Ein Neujahrsempfang mit Weichenfunktion: Leipzig fehlen die technischen Innovations-Potenziale

Am heutigen Mittwoch, 16. Januar, findet der Neujahrsempfang der regionalen Wirtschaft "Gemeinsam für die Region" in der Glashalle der Neuen Messe statt. "Um diesen Veranstaltungsort beneiden uns andere Wirtschaftsverbände", sagt Wolfgang Topf, Präsident der IHK zu Leipzig. Zusammen mit der Handwerkskammer, dem Unternehmerverband Sachsen und dem Marketingklub veranstaltet sie diesen mittlerweile 10. Neujahrsempfang.
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Er steht 2013 unter dem Motto „Wege für morgen – Weichenstellung jetzt!“. Und Festredner des traditionellen Netzwerktreffens wird Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, sein. Und er wird wieder – wie auch im letzten Jahr Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler – einen Berg von Botschaften mitbekommen. Denn ohne kluge Wirtschaftspolitik kommt Wirtschaft nicht in Schwung, ohne florierende Wirtschaft lässt sich keine gute Politik machen. Aber das mit dem Weichenstellen ist diesmal ernst gemeint. Denn 2013 – so sieht es jedenfalls Topf – wird ein entscheidendes Jahr, das darüber entscheidet, ob die Region Leipzig zur 1. Bundesliga der deutschen Wirtschaftsmetropolen aufsteigt – oder für Jahrzehnte in der 2. Liga stecken bleibt.

„Unter Nürnberg machen wir’s nicht“, nennt er die Messlatte, an der sich eine Halbmillionenstadt wie Leipzig messen müsse.

Denn mittlerweile hat es sich ja herumgesprochen: Der Aufholprozess der ostdeutschen Bundesländer ist seit zehn Jahren zum Erliegen gekommen. Sie stecken bei Bruttoinlandsprodukt und Steuerkraft irgendwo bei 60 Prozent dessen fest, was die westdeutschen Bundesländer schaffen. Zumindest wenn man die derzeit wichtigen Wirtschaftsländer Bayern und Baden-Württemberg betrachtet.

Der sächsische Ministerpräsident ist natürlich der richtige Adressat, wenn es um Wirtschaftsbotschaften geht. Er begegnet den anderen MPs im Bundesrat, wo die meisten deutschen Wirtschaftsthemen entschieden werden. Wo auch ein bayerischer Ministerpräsident die Kandare anzieht und sein Veto einlegt, wenn die ostdeutschen Bundesländer Erleichterungen für den Zuzug ausländischer Fachkräfte fordern. Die Bremse ist ganz simpel: 44.000 Euro Jahreseinkommen bei ausgebildeten Fachkräften, 35.000 bei Ingenieuren als Verdienstuntergrenze – da profitiert zwar Bayern, wo die starken Unternehmen solche Löhne locker bezahlen können. Aber bei einem Lohnniveau von 80 Prozent West landen alle ostdeutschen Bundesländer drunter. Sie können sich ein derartiges Werben um heiß begehrte Fachkräfte aus Süd- und Osteuropa und darüber hinaus gar nicht leisten.

Ein Teufelskreis.

Denn Löhne und Gehälter können erst steigen, wenn sie vor Ort erwirtschaftet werden. „Doch denken wir uns die Autobauer mal weg“, fragt Topf. „Was bleibt dann übrig an Exportunternehmen in der Region?“

Die meisten Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, die dann übrig bleiben, sind Zulieferer, Teil der überregionalen Wertschöpfungskette, die Porsche und BMW in den letzten Jahren aufgebaut haben. Der Hoffnungsschimmer für 2013, den Topf sieht: Beide Autobauer haben ihre Werke für insgesamt 1 Milliarde Euro erweitert – oder tun es gerade. „Darum werden wir weit und breit beneidet“, sagt er. Sagt aber auch, dass er froh ist, dass die Autos, die da gebaut werden, noch gekauft werden. Auch anderswo.

