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E-Ladepunkte haben sich in Sachsen binnen fünf Jahren fast verzehnfacht

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    Manchmal stellt auch die AfD-Fraktion im Landtag Fragen, die sich mit Dingen beschäftigen, die tatsächlich wichtig sind. So wie die Frage nach den Kraftfahrzeugen mit alternativen Antrieben in Sachsen. Auch wenn die Frage dann doch etwas seltsam formuliert war, so, dass der zuständigen Verkehrsminister nur auf den hohen Arbeitsaufwand verweisen konnte. Aber die Antwort macht trotzdem sichtbar, dass sich bei E-Autos endlich etwas bewegt in Sachsen.

    Aus verschiedenen Gründen.

    Am 13. März veröffentlichte der VDIK die neuesten Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen und Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), erklärte dazu: „Wir erleben 2020 bei den Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen einen echten Niveausprung gegenüber dem Vorjahr. Fördermaßnahmen wie der Umweltbonus oder Steuererleichterungen und die Modelloffensiven der Hersteller haben den Kunden gezeigt, dass Staat und Industrie es mit den alternativen Antrieben ernst meinen. Viele internationale Hersteller profitieren davon, da sie bereits über eine umfangreiche Palette an Elektrofahrzeugen verfügen. Das meistverkaufte Batterie-Elektroauto kommt auch 2020 von einem VDIK-Unternehmen. Der zulassungsstärkste Plug-In-Hybrid ist ebenfalls ein Importauto.“

    Die Zahlen für den Februar

    In Deutschland wurden im Februar 16.531 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Das ist ein Plus von 141 Prozent. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 32.674 neue Elektrofahrzeuge zugelassen. Ihr Anteil am Gesamtmarkt lag bei knapp 7 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie im Gesamtjahr 2019 (3 Prozent).

    Beim Kraftfahrtbundesamt wurden 8.154 Pkw mit rein-batterieelektrischem Antrieb (BEV) registriert. Der Zuwachs beträgt 76 Prozent. Die VDIK-Mitgliedsunternehmen lieferten in den ersten beiden Monaten 41 Prozent aller neuen BEV aus. Außerdem wurden 8.354 Plug-In-Hybride neu zugelassen.

    Die gesamte Nachfrage nach Fahrzeugen mit alternativen Antrieben hat im Februar ebenfalls stark angezogen: 38.974 neue Pkw mit alternativen Antrieben wurden zugelassen, dazu zählen neben Elektrofahrzeuge auch Hybride ohne Stecker und Gas-Pkw. Der Zuwachs beträgt 87 Prozent. Seit Jahresbeginn waren es 78.211 Einheiten. Damit erreichten Autos mit alternativen Antrieben im Januar und Februar einen Anteil am Gesamtmarkt von 16 Prozent, nach knapp 9 Prozent im Jahr 2019.

    Im Februar wurden außerdem 748 Erdgas-Pkw neu zugelassen (plus 183 Prozent). Seit Jahresbeginn sind 1.630 neue CNG-Autos auf die Straßen gefahren. Mehr als drei Viertel der Fahrzeuge stammen von internationalen Herstellern (77 Prozent). Bei der Verbrennung von Erdgas im Motor entstehen im Vergleich zu Benzin und Diesel deutlich weniger CO2- sowie Stickoxid- und Partikelemissionen. Durch die Beimischung von Bio-Gas kann der CO2-Ausstoß weiter sinken.

    Die Elektromobilisierung kommt endlich in Gang

    „Wie hoch war die Anzahl an rein batterieelektrischen Fahrzeugen, Plug-in-Hybridfahrzeugen und Brennstoffzellenfahrzeugen, die zum Stichtag 01.01.2010, 01.01.2015 und 01.01.2020 in Sachsen zugelassen waren“, wollte jüngst der AfD-Landtagsabgeordnete Carsten Hütter wissen, „und wie hoch war deren Anzahl dabei jeweils im Vergleich zum Fahrzeug gleicher Art ohne diese besonderen Antriebstechniken (Gesamtbestand)? (Bitte aufschlüsseln für Pkw, Bus, Lkw, Krafträder und sonstige, mit jeweils einer Gesamtzahl für Sachsen und nach Landkreisen und Kreisfreien Städten.)“

    Das war eine Frage, die auch für Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) erst jede Menge Recherche und Rechnerei bedeutet hätte. Er verwies Hütter deshalb auf das Kradftfahrtbundesamt, was schon ein bisschen gemein ist, weil auch das Bundesamt keine detaillierte Statistik zu Sachsen veröffentlicht.

