15 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Fecht-WM 2017: Tränen um verpasste Medaille – Dreimal Endstation Frankreich

Anzeige
Werbung

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Werbung
    Anzeige

    Für die deutschen Fechter hielten die ersten vier Teamwettbewerbe der Heim-WM in Leipzig vor allem Enttäuschung bereit. Am Montag durften die Florett-Frauen noch einer knapp verpassten Medaille nachtrauern, während die Säbel-Männer vom spektakulären Ausscheiden im Achtelfinale geschockt waren und am Ende Neunter wurden. Am Dienstag war jeweils im Achtelfinale gegen Frankreich Schluss. Die Säbel-Frauen warfen dann vorzeitig das Handtuch (16. Platz), die Degen-Männer landeten auf Rang 15.

    Immer wieder Frankreich. In allen vier bisher ausgetragenen Teamwettbewerben standen die deutschen Auswahlen jeweils in der zweiten Runde den Franzosen gegenüber. Das bedeutete gleich für drei DFeB-Teams das Aus. Am spektakulärsten scheiterten dabei am Montag die Säbel-Herren.

    In der Besetzung Max Hartung, Matyas Szabo und Benedikt Wagner (alle Dormagen) hatten die Deutschen zunächst alles fest im Griff. Die ersten acht der neun auszutragenden Drei-Minuten-Gefechte wurden gewonnen. Als letzter deutscher Fechter ging der amtierende Europameister Max Hartung auf die Bahn. Bei einer Führung von 40:23 hätte wohl niemand auch nur einen Cent darauf verwettet, dass hier noch etwas anbrennen würde.

    Nach seinem Blackout gegen Frankreich, sicherte Max Hartung (re.) im letzten Gefecht gegen die Ukraine den 9. Platz für das deutsche Säbel-Team. Foto: Jan Kaefer
    Nach seinem Blackout gegen Frankreich sicherte Max Hartung (re.) im letzten Gefecht gegen die Ukraine den 9. Platz für das deutsche Säbel-Team. Foto: Jan Kaefer

    Doch es brannte. Lichterloh. Der Franzose Vincent Anstett erwischte Hartung völlig auf dem falschen Fuß und deckte ihn mit einem Trefferfeuerwerk ein, was auf diesem Niveau seinesgleichen suchen dürfte. Sage und schreibe 22 (!) Treffer kassierte Hartung innerhalb von drei Minuten – im Schnitt alle acht Sekunden einen. Er selbst erwischte den Franzosen nur viermal, wodurch letztlich ein einziger Punkt am Weiterkommen fehlte und Frankreich die verloren geglaubte Partie noch drehte.

    „Das kam einem Blackout gleich, war ein kleines mentales Versagen“, so die Einschätzung von Sven Ressel, dem Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes. „Aber das ist im Sport nun mal so und kann auch einem Weltklasse-Fechter wie Max Hartung passieren. Doch er steht wieder auf, davon bin ich überzeugt“. Immerhin hielten sich die Deutschen in den Platzierungsrunden schadlos und wurden am Ende noch Neunter.

    Im Kampf um Bronze starteten die deutschen Florettdamen gegen Russland gut, mussten sich dann aber doch deutlich geschlagen geben. Foto: Jan Kaefer
    Im Kampf um Bronze starteten die deutschen Florettdamen gegen Russland gut, mussten sich dann aber doch deutlich geschlagen geben. Foto: Jan Kaefer

    Am Dienstag hatten dann weder die Säbel-Frauen (17:45) noch die Degen-Männer (26:45) eine realistische Chance gegen Frankreich. Im Degen-Wettbewerb holte sich der europäische Nachbar letztlich sogar die Weltmeisterkrone ab.