Was aber die Tatsache nicht ändert, dass Leipzigs Steuereinnahmen extrem von einem einzigen Cluster abhängen. Die anderen Bereiche sind zwar da – erwirtschaften aber weder die Steuern noch die Löhne, die Leipzig aus der Finanzierungsmisere holen.- Mehrfach hat OBM Burkhard Jung in der letzten Zeit gesagt, dass das Gewerbesteueraufkommen sich bis 2020 verdoppeln muss – von 200 auf 400 Millionen Euro. Für Hartmut Bunsen, Präsident des Sächsischen Unternehmerverbandes, eine einfache Rechnung: „Das Gewerbesteueraufkommen ist genau so hoch wie die Kosten der Unterkunft – wir bezahlen damit, dass die Leute wohnen können. Dafür, wofür das Geld eigentlich gedacht ist, steht es gar nicht zur Verfügung.“

Investitionen zum Beispiel.

Aber die Stadt kann nicht die Motor-Rolle der Wirtschaft übernehmen. So war das auch nie gedacht, als mal vor 20 Jahren über das Angleichen des Niveaus von Ost und West gesprochen wurde. „Das hat sich ja als Illusion erwiesen“, sagt Topf.

Ein Grund dafür ist die fehlende Wertschöpfung in der Region. Auch das gehört zum Teufelskreis. Um marktfähige Produkte herzustellen, brauchen Unternehmen auch Forschung und Entwicklung. Große Unternehmen haben dafür eigene Abteilungen – und sie haben das Geld, Kooperationen mit Hochschulen einzugehen und die nötigen Fördergelder für Forschungsprojekte zu beantragen.Geforscht wird in Leipzig auch. Sachsens Hochschulen sind beim Einwerben von Drittmitteln für die Forschung Spitze. Aus blanker Not. Die Kürzungen der Landesregierung bei den Hochschuletats zeitigen Folgen. Aber die sind nicht gut fürs Land. Denn weil Sachsens Hochschulen so scharf auf Forschungsmittel sind, nehmen sie vor allem jede Chance wahr, auch mit den großen Unternehmen der Republik zu kooperieren. Da wird dann in Leipzig geforscht und entwickelt. „Aber die Ergebnisse kommen nicht uns zugute, sondern dem Westen“, sagt Topf.

So sieht es auch Georg Donat, neben seinem Job als Banker auch Präsident des Marketingklubs Leipzig und Hochschulprofessor. Zwei seiner Studenten hat er auf die brennende Frage angesetzt, welche Hemmnisse es gibt, die Leipziger Unternehmen daran hindern, Fördergelder für Forschung abzurufen. Auf diese Ergebnisse darf man gespannt sein.

Denn wenn die Leipziger Wirtschaft in den nächsten Jahren an Leistung zulegen will, braucht sie innovative Produkte, die auch am Markt durchsetzbar sind. Doch die wenigsten heimischen Unternehmen haben sich Forschungskapazitäten aufbauen können. Viele scheitern mittlerweile schon bei der Antragstellung, weil die formalen Hürden der Berliner „Geldspender“ so hoch sind, dass die Anträge schon wegen Formfehlern aussortiert werden.

Das geht zwar auch Unternehmen in Dresden und Chemnitz so. Doch beide Städte haben in den vergangenen Jahren deutlich mehr verarbeitende Unternehmen binden können. „Der Gap zwischen Leipzig und Dresden bzw. Chemnitz wird eher größer“, sagt Donat. Sein Fazit: „Wir haben zu wenig Innovationsunterstützung in der Region. Die Potenziale werden hier fast gar nicht genutzt.“

Was nicht daran liegt, dass die Ideen nicht da sind. Gerade im hochschulnahen Bereich weist Leipzig längst eine brillante Szene junger, innovativer Unternehmer auf. Davon zeugen auch siegreich absolvierte Wettbewerbe. Aber dann? – Dann klafft eine Lücke. Dann reicht das Potenzial nicht, aus einem cleveren Nischenprodukt eine marktreife Serie zu machen, fehlt die Umsetzung aus dem Labor in die Fließstrecke, fehlt es an den nötigen Finanzierungen, den nächsten Schritt zu tun. Vor dem die meisten Leipziger Unternehmer zu recht Angst haben. Denn damit müssten sie in Vorleistung gehen, ein Risiko eingehen, das dann, wenn der Schritt nicht gelingt, die Existenz des Unternehmens kostet.

