist hinter meinen Erwartung, ich wollte in die Top 10, aber das muss ich nun akzeptieren. Es ist ärgerlich, denn die Trainingswerte waren richtig gut.“

Felix Rüger (DHfK) konnte seine guten Trainingswerte in Berlin nicht auf die Bahn bringen. Foto: Jan Kaefer

Felix Rüger (DHfK) konnte seine guten Trainingswerte in Berlin nicht auf die Bahn bringen. Foto: Jan Kaefer

3.000 Meter Hindernis: Ronja Böhrer is back on track

Ronja Böhrer (DHfK), 14. Platz in 10:40,60 Minuten.
„Ich wäre gern wenigstens 10:30 Minuten gerannt und hatte auf die Top 10 spekuliert. Aber das Rennen war heute sehr schnell, viele sind Bestzeit gerannt. Es war ziemlich hart, ich habe ganz schön kämpfen müssen. Aber ich bin froh, dass ich es geschafft habe. Vor drei Wochen hatte ich in Regensburg meinen ersten Wettkampf seit zwei Jahren. Vom letzten Sommer bis Ende März hatte ich gar nicht mehr trainiert. So bin ich das Ganze jetzt mit elf, zwölf Trainingswochen angegangen und wusste vor Regensburg auch nicht, ob die DM-Norm überhaupt drin ist. Ich bin froh, dass es geklappt hat und wollte es hier einfach nur genießen.“

Ronja Böhrer (DHfK) schlug sich in ihrem erst zweiten Rennen nach zweijähriger Pause wacker - und war trotzdem nicht ganz zufrieden. Foto: Jan Kaefer

Ronja Böhrer (DHfK) schlug sich in ihrem erst zweiten Rennen nach zweijähriger Pause wacker – und war trotzdem nicht ganz zufrieden. Foto: Jan Kaefer

Alle Ergebnisse zur Leichtathletik-DM:
https://www.dlv-xml.de/Storage/EventFiles/19L00000000305101/2896311.pdf

Athleten des SC DHfK Leipzig holen 12 Medaillen bei Finals-Premiere in Berlin

BerlinLeichtathletikDM 2019Die Finals
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