Leichtathletik-DM 2019: Drei Medaillen und einige enttäuschte Gesichter

Für alle LeserUnterm Strich stehen nach dem ersten Wettkampftag der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften drei Medaillen für die Leipziger Teilnehmer zu Buche. So richtig Freude wollte aber nicht aufkommen. Vor allem die Sprinter und Kugelstoßer hatten sich mehr ausgerechnet. Bemerkenswert: Nach acht DM-Titeln in Folge musste sich David Storl im Berliner Olympiastadion diesmal mit Bronze zufrieden geben. Seine WM-Teilnahme hängt nun am seidenen Faden.

110 Meter Hürden: Bronze erwartet und Silber bekommen

Martin Vogel (DHfK), SILBER mit 13,88 sek. (Vorlauf 14,20 sek.)
„Ich dachte eigentlich, es wird die Bronze-Medaille, weil Max (Bayer) richtig gut drauf war. Eine Medaille wollte ich auf jeden Fall holen, daher bin ich mit dem 2. Platz sehr zufrieden. Auch die Zeit war für ein Meisterschaftsrennen okay, ich bin in die Nähe meiner Saisonbestzeit gerannt. Von daher ist alles in Ordnung.“

Nach der Hallen-DM in Leipzig war Berlin die erste Freiluft-DM für Hürdensprinter Florian Tschernikl (Markkleeberg). Foto: Jan Kaefer

Nach der Hallen-DM in Leipzig war Berlin die erste Freiluft-DM für Hürdensprinter Florian Tschernikl (Markkleeberg). Foto: Jan Kaefer

Florian Tschernikl (TSG Markkleeberg), 15. Platz mit 14,79 sek. im Vorlauf
„Ich habe mir vorher gesagt: Einfach genießen und laufen. Es war nicht optimal, ich habe ein paar Hürden getroffen. Ansonsten weiß ich von dem Lauf nicht mehr viel. Aber ich konnte es definitiv genießen, schon beim Einlaufen hat es sich super angefühlt. Ich komme gerade aus einer Woche kompletter Erholung, habe Urlaub und bin heute früh drei Stunden von der Ostsee her gefahren. Dafür war es eigentlich ganz gut, auch mit den 14,79 Sekunden kann ich zufrieden sein. Mein Ziel für den Winter ist die Top 10 der deutschen Jahresbestenliste, und ich will bei der Hallen-DM in Leipzig wieder mitlaufen. Also weiter ranklotzen, mit Training und Disziplin wird das klappen, da bin ich optimistisch.“

Kugelstoßen: Leipziger Trio mit Turbulenzen

David Storl (DHfK), BRONZE mit 19,77 Metern
„Mein Ziel war es, 20 Meter zu stoßen. Da wäre wieder ein bisschen Bewegung nach vorn zu spüren gewesen. Aber ich habe mich etwas schlapp gefühlt, die Spannung in der Körpermitte hat gefehlt. Durch die lange Zeit der Belastung in den letzten elf, zwölf Jahren ist ein bisschen Verschleiß da. Ich muss mich jetzt mit meinem Trainer zusammensetzen und schauen, was sinnvoll ist. Zwar ist im Oktober eine WM, aber man muss das auch realistisch einschätzen. Mit diesen 19,77 und vielleicht noch mit Ach und Krach den 20,70 (Norm), brauchst du eigentlich nicht zur WM fahren.“

Das Titel-Abo von David Storl (DHfK) wurde jäh beendet. Foto: Jan Kaefer

Das Titel-Abo von David Storl (DHfK) wurde jäh beendet. Foto: Jan Kaefer

Dennis Lewke (DHfK), 7. Platz mit 19,01 Metern
„Das Problem war, dass ich keinen einzigen guten Stoß durchgebracht habe. Jeder dieser Stöße war anders. Ich habe mit einem ungültigen Versuch schlecht angefangen, dann nicht mal 19 Meter gestoßen. Im Wettkampf habe ich technisch einen falschen Ablauf. Beim Training war wirklich alles cool, selbst hier beim Einstoßen habe ich einen ganz guten Stoß gemacht. Ich habe Potenzial für viel mehr und hätte gerne vorne mitgestoßen. Aber so wie ich das gerade mache, ist es schwierig.“

