Zeit zum Umdenken: Leipziger Stadtradeln mit Rekordbeteiligung gestartet

Irgendwie muss man doch in einer Stadt mit 520.000 Einwohnern die Kurve bekommen. So schwer kann das doch nicht sein, wenn selbst Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) betont: "Der Radverkehr benötigt flächendeckend geschlossene, bedarfsgerechte und sichere Basisnetze." Nicht ohne Grund verzeichnet das Stadtradeln in Leipzig neue Rekorde. Am Montag, 4. Juni, war Start auf dem Simsonplatz.
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Mit mehr als 1.300 Teilnehmern in 91 Teams ist Leipzig am 4. Juni in den bundesweiten Städtewettbewerb „Stadtradeln 2012“ gestartet. Das sind rund doppelt so viele Stadtradler wie zum Startzeitpunkt des vergangenen Jahres. Und schon jetzt sind es 28 Mannschaften mehr als am Ende der drei Wochen des vergangenen Jahres.

„Wir sind ein gutes Stück vorangekommen, um Leipzig fahrradfreundlicher zu machen. 14 Prozent des Gesamtverkehrs pro Jahr in der Stadt werden mittlerweile mit dem Rad zurückgelegt“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung beim heutigen Start des Stadtradelns 2012 auf dem Simsonplatz. „Unser Ziel ist es, Radfahren noch attraktiver zu machen. Bis 2020 wollen wir den Radverkehrsanteil auf 18 Prozent erhöhen, damit unsere Stadt sauberer, leiser und sicherer wird. Das Stadtradeln soll sichtbares Zeichen einer anderen Mobilität und Motivation zugleich sein.“

Und der Sinn des Stadtradelns ist ja vor allem, auch Politik und Verwaltung aufs Rad zu bekommen. Wer nicht weiß, wie „geschlossen, bedarfsgerecht und sicher“ das Leipziger Basisnetz ist – und ob es das überhaupt ist – der wird nicht einmal von amtswegen begreifen, was getan werden muss. Und was zu unterlassen.Das oben benannte Zitat stammt übrigens aus den Empfehlungen von durch Peter Ramsauer berufenen Experten zum Nationalen Radverkehrsplan, der ab Sommer 2012 diskutiert werden soll. Und das Zitat, das sich mit der Infrastruktur beschäftigt, geht noch weiter: „Diese Netze sind in regionale Netze und Ländernetze zu integrieren, funktionsgerecht zu differenzieren (z.B. in Radschnellwege, Haupt- und Nebenrouten) und baulastträgerübergreifend zu entwickeln. Sie sind auf die unterschiedlichen Nutzergruppen, ungeübte Verkehrsteilnehmer, schnelle Radfahrer und mehrspurige (Lasten-) Fahrräder abzustellen und auf die zu erwartenden Zuwächse des Radverkehrs auszulegen.“

Radschnellwege im Basisnetz? – Da muss auch Leipzigs Verkehrs- und Tiefbauamt zugeben: Auf diesem Niveau denkt Leipzig noch lange nicht. Leipzig diskutiert noch auf diesem Niveau: „Für den Ausbau der Straßen des Hauptnetzes wurden Ausbaustandards festgelegt, die die Einordnung von Radverkehrsanlagen in einer Breite von mindestens 1,5 m (2,0 m bei Zweirichtungsverkehr) vorsehen.“

Leipzig ist zwar stolz auf seine 392,3 Kilometer Radwege (Stand 2011), seinen Radverkehrsentwicklungsplan, der auch ein Radwegenetz mit neun Hauptrouten enthält. Doch wer tagtäglich auf diesen Routen unterwegs ist, weiß, dass es immer wieder Eng- und Fehlstellen gibt, sogar geplante Löcher wie in der inneren Jahnallee. Und genug Stellen, wo das Fahrrad auch aggressiv selbst aus Räumen verdrängt wird, wo es eigentlich Vorrang hat. Das hat auch mit Solidarität und Akzeptieren von Regeln zu tun. Doch was, wenn nicht? Wenn pure PS und Autobreite genügen, sich das Vorrecht zu sichern?Das Stadtradeln ist zumindest ein Signal: Es tut sich was. „Dazu werden wir Leipziger auch beim Stadtradeln 2012 wieder kräftig in die Pedale treten. Den hervorragenden dritten Platz des vergangenen Jahres wollen wir natürlich gern bestätigen“, sagt Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal.

Selbst Thomaspfarrer Christian Wolff will drei Wochen aufs Automobil verzichten. Beim Anradeln am Montag hielt er seinen Autoschlüssel vorerst das letzte Mal in den Händen. Bis zum Ende des Stadtradelns am 24. Juni will Wolff komplett auf das Auto verzichten und dadurch noch mehr Leipziger zum Umsatteln bewegen. Sein Schlüssel wird bis dahin sicher im Tresor der teilAuto-Station verwahrt.

Mit dem Stadtradeln startete auch die aktuelle Klimaschutzkampagne der Stadt Leipzig. Gemeinsam mit den Partnern teilAuto, nextbike und den Leipziger Verkehrsbetrieben ruft das Amt für Umweltschutz für einen Monat verstärkt auf, den Umweltverbund zu erkunden. Wer zu Fuß, per Rad, mit dem ÖPNV und per Carsharing mobil ist, spart Geld und schont die Umwelt. Mit gerade einmal 0,3 Litern Benzin auf 100 Personenkilometer stehen im Verbund echte Alternativen zum eigenen Auto bereit.

