In der (Corona)-Krise: Mit Bumerang und Bastelspiel ins ungewollte Heimspiel – TicToys verschenken Spielesets an Kinder

Für alle LeserSeit neun Jahren arbeiten sich Matthias Meister und Tony Ramenda mit ihren Spielzeugideen in der Branche nach oben. Die Corona-Krise ist auch für ihre kleine Firma eine echte Herausforderung. Vier von fünf Standbeinen sind weggebrochen. Ideen für andere haben sie dennoch: Jede Familie in Quarantäne bekommt kostenlos ein Spieleset zugeschickt. Mit der Disziplin der Bevölkerung sind sie allerdings nicht zufrieden.
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Herr Meister, Herr Ramenda, mit Ihrer Aktion „Heimspiel 2020“ verschenken Sie Spielesets an Familien in Corona-Quarantäne. Wie kam es dazu?

Matthias Meister: Meine Schwester musste nach einem Südtirol Urlaub für zwei Wochen in Quarantäne. Am Telefon schilderte sie mir, wie hart es sei, ihre zwei Kinder auf wenig Platz und Bewegungsmangel bei Laune zu halten. Da dachte ich, dass wir doch eigentlich die perfekten Mittel haben um nicht nur die Langeweile zu nehmen sondern auch Kinder in Bewegung zu bringen – auch in den eigenen vier Wänden. Aus unserer Sicht sollte jeder, der etwas zur Bewältigung der Krise beitragen kann, dieses tun. Wir können das mit unseren Bewegungsspielen.

Viele Unternehmen leiden schon jetzt unter der Corona-Krise, Sie machen diese Aktion. Haben Sie zu viel Geld?

Meister: Ganz im Gegenteil. Im Prinzip haben wir fünf Standbeine: Märkte, Kindergärten, Spielzeugläden, Onlineshops und unseren eigenen Laden in der Industriestraße. Vier davon sind gerade nach und nach weggebrochen … Am Montag haben wir Krisensitzung gehalten. Zunächst ging es noch um Kurzarbeit und wie wir diese Krise überbrücken können. Die Stimmung war gedrückt. Dann haben wir über die Heimspiel-Aktion geredet. Sofort hat sich die Stimmung gedreht, alle im Team waren vollauf motiviert! Es fühlt sich gut an, etwas tun zu können und nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Und natürlich freuen wir uns auch über die mediale Aufmerksamkeit – das ist ganz klar.

Inwieweit beeinflusst Corona Ihren Arbeitsalltag in der „Spiele-Fabrik“?

Meister: Wie gesagt Montag war unsere Krisensitzung. Danach ging es für die meisten Mitarbeiter ins Home-Office. Im Büro ist weiterhin ein Mitarbeiter anwesend und Werkstatt und Versand sind mit jeweils einer Person besetzt. Wir werden erst mal versuchen, das so zu überbrücken, die erste Woche hat ganz ordentlich geklappt. Was natürlich schmerzt, ist der Wegfall der Veranstaltungen. Bis Ostern hatten wir für jedes Wochenende eine Messe oder Markt geplant…

Ramenda: Seit gestern wurden auch die Mitarbeiter der Werkstatt der Diakonie Leipzig nach Hause geschickt. Die Werkstatt in unserem Nachbarstadtteil ist für uns schon seit sieben Jahren ein wichtiger Partner in der Produktion. Kleinere Montage- und Verpackungsarbeiten bleiben nun auch in der Luft hängen. Wo sonst 20 Leute anpacken, kann das nun nur noch einer von uns in der Werkstatt übernehmen. „Glücklicherweise“ haben wir noch so einiges auf Lager….

Wie oft wurden Sie schon von Eltern mit Kindern in Quarantäne angeschrieben und was kann man mit Ihrem Spieleset alles „anrichten“?

Meister: Die Aktion ist ja Dienstag erst losgegangen und fängt langsam an, sich in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Trotzdem hatte ich schon am selben Tag die ersten fünf Päckchen zur Post gebracht. Dieses beinhaltet zwei unserer Bestseller: Zum einen das Bumerang-Set myFibo. Das sind vier Bumerangs aus Karton, zwei für Anfänger und zwei für Fortgeschrittene. Die fliegen wirklich toll, auch auf engem Raum. Natürlich muss man ein bisschen üben. Man kann sich aber nicht wehtun und die Ming-Vase ist auch nicht gefährdet. Die Bumerangs sind außerdem mit Motiven der Aborigines versehen, die angemalt werden können.

Der myfibo-Bumerang zum Selbstgestalten. Foto: TicToys

Außerdem ist eine Packung unseres Konstruktionsspiels Binabo beigelegt. Binabo besteht aus vielen bunten, baugleichen Elementen aus Biokunststoff. Verbindet man diese, können einerseits Bewegungsspiele, Bälle, Frisbees, Kegel gebaut werden oder aber Figuren, Tiere et cetera. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ein kleines Heft mit Anleitungen und Inspirationen liegt bei. Aber eigentlich geht es hier wirklich um das freie Spiel und die eigene Kreativität der Kinder.

Würden Sie Ihre Spielesets auch mit in die Quarantäne nehmen oder hätten Sie andere Pläne für den Fall der Fälle?

Meister: Wir sind ja jeden Tag von unseren Spielen umgeben, auch zu Hause. Von daher sind sie automatisch mit dabei. Mitnehmen würden wir dann eher ein dickes Buch und eine Yogamatte.

Wie nehmen Sie die derzeitige Situation rund um ihr Geschäft in Schleußig wahr? Sind die Menschen diszipliniert?

Meister: Die Menschen verhalten sich natürlich aktuell so unterschiedlich wie sonst auch. Die einen verkriechen sich mit einem Jahresvorrat an Lebensmitteln zu Hause und die anderen feiern ihre Ferien gemeinsam auf der Sachsenbrücke. Disziplin ist da wohl etwas anderes. Vielleicht braucht es noch ein bisschen, bis der Ernst der Lage wirklich in allen Köpfen angekommen ist …

Weitere Infos zur Aktion
https://www.tictoys.de/de/ueber-uns/partnerschaften/heimspiel/

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In der (Corona-)Krise: Pfarrer ohne Arbeit „Ich habe schon ein mulmiges Gefühl“

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