Patrick Müller (DHfK), 10. Platz ohne gültigen Versuch

Dennis Lewke (DHfK) brachte in Berlin nur einen Stoß über die 19 Meter. Foto: Jan Kaefer

Dennis Lewke (DHfK) brachte in Berlin nur einen Stoß über die 19 Meter. Foto: Jan Kaefer

Speerwurf: Bronze für Winkler, aber ausbaufähige Weite

Christine Winkler (DHfK), BRONZE mit 55,38 Metern
„Die Medaille war das Ziel, und damit bin ich auch super zufrieden. Leider klappt es technisch im Training schon deutlich besser, daher ist einiges mehr drin. Schade, dass es im Wettkampf noch nicht so lief.“

Lea Wipper (DHfK), 10. Platz mit 45,94 Metern
„Es lief leider nicht gut für mich. Ich bin nicht wirklich in den Wettkampf hinein gekommen und auch technisch kaum klargekommen. Trotzdem war es eine echt coole Erfahrung, mal mit bei den ‚Großen‘ zu werfen.“

Eine neue persönliche Bestleistung war für Christine Winkler (DHfK) diesmal nicht drin - dafür Bronze. Foto: Jan Kaefer

Eine neue persönliche Bestleistung war für Christine Winkler (DHfK) diesmal nicht drin – dafür Bronze. Foto: Jan Kaefer

100 Meter: Geplatzte Medaillen-Träume bei DHfK-Sprintern

Marvin Schulte (DHfK), 7. Platz mit 10,39 sek. (VL 10,37 sek.)
Das Training lief eigentlich gut und hat viel Selbstbewusstsein für den heutigen Tag gegeben. Aber schon der Vorlauf war unrund, wie bereits vor drei Wochen bei der EM. Es ist einfach enttäuschend, dass dann solche Leistungen dabei herauskommen. Natürlich gehört es auch zum Sport, dass man nicht in jedem Wettkampf das Maximum abrufen kann. Aber dass es hier nur für den siebenten Platz gereicht hat, ist enttäuschend. Ich mache mir mittlerweile beim Laufen zu viele Gedanken. Es war klar, dass es ein enger Fight wird, aber in die Medaillenränge hätte ich schon laufen wollen.

Marvin Schulte (DHfK) war schnellster Leipziger Sprinter, aber weit vom Podium entfernt. Foto: Jan Kaefer

Marvin Schulte (DHfK) war schnellster Leipziger Sprinter, aber weit vom Podium entfernt. Foto: Jan Kaefer

Roy Schmidt (DHfK), 8. Platz mit 10,42 sek. (VL 10,34 sek.)
Meine Saison war bisher top. Das hier war der mit Abstand schlechteste Lauf, den ich in diesem Jahr gemacht habe. Ich bin nie so richtig ins Rennen und auf Top-Speeed gekommen. Das war Mist, das kann man nicht anders sagen. Nach dieser Saison darf ich hier eigentlich nicht Achter werden, ich hätte hier auf jeden Fall um die Medaillen mitrennen müssen.

Niels Torben Giese (DHfK), 12. Platz mit 10,55 sek. im Vorlauf

Auch Roy Schmidt (DHfK) hätte sich ein besseres Ergebnis im 100-Meter-Wettbewerb gewünscht. Foto: Jan Kaefer

Auch Roy Schmidt (DHfK) hätte sich ein besseres Ergebnis im 100-Meter-Wettbewerb gewünscht. Foto: Jan Kaefer

Im Vorlauf über 800 Meter der Männer gewann Robert Farken (DHfK) seinen Lauf mit der insgesamt drittbesten Zeit von 1:50,46 Minuten. Damit geht er am Sonntag als weitere Leipziger Medaillenhoffnung ins Rennen. Sein Teamkollege Conrad Kieselberger verpasste den Endlauf als Gesamt-Elfter mit einer Zeit von 1:51,82 Minuten.

Alle Ergebnisse zur Leichtathletik-DM:
https://www.dlv-xml.de/Storage/EventFiles/19L00000000305101/2896311.pdf

BerlinLeichtathletikDM 2019Die Finals
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