31.7 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Leipzigerin Huong Do Thi erkämpft DM-Gold im Tischtennis-Doppel

Anzeige
Werbung

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Werbung

    Für FreikäuferLZ/Auszug aus Ausgabe 53Am ersten Wochenende im März flogen in Berlin die Kellen. Denn im dortigen Sportforum kämpften die besten deutschen Tischtennis-Spieler um die nationalen Meistertitel. Huong Do Thi vom LTTV Leutzscher Füchse hatte sich für die Wettkämpfe nicht qualifiziert. Doch da mit ihrer Schwester Tho Do Thi sowie mit Anna Helbig und Soraya Domdey dennoch gleich drei Leipzigerinnen im Rennen waren, fasste die 23-Jährige einen einfachen Entschluss: „Ich wollte am Freitag nach Berlin fahren, mir die Qualifikationsspiele der Mädels anschauen und danach auch schon wieder zurückfahren“, dachte sie sich. Doch es kam anders.

    Auf Antrag des Sächsischen Tischtennis-Verbandes (STTV) war Huong Do Thi auf die Nachrückerliste gesetzt worden. Würden Teilnehmerinnen ausfallen, käme die Leipzigerin damit doch noch zum Zuge. Und es passierte tatsächlich. Die Nachricht erreichte Do Thi am Donnerstagnachmittag, also nur wenige Stunden vor Turnierbeginn.

    Irgendwo im bayrischen Alpenvorland suchte derweil Sabine Winter nach Lösungen. Denn die zweifache Europameisterin vom SV DJK Kolbermoor wollte bei der Deutschen Meisterschaft zusammen mit Petrissa Solja im Doppel antreten. Doch die Berlinerin musste krankheitsbedingt absagen – und Winter brauchte dringend eine neue Doppel-Partnerin. In der Liste der zur Verfügung stehenden Kandidatinnen fiel ihr ein Name besonders auf: Huong Do Thi.

    „Wir kennen uns noch von früher, hatten zu Schülerzeiten die Lehrgänge im Deutschland-Kader mitgemacht. Außerdem hatten wir uns in der 1. Liga bei den Spielen gegen Kolbermoor gesehen“, erklärt die auserwählte Leipzigerin diesen Aha-Effekt.

    „Im ersten Moment habe ich mich sehr darüber gefreut, dass Sabine mir geschrieben hatte. Aber im nächsten Moment dachte ich: Mist, jetzt gucken alle drauf – ich stehe unter Druck und muss irgendwie den Ball rüberspielen.“ Doch Winter und ihr Betreuer fanden die richtigen Worte und machten der 23-jährigen Leutzscherin Mut. „Beide haben mich ermuntert, selbst aktiv zu spielen. Am Anfang war es zwar noch ziemlich holprig, doch von Spiel zu Spiel ging es besser.“

    Doch parallel zu den Doppeln mussten die Spielerinnen natürlich auch im Einzel ran. Hier erspielte sich Huong Do Thi den Sieg in ihrer Vorrundengruppe und zog nach erfolgreichem Überstehen der ersten K.O.-Runde (4:2 gegen Franziska Schreiner/Hofstetten) ins Achtelfinale ein. In der Partie gegen Alena Lemmer (Langstadt) passierte es: „Im zweiten Satz bin ich ganz schön hingefallen. Mein rechter Fuß hatte nicht mitgemacht und war einfach stehen geblieben“, beschreibt Do Thi den schmerzhaften Zwischenfall, der eine zehnminütige Verletzungspause erforderlich machte.

    „Es ging dann zwar irgendwie weiter, aber ich war mental komplett raus. So ging das Spiel schnell vorbei.“ Die Leipzigerin verlor 1:4 und hatte nur einen Gedanken: „Ich habe einfach nur gehofft, dass ich das Viertelfinale im Doppel spielen kann.“

    Sie konnte. „Verrückt, was der Körper kann, wenn er muss“, staunt Do Thi über sich selbst. „Ich habe im Viertelfinale gar nichts gemerkt. Erst später am Abend ist es dick geworden, und ich konnte kaum noch laufen. Es sah nicht danach aus, als könnte ich am Sonntag noch spielen.“ Als kleines Trostpflaster stand die Tatsache im Raum, dass nach dem Sieg im Viertelfinale bereits eine Medaille gesichert war.

    Nun galt das Prinzip Hoffnung. „Am Sonntagmorgen hat es zwar wehgetan, aber Laufen ging. Ich habe mir gedacht: Jetzt hast du es bis hierhin geschafft, da wäre absagen doof. Ich wollte es auf jeden Fall probieren – und habe im Spiel dann durch das Adrenalin gar nichts gemerkt.“

    Der 1. Satz des Finales ging gegen das Busenbacher Doppel Jessica Göbel/Tanja Krämer jedoch mit 14:16 verloren. „Ich war super nervös“, gesteht Do Thi. Dann allerdings begann der Siegeszug des Teams mit Leipziger Beteiligung. 11:6, 13:11 und schließlich 11:5 lauteten die Resultate der anschließenden Sätze. Sabine Winter und Huong Do Thi waren Deutscher Meister! Doch während es für die 25-jährige Winter bereits der dritte Doppel-Titel war, holte mit Do Thi zum ersten Mal überhaupt eine Tischtennisspielerin eine DM-Goldmedaille nach Leipzig.

    „Ich konnte das in diesem Moment noch gar nicht richtig realisieren, habe Sabine einfach nur in den Arm genommen. Die anderen haben sich total für uns gefreut, und ich habe gehört, dass meine Teamkameraden in Tränen ausgebrochen sein sollen“, beschreibt die LTTV-Akteurin den Moment des Triumphes. Für eine rauschende Meisterfeier war allerdings bisher noch keine Gelegenheit. „Aber geplant ist sie auf jeden Fall“, bestätigt der frisch gebackene Champion.

    Vielleicht hat Huong Do Thi dann auch für sich selbst realisiert, was sie an diesem Tischtennis-Wochenende geleistet hat – das sie ursprünglich nur für einen Tag als Zuschauerin verfolgen wollte…

    Der Weg zu DM-Gold im Frauen-Doppel von Sabine Winter (Kolbermoor)/Huong Do Thi (Leipzig)

    3:2 im Achtelfinale gegen:
    Alexandra Kaufmann (Bietigheim-Bissingen)/Jana Kirnen (Offenburg)

    3:1 im Viertelfinale gegen:
    Anne Bundesmann/Janina Kämmerer (beide Langstadt)

    3:1 im Halbfinale gegen:
    Alena Lemmer (Langstadt)/Yuan Wan (Bingen/Münster-Sarmsheim)

    3:1 im Finale gegen:
    Jessica Göbel/Tanja Krämer (beide Busenbach).

    Mehr Informationen:
    www.leutzscher-fuechse.de
    www.tt-ndm-2018.de
    www.tischtennis.de

    Zurück in die Zukunft oder doch lieber endlich drüber reden? – Die neue LZ Nr. 53 ist da

    Anzeige
    Werbung

    Mehr zum Thema

    Mehr
      Anzeige
      Werbung

      Topthemen

      - Werbung -

      Aktuell auf LZ

      Anzeige
      Anzeige
      Anzeige