Das Fahrradverleihsystem nextbike hat für den Aktionszeitraum des „Stadtradelns“ einen Gutscheincode (105105) aktiviert. Hiermit können alle Leipziger einmalig bis zu 24 Stunden kostenfrei für das Stadtradel-Konto in die Pedale treten. Eingelöst werden kann der Gutschein nach Anmeldung im Kundenkonto auf www.nextbike.de oder telefonisch über die Hotline (030) 69205046. Der Verleiher ist in mehr als 35 Städten in Deutschland und auch international vertreten, in Leipzig mit 500 Rädern an knapp 60 Stationen.

50.000. Fahrrad in Leipzig registriertEine runde Zahl wurde extra für den 4. Juni organisiert: Am Endpunkt der kurzen Anradel-Runde wurde am Mobilitätsservice am Eingang der Petersstraße das 50.000. Fahrrad registriert. Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal und Lutz Rodig, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion, übergaben dem Besitzer des Fahrrads aus diesem Anlass einen bunten Blumenstrauß sowie einen Gutschein für ein Leipziger Sportgeschäft.

„Die Fahrradregistrierung per Aufkleber startete vor drei Jahren als Pilotprojekt. Ziel war ein einfaches, schnelles und unkompliziertes Verfahren“, erklärte Heiko Rosenthal. „Mittlerweile ist sie ein selbstverständlicher Bestandteil des Leipziger Stadtbildes und macht sich in der praktischen Arbeit der Verwaltung bemerkbar. Für unser Fundbüro ist es deutlich unkomplizierter, ein registriertes Fahrrad dem Eigentümer wieder zuzuführen.“

Ausgangspunkt für die Entwicklung des Projekts waren die anhaltend hohen Fallzahlen bei gleichzeitig unterdurchschnittlicher Aufklärungsquote im Bereich des Fahrraddiebstahls in Leipzig. Die weiterhin bestehende Fahrradcodierung per mechanischer Gravur sollte durch ein datenbankgestütztes Aufkleber-Registrierungsverfahren erweitert werden.Insbesondere der Bürgerdienst LE ist eine wesentliche, tragende Säule der Fahrradregistrierung. So wurden in der Pilotphase 2009 377 Räder codiert, 2010 waren es 20.250, 2011 dann 16.090 und 2012 bereits 5.412. Dieses kommunale Projekt verantwortet somit mehr als 80 Prozent der in Leipzig in den vergangenen Jahren registrierten Fahrräder.

Der Kriminalpräventive Rat der Stadt Leipzig (Schnittstelle zwischen Kommune, Polizei und Bürgern) war von Anfang an Partner des Verfahrens. Seit September 2009 sind das Projekt „Netz kleiner Werkstätten“ und der Bürgerdienst LE eingebunden.

Wohin geht die Reise?

Die Diskussion um die „KARLI“-Baustelle hat gezeigt, dass in Leipzig keineswegs klar ist, wohin die Reise im Straßenverkehr gehen soll. Die Priorität des Umweltverbundes ist zwar erklärt. Doch die „Bürgerumfrage 2011“, für die seit April zumindest der Schnellbericht vorliegt, hat zumindest gezeigt, warum viele Leipziger das Fahrrad eben doch nicht auf dem Weg zu Arbeit, Einkauf, Freizeit nutzen.

Nur in 24 Prozent der Haushalte gibt es kein Fahrrad, in 42 Prozent der Haushalte gibt es dafür sogar zwei und mehr Fahrräder. Fast täglich oder mehrmals in der Woche schwingen sich trotzdem nur 31 Prozent der Leipziger aufs Rad. Am häufigsten noch auf dem Weg in die Freizeit und zur Ausbildung. Nur 17 Prozent der Leipziger fahren mit dem Rad zur Arbeit, zum Einkaufen nutzen es sogar nur 12 Prozent.

Ein Grund dafür: Mit dem Angebot an Radverkehrsanlagen in Leipzig sind nur 22 Prozent der Befragten zufrieden. Dafür äußern 32 Prozent, dass nicht genug für den Radverkehr getan würde. In ihrem Ortsteil sehen 45 Prozent der Befragten, dass zu wenig getan wird. Beides übrigens deutliche Mehrheiten. Denn in beiden Fällen äußerten 43 bzw. 34 Prozent der Befragten, dass sie das nicht einschätzen könnten. Ein Grund dafür könnte sein: Das sind entweder reine Fußgänger, Autofahrer oder ÖPNV-Nutzer. Das heißt: Die qualifizierte Mehrheit der Radnutzer sagt eben deutlich, es werde sowohl im Ortsteil wie in der Stadt zu wenig getan.

Was nicht unbedingt nur mit dem Bau von Radanlagen zu tun hat. Es hat auch mit fehlender Konsequenz in der Verkehrsordnung zu tun, denn der so genannte „ruhende Verkehr“ verstellt nicht nur Radwege, er parkt auch Kreuzungen und Überwege zu und schafft damit immer neue Gefährdungspunkte im Verkehr.

Die Veränderung muss im Denken beginnen. Aber vielleicht hilft ja, wenn jetzt die Signale sogar aus Berlin kommen.

Den Bundesradverkehrsplan und die Empfehlungen der von Peter Ramsauer berufenen Experten findet man hier: www.nationaler-radverkehrsplan.de/nrvp2020

Informationen zum Leipziger Stadtradeln: www.leipzig.de/stadtradeln

Zum Stadtradeln selbst kann man sich hier informieren: www.stadtradeln.de


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