Aus für Leipzigs Personal-Dienstleister: PUUL GmbH wird aufgelöst

Dass sich beim städtischen Personaldienstleister Personelle Unterstützung von Unternehmen (PUUL GmbH) schon seit Jahren nicht mehr wirklich viel getan hat, sieht man an den eingestellten Pressemeldungen auf der Website: Seit 2007 passierte da nichts mehr. Was auch verständlich ist. Nach der Ansiedlung des BMW-Werkes gab es keine neue Groß-Akquise im Technologiebereich. So fehlte auch der Bedarf an qualifiziertem Personal.
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Die PUUL Gmbh wurde aber genau dafür geschaffen und als strategisches Wirtschaftsförderungs- und Ansiedlungsinstrument der Stadt Leipzig gegründet. Nach mehr als zehn Jahren erfolgreicher Tätigkeit will die Stadtversammlung der Ratsversammlung nun am 20. Juni auf Grund der veränderten Rahmenbedingungen vorgeschlagen, Aufgaben der Gesellschaft in die Verwaltung zu übernehmen und die Geschäftstätigkeit der PUUL GmbH einzustellen. Erfolgen soll dies in Form einer Verschmelzung auf die städtische Saatzucht Plaußig Grundstücksgesellschaft mbH.

Was freilich auch einer Auflösung gleichkommt. Denn die Saatzucht Plaußig Grundstücksgesellschaft mbH ist eigentlich auch nur eine Verwaltungsgesellschaft für strategisch wichtige Grundstücke der Stadt Leipzig, die für lukrative Wirtschaftsansiedlungen in Frage kommen.

„Die PUUL GmbH hat mit ihren speziellen Personaldienstleistungen seit ihrer Gründung wichtige Leistungen zur Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Leipzig erbracht“, erklärt Uwe Albrecht, Bürgermeister für Wirtschaft und Arbeit der Stadt Leipzig. „Großansiedlungen wie BMW oder DHL hätten ohne sie nicht die für Leipzig gewünschten Effekte erzielt. So konnten über 2.000 Leipzigerinnen und Leipziger aus der Arbeitslosigkeit heraus im Rahmen von Großansiedlungen integriert werden. Auch zukünftig behält die Fachkräftesicherung für die Leipziger Wirtschaftsförderung einen hohen Stellenwert bei der Gewinnung von Investoren. Das Thema steht, auch angesichts des demografischen Wandels, bei den Standortfaktoren noch vor Infrastruktur, Fördermitteln und Flächenangeboten.“Die PUUL GmbH wurde am 19. September 2001 auf Beschluss der Ratsversammlung als hundertprozentige Tochter der Stadt Leipzig gegründet. Ziel war es, die Personalvermittlung und -entwicklung aktiv zu begleiten sowie Leipziger Erwerbslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Neben BMW und DHL erfolgten Personalvermittlungen unter anderem bei den Ansiedlungen von Amazon, Future Elektronics, Schenker Logistik, Rudolph Logistik und Infraserv Logistik. Darüber hinaus begleitete die PUUL GmbH auch Bestandsunternehmen in ihrer personalwirtschaftlichen Sicherung und Weiterentwicklung.

Nur hat sich mittlerweile auch die Lage am Arbeitsmarkt deutlich verändert. Flexible und gut qualifizierte Arbeitskräfte sind mittlerweile begehrt. Es gibt kein stehendes Heer von Arbeitslosen mehr, die für den speziellen Bedarf einer Neuansiedlung ausgewählt und qualifiziert werden könnten. Der Schwerpunkt der Arbeitskräftegewinnung verlagert sich immer mehr in den Schulbereich hinein.

Selbst das Engagement der PUUL für Arbeitskräfte der Kategorie 50+ kam nach 2010 zum Erliegen. Mit dem Puulitzer-Preis wurden bis dahin Unternehmen gewürdigt, die sich besonders um die Einstellung älterer Arbeitnehmer bemühten.

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In Spitzenzeiten beschäftigte die PUUL 15 Mitarbeiter. Aber seit 2006 bekam die Gesellschaft keine Zuschüsse mehr aus dem städtischen Haushalt, sondern musste sich in den Folgejahren im Wesentlichen über die Arbeit mit arbeitsmarktpolitischen Fördermitteln finanzieren. Doch gerade diese wurden unter der jetzigen Bundesregierung drastisch zusammengestrichen. Das Modell rechnet sich nicht mehr. Und da kein neues Konzept vorliegt, mit dem die Stadt das Personal-Recruiting künftig optimieren, begleiten oder gar für Unternehmen und Betroffene nachhaltig organisieren kann, ist die Auflösung der Gesellschaft eigentlich die logische Konsequenz.

Womit sich dann auch ein anderer Punkt der Ratsversammlung am 20. Juni erledigt hätte: die Neubesetzung eines Sitzes im Aufsichtsrat der PUUL GmbH. Die Linke-Stadträtin Naomi Pia Witte saß dafür schon in den Startlöchern.

www.puul-gmbh.com


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