    Die hätte man eher beim Sächsischen Landesamt für Statistik erwartet. Aber dort wertet man die Zahlen auch nicht so aus, wie Hütter sich das gewünscht hat.

    Wobei man durchaus Zahlen hat, wenn auch nicht immer topaktuelle.

    Aber wenigstens die Zahlen für den 1. Januar 2019 erfährt man auf der Website zu den in Sachsen zugelassenen Kraftfahrzeugen. Von den 2,149 Millionen Personenkraftwagen, die damals in Sachsen registriert waren, waren 2.430 Elektrofahrzeuge, also etwas mehr als 0,1 Prozent.

    Wer ins Detail geht, sieht, dass Städte wie Leipzig Vorreiter sind bei der Anschaffung von E-Autos. Allein 608 E-Autos waren in Leipzig registriert, in Dresden waren es 431. Was schon eine Menge sagt über die Liebe der in Dresden heimischen Staatsregierung zur Elektromobilität. Sie hätte selbst Vorreiter für die Elektromobilität sein müssen. Ist sie aber nicht.

    Mehr Ladestationen, mehr E-Autos

    Aber die Leipziger Zahl ist nicht ganz uninteressant, denn sie zeigt, das hier tatsächlich etwas in Gang gekommen ist. Jahrelang machte es für Leipzigs Statistiker überhaupt keinen Sinn, die Zahl der Elektrofahrzeuge im offiziellen Jahrbuch der Stadt anzugeben. Dort unterschied man nur zwischen Otto- und Dieselmotoren und zählte gar die Feinstaubplaketten. Bis 2016 findet man die Angabe zu Elektrofahrzeugen nicht.

    2017 tauchte sie erstmals auf, nun auch rückwirkend bis 2013, als in Leipzig 128 E-Fahrzeuge gemeldet waren. Diese Zahl wuchs in den nächsten Jahren kaum. 2014 wurden 142 Fahrzeuge mit E-Motor gezählt, 2015 ebenfalls, 2016 waren es dann 170.

    2017 gab es den ersten kleinen Sprung – nun auf 302. Da hängt zwar die Leipziger Zählung seit geraumer Weile fest. Dafür hat wieder das Statistische Landesamt die Zahl für 2019, eben die erwähnten 608.

    Und so ein bisschen war ja in Carsten Hütters Anfrage auch das Spezialinteresse des Autohausbesitzers zu spüren, der er ja ist: Kann man den Sachsen jetzt guten Gewissens ein E-Auto verkaufen? Denn dazu braucht man ja eine verlässliche Ladestruktur. Nichts ist so peinlich, wie irgendwo im Land mit leerer Batterie liegenzubleiben und nirgendwo auftanken zu können.

    Da aber hat Martin Dulig für Hütter eine gute Nachricht: Die Zahl der in Sachsen eingerichteten öffentlichen Ladepunkte hat sich von 2015 bis 2020 von 115 auf 1.037 fast verzehnfacht. Und noch besser ist die Nachricht, dass es heute sogar 228 Schnellladestationen gibt. 2015 gab es keine einzige. Die E-Mobilität macht also auch für Eilige so langsam Sinn.

    Die meisten Ladestationen gibt es tatsächlich in Leipzig: 214, fast vier Mal so viele wie 2015. Da waren es noch 56.

    Mit 0,27 Prozent ist der Anteil der E-Autos unter den in Leipzig registrierten Pkw natürlich immer noch sehr marginal, aber schon deutlich höher als in Sachsen.3

    Das System der Ladesäulen für E-Autos wächst auch im Leipziger Umland

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