Peak-Oil-Report: Australische Regierung sieht ab 2017 Rückgang der weltweiten Ölfördermenge

Peak Oil, das ist der Punkt, an dem sich die weltweite Ölförderung nicht mehr weiter steigern lässt. Danach nehmen die geförderten Ölmengen nicht mehr zu, der Ölhunger der Welt kommt an seine Grenzen - es muss nach Alternativen gesucht werden. Doch noch immer tun Regierungen so, als wäre da nichts passiert. Das in Dresden heimische Büro für postfossile Regionalentwicklung freut sich nun, dass auch Australien die Entwicklung nicht mehr leugnen kann.
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Am 20. Januar schaffte es eine Meldung des Büros auf die Website des „Daily Telegraph“. Norbert Rost hatte darüber im Dezember berichtet. Es handelt sich dabei um einen Report des australischen Amtes für Infrastruktur, Transport und Regionalwirtschaft (BITRE) aus dem Jahr 2009, den die australische Regierung bislang lieber verschwieg.

Er erblickte erst im Herbst 2011 das Licht der Öffentlichkeit. Der Report Nummer 117 mit dem Titel „Transport energy futures: long-term oil supply trends and projections“ (PDF) analysiert die Ölförderung einzelner Länder und Regionen und kommt zu dem Fazit: Ab 2017 ist mit einem Rückgang der täglich verfügbaren globalen Ölmengen zu rechnen.

„Diese Aussage steht natürlich in großem Gegensatz zu – beispielsweise – dem jüngsten Bericht von Exxon Mobil, der keinerlei Versorgungsprobleme bis über das Jahr 2040 hinaus erwartet, neben der Steigerung der konventionellen Ölförderung gar eine Steigerung der Tiefsee-Produktion und durch Ölsande annimmt – was zusätzlich durch Flüssiggase und Biotreibstoffe business as usual ermöglichen soll“, so Rost.

2017 ist dabei nicht der eigentliche Peak Oil. Der wurde – nach verschiedenen Rechnungen – zwischen 2006 und 2008 erreicht. Von 2004 bis 2008 stieg der tägliche weltweite Ölverbrauch noch von 82,5 auf 86,8 Millionen Barrel. Trotzdem wurden die gehandelten Mengen teurer. Auch die Leipziger konnten diese Entwicklung an der Entwicklung der Spritpreise ablesen. Von 2005 bis 2008 verteuerten sich Kraftstoffe um 17,9 Prozent (Gesamtinflation: 7,7 Prozent). Danach gab’s einen Rutsch in den Keller, weil mit der weltweiten Finanzkrise auch der weltweite Kraftstoffverbrauch deutlich zurückging. Aber dass da tatsächlich nicht viel Luft war, spürten die Kraftfahrer schon 2010 wieder. Am Jahresende lagen die Kraftstoffpreise um 22,2 Prozent über denen des Jahres 2005. Im Dezember 2011 waren es sogar schon 27,5 Prozent.Und der Trend wird nicht mehr abreißen. Denn seit 2008 hat sich die weltweite Ölfördermenge nicht mehr wesentlich erhöht. Es gibt zwar immer noch Leute, die glauben, da müsse man nur kräftiger fördern, dann klappe das schon. Auch auf der Website des Büros für postfossile Regionalentwicklung Dresden meldet sich ein Kommentator namens „Heilbuttschnitte“ zu Wort, der da poltert: „Der Sprit ist jetzt schon viel zu teuer !!! Es wird Zeit, das mit dieser Angstacherei und der künstlichen Verknappung dieses wichtigen Lebenssaftes endlich schluß ist. Seiten wie http://www.peak-oil.com schüren lediglich unnütze Panik beim Verbraucher. Peakoil ist ein Mythos – es wird immer genügend Öl für alle da sein.“

Es geht doch nichts über guten Glauben. Doch alle Steigerungen, die auch der australische Report zum Thema noch für möglich hält, kommen aus der Tiefsee-Produktion und durch die Förderung von Ölsanden. Bei beiden Technologien steigen auch die Förderkosten steil an. Von den Risiken ganz zu schweigen, die man im Fall der Tiefseebohrungen mit den Ölkatastrophen im Golf von Mexiko und jüngst erst vor der brasilianischen Küste per TV sogar miterleben konnte. Auch das treibt übrigens den Ölpreis in die Höhe.

Und dazu kommt: Diese mit höherem Aufwand zu fördernden Ölvorkommen können ab 2020 den Rückgang der Förderung aus konventionellen Ölquellen nicht mehr kompensieren. Dann macht sich quasi der zweite Teil des Peak Oil bemerkbar – die Weltwirtschaft muss dann jährlich zurückgehende Ölfördermengen verkraften. Was logischerweise den Preis des knapper werdenden Produkts weiter verteuert.

Der Report 117 der australischen Regierung macht keine Aussagen über die Preisentwicklung und geht auch nicht auf die ökonomischen Auswirkungen ein. So etwas lässt sich schwer berechnen, denn da spielt auch eine Rolle, ob es den Entwicklern gelingt, den Ölverbrauch etwa von Kraftfahrzeugen drastisch zu senken, alternative Antriebe in nennenswerter Größenordnung zum Einsatz zu bringen oder gar große Teile der Logistik mit energiesparenden Transportträgern abzuwickeln. Da aber praktisch alle führenden Wirtschaftsnationen bei dem Thema seit Jahren blockieren und versuchen, es „auf die lange Bank zu schieben“, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch etablierte Volkswirtschaften von den abzusehenden Engpässen kalt erwischt werden.

Einen Höhepunkt der Förderung sieht der australische Bericht im Jahr 2017 – aber dann schon mit den Fördermengen aus Tiefsee und Ölsanden. Danach setzt ein lang anhaltender Rückgang ein. 2035 wird die Ölfördermenge nur noch etwa 20 Prozent gegenüber dem Fördergipfel betragen. Zwischen 2040 und 2050 würde demnach nur noch die Hälfte der Ölproduktion anfallen.

„Doch bereits ein kleiner Rückgang verglichen mit den heutigen Fördermengen wird Auswirkungen auf die Preise nach sich ziehen“, erklärt Rost. Da kann man zwar versuchen, die Studien eine Weile unter Verschluss zu halten und den „Heilbuttschnitten“ suggerieren, dass alles in bester Ordnung sei. Aber über den Preis der Ware Öl entscheidet am Ende allein die Verfügbarkeit.

Der Bericht von Norbert Rost zur Studie der australischen Regierung: www.peak-oil.com

Die Meldung im australischen Telegraph: www.dailytelegraph.com.au


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