    Knapp am Treppchen vorbeigeschrammt waren am Montag die Florett-Frauen. Sie hatten ihren Zweitrunden-Gegner Frankreich als einziges deutsches Team bezwingen können (45:40). Doch im Halbfinale war der spätere Weltmeister Italien einfach stärker – trotz zwischenzeitlicher 30:29-Führung (34:45). Im Gefecht um die Bronze-Medaille mussten sich Sauer, Ebert, Golubytskyi und Hampel (alle Tauberbischofsheim) schließlich mit Russland auseinandersetzen – und verloren 29:45.

    Anne Sauer am Boden - ein Bild mit Symbolcharakter. Foto: Jan Kaefer
    Anne Sauer am Boden – ein Bild mit Symbolcharakter. Foto: Jan Kaefer

    „Wenn du Russland schlagen willst, brauchst du vier Leute, die an dem Tag eine Top-Form haben. Das hat heute eben einfach nicht gereicht. Wir haben als Mannschaft trotzdem alles gegeben und können uns in dieser Richtung nichts vorwerfen“, so das Fazit von Anne Sauer, die sich noch mit Tränen in den Augen den Fragen der Journalisten stellte.

    „Mit Sicherheit kann man auch positive Aspekte finden, auch wenn das heute noch schwer fällt. Wir sind unter die besten Vier der Welt gekommen, haben uns im Vergleich zum letzten Mal um vier Plätze verbessert. Vielleicht lassen wir dadurch auch noch ein paar andere Teams in der Weltrangliste hinter uns“, ergänzte Sauer.

    Am Mittwoch geht die Weltmeisterschaft mit den Teamwettbewerben im Herrenflorett und Damendegen zu Ende.

    Klare Sache für die Italienerinnen im Florett-Finale. Foto: Jan Kaefer
    Klare Sache für die Italienerinnen im Florett-Finale. Foto: Jan Kaefer

    Zusammenfassung der Ergebnisse

    Damensäbel (16. Platz):
    32er > Türkei 45:42, 16er > Frankreich 17:45, Plätze 9-16 > Spanien 22:45, danach aufgegeben. Weltmeister: Italien (vs. Südkorea 45:27)

    Mehr Ergebnisse:
    http://fencingworldwide.com/de/competition/2989-16/direct/1

    Herrendegen (15. Platz):
    32er > Brasilien 45:38, 16er > Frankreich 26:45, Plätze 9-16 > Tschechien 41:45, Plätze 13-16 > Israel 42:43, Platz 15/16 Hongkong 44:40. Weltmeister: Frankreich (vs. Schweiz 45:43)

    Mehr Ergebnisse:
    http://fencingworldwide.com/de/competition/2986-16/direct/1

    Stürmische Südkoreaner (links Junghwan Kim) holten gegen Ungarn überlegen Säbel-Gold. Foto: Jan Kaefer
    Stürmische Südkoreaner (links Junghwan Kim) holten gegen Ungarn überlegen Säbel-Gold. Foto: Jan Kaefer

    Herrensäbel (9. Platz):
    32er > Thailand 45:17, 16er > Frankreich 44:45, Plätze 9-16 > Kanada 45:32, Plätze 9-12 > Weißrussland 45:33, Platz 9 > Ukraine 45:28. Weltmeister: Südkorea (vs. Ungarn 45:22)

    Mehr Ergebnisse:
    http://fencingworldwide.com/de/competition/2988-16/direct/1

    Damenflorett (4. Platz):
    16er > Hongkong 45:22, Viertelfinale > Frankreich 45:40, Halbfinale > Italien 34:45, Platz 3 > Russland 29:45. Weltmeister: Italien (vs. USA 45:25)

    Mehr Ergebnisse:
    http://fencingworldwide.com/de/competition/2985-16/direct/1

    Kleine Choreografie des Teams Italia vor dem Finale gegen die USA. Foto: Jan Kaefer
    Kleine Choreografie des Teams Italia vor dem Finale gegen die USA. Foto: Jan Kaefer

    Anzeige
    Werbung

    Mehr zum Thema

    Mehr
      Anzeige
      Werbung

      Topthemen

      - Werbung -

      Aktuell auf LZ

      Anzeige
      Anzeige
      Anzeige