Das wurde beim freundlich-kritischen Vorab-Gespräch der eingeladenen Presse mit den Vorsitzender der vier einladenden Verbände so nicht angesprochen. Aber die Wahrheit ist: Deutschland kennt keine Kultur des Scheiterns. Wer ins Risiko geht, verliert auch sein Renommé. Auch und gerade bei den Banken, die in Deutschland schon von Natur aus konservativer denken als in Übersee. In Ostdeutschland erst recht, wo es eigentlich zur zweiten Natur der Gründer und Jungunternehmer gehört, dass sie keinen reichen Vater haben und keine Immobilie, die sie zur Sicherheit anbieten können.

Das Manko besteht seit 1990. Doch Strukturen, die es auch nur ansatzweise ausgleichen, gibt es bis heute nicht. Sehr nachvollziehbar ist, wenn Ralf Scheler, Präsident der Handwerkskammer, von einem Unternehmer berichtet, der die Chance für die Erweiterung vor der Nase hat – und dann schweren Herzens trotzdem sagt: Nein, mach ich nicht. Das Wagnis ist mir zu groß. Lieber das Unternehmen sichern, wie es jetzt ist, als alles zu riskieren.

Was dem Problem die Brisanz nicht nimmt. Leipzigs Wirtschaft – und mit der Installation der neuen Wirtschaftsförderung für die gesamte Region wird das sichtbar die gesamte Wirtschaft im Regierungsbezirk, kann nur wachsen, wenn sie innovativer wird. Und wo sie es aus eigener Kraft nicht schafft, braucht sie unterstützende Strukturen. Kurz fiel im Gespräch auch das Wort Bio-City Leipzig. Die feiert in diesem Jahr justement das 10. Jahr ihres Arbeitens. Und wer hinschaut, sieht, wie die Bio-City zum Anker eines ganzen bio-medizinischen Clusters geworden ist.

Wo Unternehmen selbst die Strukturen nicht schaffen, müssen Kommune und Land solche Strukturen hinstellen. Und dass es im Technologie-Bereich solche Unterstützung braucht, weiß man ja in Leipzig nicht erst seit Montag. Warum gibt es also noch keine Tech-City? Warum gibt es keine ernsthaften Bestrebungen, die Energy-City endlich auf die Beine zu stellen? Denn Zukunftsprodukte werden nur aus modernen Branchen kommen.

Vielleicht sind dafür auch noch EU-Mittel akquirierbar. Wenn es gelingt, die Region Leipzig auch im Förderzeitraum 2014 bis 2020 noch in der EU-Förderung zu lassen. Auch das will die Leipziger Wirtschaft dem Ministerpräsidenten noch einmal dringend ans Herz legen. Dresden und Chemnitz, denen es wirtschaftlich deutlich besser geht, bleiben ja drin. Nur Leipzig fliegt raus. Das versteht auch Hartmut Bunsen nicht. „Wenn gefördert wird, dann doch bitte in Sachsen einheitlich. Sachsen ist eine Wirtschaftsregion“, sagt er.

Ein bisschen Hoffnung setzt er auf eine erfolgreiche Bewerbung sächsischer Unternehmen im neu aufgelegten Förderprojekt „Zwanzig20“ der Bundesregierung, das mit 500 Millionen Euro unterlegt ist. „Aber da haben wir uns von vornherein Kompetenz geholt, die uns bei der Antragsstellung hilft, sonst klappt das gar nicht.“ 50 Millionen Euro sind zwar für ein solches Projekt nicht üppig viel – aber eine erfolgreiche Bewerbung würde zumindest auch überregional zeigen, dass die Region das Potenzial für Innovationen hat.

Aber man merkt schon, wie wichtig den Verbandspräsidenten dieses Wahljahr 2013 ist. Sie sind fest davon überzeugt, dass jetzt die Weichen gestellt werden müssen. „Denn 2020 – das ist in sieben Jahren“, betont Wolfgang Topf. „Das ist überhaupt nicht viel Zeit.“

www.leipzig.ihk.de

Das Bundesprogramm „Zwanzig20“:
www.unternehmen-region.de/zwanzig20/


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