Welttag des Buches am 23. April 2015

Auftaktveranstaltung am 21. April mit Martin Walser und Ingo Schulze

Deutschlandweit feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte ein großes Lesefest. Die Auftaktveranstaltung zum „Welttag des Buches“ findet im Haus des Buches Leipzig am Dienstag, 21. April, um 19:30 Uhr statt. Dabei kommt Martin Walser ins Gespräch mit Ingo Schulze.

Das Grußwort spricht Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst. – „Der Mensch ist ein Dichter. Und wenn er kein Dichter mehr ist, dann ist er auch kein Mensch mehr“, schreibt Martin Walser im April 1979 in sein Tagebuch. Leben und Schreiben? So waren seine Tagebücher bisher überschrieben, aber nun, in diesem vierten Band, ist die Gewichtung eine andere. „Schreiben und Leben“ heißt es jetzt: Das Schreiben erst gibt dem Leben seinen Sinn. Und es bringt Schönheiten hervor, die genauso Wahrheiten sind – dafür liefert dieses Tagebuch hinreißende Beweise. Und doch. Es wird gelebt, es wird erlebt, und dann erst wird geschrieben. Über Herbert Achternbusch, Woody Allen, Thomas Bernhard, Heinrich Böll, Nicolas Born, Hilde Domin, Hannelore Elsner, Hans Magnus Enzensberger, Joachim Fest, Max Frisch, Manfred Fuhrmann, Günter Grass, Lars Gustafsson, Jürgen Habermas, Peter Hamm, Peter Handke, Wolfgang Hilbig, Wolfgang Hildesheimer, Rolf Hochhuth, Walter Jens, Uwe Johnson, James Joyce, Franz Kafka, Joachim Kaiser, Sarah Kirsch, Wulf Kirsten, Ruth Klüger, Herbert Marcuse, Freya von Moltke, Ivan Nagel, Gert Neumann, und viele andere.

Und nicht selten schob Walser den Eisernen Vorhang beiseite: „Sonntag, 15.3.1981. 7 Uhr 55 Weimar – Leipzig 9 Uhr 05. Stehplatz direkt vor der Klo-Tür. Mit Dr. Schulze, der auch zur Messe fährt. Die Einzige Möglichkeit, über den Zaun zu schauen. Die hochmütige und arrogante Art der BRD-Verlage. Hermann-Kant-Rede: der übliche Eiertanz. Dann zum Essen bei Marquardt, mit Herrn Keller und anderen. Abends Kant-Lesung, wieder ein bisschen der blonde Junge, zwei Geschichten, die zwei Stunden dauerten und nur eine Stunde hätten dauern dürfen, vor lauter Humor kommt er nicht vorwärts und muss alles öfter als einmal benützen.“

Martin Walser, 1927 in Wasserburg geboren, lebt in Überlingen am Bodensee. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 1981 den Georg-Büchner-Preis und 1998 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Außerdem wurde er mit dem Orden „Pour le Mérite“ ausgezeichnet und zum „Officier de l Ordre des Arts et des Lettres“ ernannt.

Eine Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig, mit freundlicher Unterstützung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. – Landesverband Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und des Aufbau Verlags.


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