Die Woche: Drei Trauerfälle – aber auch sportliche Freuden

Für alle LeserVideoIn der letzten Woche vor Weihnachten kehrte langsam etwas Ruhe im Leipziger Sport ein. Dennoch konnten sich Mannschaften, Spieler und Vereine rechtzeitig noch ein paar Geschenke unter den Baum legen. Die Handballer des SC DHfK gewannen erstmals beim TBV Lemgo, zwei Spieler dürfen zudem mit zur Handball-EM fahren. Zehn Leipziger Schwimmer haben es in den Nationalkader geschafft und gleich zwei Vereine durften sich über Fördermittelbescheide in Größenordnung freuen. Allerdings wurde diese Woche auch von drei Trauerfällen überschattet.

Karin Balzer verstarb am Dienstag im Alter von 81 Jahren. Die Hürden-Olympiasiegerin von 1972 erhielt nicht nur den Vaterländischen Verdienstorden und den Stern der Völkerfreundschaft in Silber, sondern auch den Väterlandischen Verdienstorden in Gold. 1968 in Mexiko City war sie die erste Fahnenträgerin einer DDR-Olympiamannschaft. Nach ihrer Karriere arbeitete die gebürtige Magdeburgerin als Trainerin. Als sie sich weigerte, ihren Athleten Dopingmittel zu verabreichen, durfte sie in der DDR nicht mehr als Trainerin arbeiten.

Wie Balzer war auch DDR-Schwimmstar Roland Matthes 1968 und 1972 bei den Olympischen Spielen. Der gebürtige Pößnecker dominierte in diesen Jahren die Weltelite im Rückenschwimmen, schwomm 19 Welt- und 29 Europarekorde, holte viermal Gold und erhielt für seine Verdienste für die DDR sogar die Ehrenspange des Vaterländischen Verdienstordens. Matthes wurde als erster DDR-Sportler in die Hall of Fame des Deutschen Sports aufgenommen. Am Freitag verstarb er nach kurzer, schwerer Krankheit mit 69 Jahren.

Am Wochenende wurde außerdem ein noch sehr junger Sportler plötzlich aus dem Leben gerissen. Pascal Gaedke, ehemaliger Nachwuchstorhüter des 1. FC Lok Leipzig, verunglückte bei einer Familienfeier im Alter von nur 20 Jahren tödlich. Die genauen Umstände des Unglücks, bei dem noch ein weiterer Mann starb, waren bisher noch nicht ermittelt.

Der ehemalige Kapitän von Lok Leipzig, Wilfried Gröbner erlebte dagegen in dieser Woche seinen 70. Geburtstag. Der Schwager von René Müller feierte in Seefeld/ Österreich mit seiner Familie. Er musste seine Spieler-Karriere auf Drängen der DDR-Sportführung mit 29 Jahren beenden, arbeitete später als Trainer und nach der Wende auch als Spielerberater.

Grund zum Feiern gab es auch bei den Handballern des SC DHfK Leipzig. In letzter Sekunde siegten die Grün-Weißen erstmals beim zweimaligen deutschen Meister TBV Lemgo mit 27:26. Bester Werfer war Franz Semper, der gemeinsam mit Philip Weber aus dem Quartett der Nominierten vom SC DHfK im EM-Kader von Christian Prokop übrig geblieben ist. Für die Jungs von André Haber ist aber mitnichten Weihnachtspause. Sie treten am zweiten Weihnachtsfeiertag bei den Füchsen Berlin und am 29.12. bei Balingen-Weilstetten an. Durch die EM ruht die Handball-Bundesliga danach bis zum 1. Februar.

Ebenfalls über eine Nominierung konnten sich zehn Leipziger Schwimmer freuen. Marie Pietruschka, David Thomasberger und Co trainieren das komplette Jahr 2020 im Nationalkader.

Und noch eine Meldung aus der Finanzwelt des Sports: Sowohl der SV Lok Engelsdorf, Roter Stern Leipzig als auch der 1. FC Lok konnten sich diese Woche über bewilligte Fördermittelbescheide freuen. Während Engelsdorf und Roter Stern in Kunstrasen investieren, wird Lok Leipzig die rund zwei Millionen für Arbeiten an der alten Holztribüne und für eine nachhaltige Zisternen- und Entwässerungsanlage nutzen.

Zum letzten Mal in diesem Jahr gingen Norman Landgraf und Martin Hoch mit ihrem Videoformat „Sportpunkt“ auf Sendung. Gleich 35 Minuten spendierten die beiden der 80. Ausgabe:

Die Woche: Blau-Gelbe Aufstiegsträume intakt, Olympischer Handball-Traum platzt

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